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22.05.2019

Die Schweizer Pensionskassen bleiben unter Druck

Nach den Kursverlusten im vergangenen Jahr zeigt sich das Bild für die Schweizer Pensionskassen in den ersten vier Monaten 2019 versöhnlich. Das Anlageumfeld bleibt aber weiterhin eine Herausforderung.

Gemäss der Risiko Check-up Studie von Complementa betrug die durchschnittliche Rendite 6,5 Prozent. Damit erhöhte sich auch der durchschnittliche Deckungsgrad von 102,7 auf 108,5 Pro-zent. Die Pensionskassen stehen damit auf den ersten Blick solid da. Der Deckungsgrad ist aller-dings nur einer von vielen wichtigen Parametern.  

Die Schattenseite

Die Marktentwicklung bleibt volatil und damit unvorhersehbar. Einige Elemente sehen weniger erfreulich aus als der Deckungsgrad. So betrug die durchschnittliche Verzinsung der Pensions-kassenguthaben im 2018 nur 1,4 Prozent - dies ist der tiefste je erhobene Wert. Auch die Um-verteilung von Pensionskassengeldern von den jüngeren Gene-rationen an die Rentner geht weiter. Konkret: In den letzten fünf Jahren wurden in den Pensionskassen 33,5 Milliar-den Franken von den Aktiven zu den Rentnern umverteilt. Hinzu kommt, dass die Umwandlungs-sätze weiter sinken. Im Durchschnitt liegt der Umwandlungssatz aktuell bei 5.64 Prozent. Bei einem Vorsorgevermögen von 100‘000 Franken beträgt die durchschnittliche Jahresrente also gerade einmal 5‘640 Franken.

Herausforderndes Anlageumfeld  

Auch die erfreulichen Renditen seit Jahresanfang sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Anlageumfeld her-ausfordernd bleibt. Auf dem risikoarmen Teil der Anlagen gibt es zurzeit keine Renditen zu holen. Schweizer Staats-anleihen rentieren praktisch über die gesamte Zinskurve im negativen Bereich. Viele Pensionskassen haben ihren Anlagemix entsprechend angepasst. So lie-gt die Immobilienquote bei den Schweizer Pensionskassen aktuell wieder über 20 Prozent und auch die Gewichtung in anderen «illiquiden» Anlageklassen wurde schrittweise erhöht. Mit der aktuellen Vermögensallokation dürfte eine mittelfristige Performance von 2,3 Prozent pro Jahr resultieren. Nach Abzug der Kosten reicht dies allerdings nicht aus, um die Pensionskassen nachhaltig im Gleichgewicht zu halten.

Die ersten beiden Säulen in unserem Vorsorgesystem können in Zukunft ein sicheres Einkommen im Ruhestand also kaum mehr garantieren. Umso mehr empfiehlt es sich, im Rahmen der dritten Säule sowie zusätzlichem «Sparen» selbstverantwortlich vorzusorgen.