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Es besteht Hoffnung für den Ölmarkt
Neben den Aktien haben in den letzten Wochen auch die Rohstoffmärkte deutlich Federn lassen müssen.
So hat seit Jahresbeginn der Preis für Brent-Rohöl zwischenzeitlich über 60 Prozent an Wert verloren. Die Initial-zündung für diese negative Entwicklung war das Treffen der erdölexportierenden Nationen (OPEC) Anfang März. Dieses löste einen nie dagewesenen Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland aus. Notierte der Ölpreis Ende Februar bei über 50 US-Dollar je Barrel, so fiel dieser im Anschluss an das Treffen auf nur noch knapp über 30 US-Dollar je Barrel. Zusätzlicher Abwärtsdruck entstand durch das sich fortan rasant ausbreitende Coronavirus: in Er-mangelung eines Impfstoffes oder einer wirksamen Behandlungstherapie wurden von Regierungsseiten sehr restr-iktive Massnahmen zur Eindämmung der Infektion verhängt. Neben Ausgangsbeschränkungen wurde in zahlreichen Ländern auch ein (teilweiser) wirtschaftlicher Lockdown vollzogen. Die dadurch ausgelösten Produktionsrückgänge, liessen die industrielle Nachfrage nach Rohöl stark sinken.
Unsicherheit am Ölmarkt
Sah es vergangene Woche nach einer teilweisen Stabilisierung am Ölmarkt aus, so sorgte die kurzfristige Verschiebung der für Montag angesetzten Konferenz der Ölför-derländer für erneute Unsicherheit. Auch die jüngsten Aussagen von US-Präsident Do-nald Trump befeuerten den erneuten Stresstest. Hatte der Präsident zuletzt ange-deutet, als Vermittler zwischen Saudi-Arabien und Russland fungieren zu wollen, so drohte er am vergangenen Wochenende mit Zöllen auf Rohölimporte.
Chancen für Erholung des Ölpreises stehen gut
Dennoch stehen die Chancen für eine mittelfristige Erholung des Ölpreises recht gut. Wir rech-nen damit, dass es bis zum Sommer gelingt die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen und die globale Wirtschaft schrittweise zur Normalität zurückzubringen. Das Herauffahren der indu-striellen Produktion wird die Nachfrage nach Rohöl ankurbeln. Des Weiteren gehen wir davon aus, dass sich Saudi-Arabien und Russland in den kommenden Monaten auf Förderkürzungen einigen werden. Dies wird den derzeitigen Druck auf den Ölpreis auch angebotsseitig redu-zieren. Für zusätzliche Entlastung wird zudem die anlaufende Konsolidierung in der Schieferöl-Industrie sorgen. So musste beispielsweise zuletzt mit Whiting Petroleum das erste grosse US-Unternehmen in diesem Bereich Insolvenz (Gläubigerschutz nach Chapter 11) anmelden.