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Geopolitik und Geldpolitik im Fokus
Kommt es zum russischen Einmarsch in die Ukraine oder nicht? Diese Frage beschäftigt die Anleger. Auf diplomatischer Ebene laufen weitere Gespräche und Russland spricht von ersten Truppenabzügen. Allerdings ist die Gemengelage sehr unübersichtlich und eine Eskalation weiterhin nicht auszuschliessen.
Die Frage stellt sich: Wäre eine solche für die Finanzmärkte überhaupt relevant? Wirtschaftlich ist die Ukraine mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von knapp 155 Milliarden US-Dollar (im Ver-gleich dazu liegt das BIP der Schweiz bei rund 750 Milliarden) ein wirtschaftlich betrachtet eher unbedeutender Player. Das Risiko bei einem offenen Konflikt liegt primär in der russischen Gas-versorgung. Europa – und allen voran Deutschland – ist in hohem Masse von Erdgas aus Russ-land abhängig. Aufgrund der hohen Nachfrage und Lieferengpässen ist dessen Preis in den letzten Monaten bereits stark angestiegen. Dies treibt die Teuerungsraten und belastet das Portemonnaie der Konsumenten.
Steigende Inflation und bevorstehende Zinswende
Und die Inflation steigt weltweit weiter ungebremst an. In den USA betrug die Teuerung im Jan-uar 7,5 Prozent. Dieses Niveau wurde letztmals vor über 40 Jahren gemessen. Klar ist, die US-Notenbank wird reagieren müssen. Im März steht eine erste Zinserhöhung an und damit wird die Zinswende eingeläutet. Diese ist für die Finanzmärkte eine Herausforderung – schliesslich hat die enorme Geldflut in den vergangenen Jahren zu einer starken Vermögenspreisinflation gefüh-rt. Sowohl die Anleihen- als auch die Aktienmärkte erhalten nun zunehmend Gegenwind. Bis die bewertungsmässigen Anpassungsprozesse abgeschlossen sind, ist mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen. Wir bleiben deshalb in unserer Anlagetaktik weiterhin leicht defensiv positioniert.
Rückkehr zur Normalität
Positive Neuigkeiten gibt es dafür im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Auch die Schweiz kennt nun ihren «Freedom Day». Ab sofort gilt hierzulande wieder so etwas wie Norm-alität. Praktisch sämtliche Massnahmen wurden aufgehoben. Konjunkturell sind die Auswirkung-en überschaubar – die Wirtschaft hat sich den Umständen gut angepasst. Profitieren dürften aber die Gastronomie und der Tourismussektor. Wenig erstaunlich, dass im Swiss Performance Index (SPI) Valoren wie Dufry, Valora, Flughafen Zürich sowie Bergbahnaktien zu den diesjähr-igen Gewinnern gehören.