Wissenswertes rund um Nachfolge

Nachfolgeproblematik in Schweizer KMU

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KMU sind das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft und stellen einen Anteil von 99,8 Prozent an der Gesamtzahl der Schweizer Unternehmen. Die Zukunft von jedem einzelnen dieser Unternehmen hängt nicht unwesentlich von einer erfolgreichen Nachfolgeregelung ab.

Jedes siebte KMU mit «offener Nachfolge»

Die Schweizer KMU-Wirtschaft besteht heute aus 549'400 Unternehmen. Studien belegen, dass 20 Prozent dieser KMU innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Nachfolge anstreben. Betroffen von einem bevorstehenden Eigentümerwechsel sind demnach 400'000 Arbeitsplätze, was rund 10 Prozent der Beschäftigten im Land entspricht und damit eine grosse Verantwortung für die Schweizer KMU mit sich bringt.

Viele der betroffenen Betriebe tun sich mit der Nachfolge schwer. Laut der neuen «Nachfolge-Studie KMU Schweiz 2018» des Wirtschaftsinformationsdienstes Bisnode D&B haben in der Schweiz zurzeit 13,4 Prozent der Unternehmen ein sich anbahnendes Nachfolgeproblem, weil ihre Inhaber respektive Verwaltungsräte und Gesellschafter bereits über 60-jährig sind und sich noch nicht oder nur unzureichend um ihre Nachfolge gekümmert haben.

 

Die Kleinen trifft es am härtesten

Prozentual am stärksten betroffen von «offenen Nachfolgen» sind Kleinstbetriebe mit bis zu neun Mitarbeitenden. Laut Bisnode D&B sind von den Firmen mit 1 bis 9 Mitarbeitenden heute 13,6 Prozent von einer ungelösten Nachfolgeproblematik betroffen. Bei einer Grösse von 10 bis 49 Mitarbeitenden sind es noch 12,9 Prozent, bei den grösseren Firmen mit 50 bis 249 Angestellten nur noch 6,9 Prozent.

Entsprechend nachvollziehbar ist, dass offene Nachfolgeregelungen am häufigsten Einzelfirmen (20,5 Prozent der Fälle) betreffen. Gefolgt von Aktiengesellschaften (13,6 %) und GmbHs (7,4 %). Die Kommanditgesellschaften (16,3 %) kämpfen intensiver mit offenen Nachfolgen als Kollektivgesellschaften (7,5 %).

Kleinunternehmen sind am stärksten betroffen

Kleinunternehmen sind am stärksten von der Nachfolgeproblematik betroffen.

 

Druckgewerbe mit häufigsten Nachfolgeproblemen

Das grösste Nachfolgeproblem besteht laut der Studie von Bisnode D&B im Druck- und Verlagsgewerbe, wo zurzeit 20,2 Prozent der Betriebe ein offenes Nachfolgeproblem haben. Gefolgt von den Architekturbüros (17,3 %) und dem Autogewerbe (16,6 %). Hingegen weniger als jedes zehnte Unternehmen hat ein Nachfolgeproblem in den Branchen Informatikdienstleistungen (9,2 %), Herstellung nicht haltbarer Erzeugnisse (9,1 %), Telekommunikationsbranche (8,5 %) sowie Angebot von persönlichen Dienstleistungen (8,4 %).

Druckgewerbe mit häufigsten Nachfolgeproblemen

Druckgewerbe mit häufigsten Nachfolgeproblemen.

 

Nordwestschweiz mit dem grössten Anteil offener Nachfolgen

Betrachtet man die Schweizer Regionen, bewegt sich die Quote der offenen respektive ungeklärten Nachfolgeregelungen von Unternehmen in der Bandbreite zwischen 10,3 Prozent (Tessin) und 15,4 Prozent (Nordwestschweiz).

 

Die Nordwestschweiz mit den meisten offenen Nachfolgeregelungen

Nordwestschweiz mit der höchsten Quote an offenen Nachfolgen.

 

Welche Nachfolgelösung ist die häufigste?

Laut Erkenntnis der «Nachfolge-Studie KMU Schweiz 2018» erfolgen in der Schweiz heute 41 Prozent aller Unternehmensnachfolgen familienintern, also mit einem «Family-Buy-Out» (FBO). Knapp dahinter mit einer Häufigkeit von 40 Prozent wird das Unternehmen von einem firmenexternen Management gekauft und übernommen, was einem «Management Buy-In» (MBI) entspricht. Mit 19 Prozent der Fälle rangiert das «Management-Buy-Out» (MBO), also die Übernahme des Unternehmens durch bestehende Mitarbeitende, an dritter Stelle.

Was die effektiv beanspruchte Zeit betrifft, unterscheiden sich die drei Nachfolgelösungen wesentlich voneinander. Die laut Bisnode D&B durchschnittliche Dauer zwischen Erstkontakt von Übergeber und Übernehmer beträgt bei einem Management Buy In (MBI) 1,6 Jahre, bei einem Management Buy Out (MBO) 3,3 Jahre und bei einem Family Buy Out (FBO) sogar 6,6 Jahre.

Familieninterne Nachfolgen dauern am längsten

 

Nachfolge konkret: Was raten die Experten?

Nachfolgebegleiter Raimund Staubli
Raimund Staubli, Nachfolgebegleiter RUZ

Raimund Staubli hat bereits unzählige Nachfolgen begleitet. Seine wichtigste Erkenntnis: Für diesen anspruchsvollen Prozess ist es für den Unternehmer wichtig, einen wohlwollenden aber auch kritischen Sparringpartner an der Seite zu haben.