5 Führungsklischees auf dem Prüfstand
Hat Autorität tatsächlich ausgedient? Wie wichtig sind Führungspersonen als Vorbilder? Und ist es wirklich so einsam an der Spitze, wie man gemeinhin sagt? Ex-FCB-Präsident und Leadership-Experte Bernhard Heusler hat Antworten.
03.08.2026
Es ist einsam an der Spitze.
Nein. Ich bin überzeugt, dass eine gute Führungsperson sich nie isolieren sollte. Denn wer im Alltag einsam entscheidet, ist auch in Krisen allein. Es ist wichtig, sich mit Menschen zu umgeben, die einem auf Augenhöhe begegnen und auch unbequeme Wahrheiten ins Gesicht sagen.
Führungspersonen sind Narzissten.
Gute Führungspersonen nicht, denke ich. Denn narzisstisch zu sein, birgt Risiken: Wer von allen bewundert werden will, vermeidet unangenehme Entscheidungen. So reitet man sich als Führungskraft insbesondere in schwierigen Zeiten nur noch weiter in die Krise.
Erfolg und Misserfolg liegen oft nah beieinander.
Ja, für mich stimmt das. In meiner Führungsarbeit muss ich mir und meinem Umfeld bewusst machen, dass Erfolg und Misserfolg keine polaren Gegensätze sind. Vielmehr entstehen Erfolge immer auch aus Versuchen, Scheitern und Fehlern heraus.
«Erfolge entstehen immer auch aus Versuchen, Scheitern und Fehlern heraus.»
Bernhard Heusler
Leadership-Experte
Chefinnen und Chefs müssen mit gutem Beispiel vorangehen.
Unbedingt, ja. Ich darf als Führungsperson keine Verhaltensweisen von meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einfordern, die ich selber nicht vorlebe. Denn so ist der Mensch programmiert: Er lernt von und orientiert sich an Vorbildern.
Autorität hat ausgedient.
Jein. Es braucht immer noch jemanden, der entscheidet und einfordert. Man darf aber nicht denken, man könne wie in vergangenen Generationen einfach befehlen, ohne zu erklären. Gerade für jüngere Mitarbeitende ist das Warum sehr wichtig. Eine Führungsperson muss also auch den Sinn aufzeigen können.
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Bernhard Heusler
Leadership-Experte
Bernhard Heusler ist promovierter Jurist und war über viele Jahre als Wirtschaftsanwalt tätig, bevor er 2009 die operative Leitung und 2012 das Präsidium des FC Basel 1893 übernahm. Unter seiner Führung feierte der Club acht Meistertitel in Serie. Seit seinem Rücktritt 2017 ist er als Speaker, Berater und Coach in Sport und Wirtschaft tätig.