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13.07.2020

Das Potenzial am Aktienmarkt ist limitiert, aber wie stark?

Fast 90 Prozent der Analysten empfehlen LafargeHolcim-Aktien zum Kauf. Über die kommenden 12 Monate erwarten sie einen Kursanstieg von 12 Prozent.

Die Aktien des Zementherstellers gehören damit aktuell zu den attraktiven grosskapitalisierten Schweizer Unternehmen. Das Kurspotenzial lässt sich allerdings rasch und einfach relativieren: Verglichen mit Anfang Jahr handeln die Valoren mit einem Abschlag von 15 Prozent. Bis Mitte März büssten die Aktien fast die Hälfte ihres Wertes ein, erholten sich danach aber überdurch-schnittlich. Für Anleger gilt also vor allem: Diese Aktien schwanken stark.

SMI: Nichts verdient, nichts verloren

Ein entspannteres Bild vermittelt der Swiss Market Index (SMI). Wer dieses Jahr in den SMI in-vestierte, hat nichts verdient - inklusive Dividenden, aber auch nichts verloren. Die Kursentwick-lung der einzelnen Aktien im Schweizer Leitindex geht jedoch weit auseinander. Spitzenreiter ist mit einem Plus von 50 Prozent der Pharma-Auftragsfertiger Lonza, Schlusslicht ist die Rückver-sicherung Swiss Re, die 30 Prozent einbüssten. Was Anleger in diesem Umfeld besonders int-eressiert, ist der Ausblick. Kursziele von Analysten können helfen, einen Eindruck über das mög-liche Potenzial eines Investments zu erhalten. Für SMI-Unternehmen bietet sich folgendes Bild: Am stärksten unter Druck könnten Geberit und Givaudan kommen. Die aktuellen Aktienkurse für den Sanitärtechniker und den Aromen- und Riechstoffhersteller liegen über dem erwarteten Kursziel der Analysten. Aber auch Lonza und der Industriekonzern ABB scheinen ausgeschossen.

Analysten hinken Kursen oft hinterher

Allerdings hinken die Einschätzungen der Analysten den Kursen oft hinterher. Lonza dürfte als Auftragsfertiger eines Impfstoffs gegen Covid-19 profitieren, ABB startet ein umfangreiches Akt-ienrückkaufprogramm. Neben LafargeHolcim sehen die Anlagespezialisten zweistelliges Poten-zial unter anderem beim Lebensversicherer Swiss Life und den Pharmakonzernen Novartis und Roche. Der Grundtenor der Analysten ist aber positiv. Bei der Hälfte der SMI-Aktien über-wiegen die Kaufempfehlungen. Was die Aktienkurse zudem stützt, sind die Zentralbankmas-snahmen, die die Zinsen niedrig halten sollen. Das erhöht direkt den Unternehmenswert, da künftige Um-satz- und Gewinnschätzungen mit einem niedrigeren Zinssatz abdiskontiert werden. Auch wenn die Kursziele ein verlockendes und vor allem einfach verständliches Instrument darstellen, sollten sie nicht als alleiniges Entscheidungskriterium dienen.