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Gold und Silber strahlen um die Wette
Sicherer Hafen, Krisenschutz und Angebotsknappheit treiben dieses Jahr den Goldkurs.
Seit Anfang des Jahres hat die Feinunze, in US-Dollar gemessen, knapp 30 Prozent zugelegt. Gold ist eine der wenigen Anlagen, mit denen Investoren dieses Jahr ordentlich verdient haben. Aufgrund des anhaltend unsicheren Umfelds, einer drohenden zweiten Corona-Infektionswelle und des konjunkturellen Einbruchs hat Gold diese Woche bei 1‘980 US-Dollar gar ein Allzeithoch markiert. Der bisherige Höchststand von September 2011 ist damit Geschichte. Ein Preis von 2‘000 US-Dollar pro Unze ist in Reichweite.
Der «arme Bruder» des Goldes
Aber nicht nur Gold ist gefragt: Unlängst geriet Silber ebenfalls in den Fokus der Anleger. Dabei ist der «arme Bruder» des Goldes schwankungsanfälliger. Das liegt daran, dass Silber auch von der Industrie nachgefragt wird und sensitiver auf die Wirtschaftsentwicklung reagiert. Rund die Hälfte der jährlichen Silberproduktion wird von der Industrie weiterverarbeitet. Deshalb reagierte der Kurs von Silber verzögert. Mit Ausbruch der Coronakrise sank er zunächst auf den diesjäh-rigen Tiefpunkt von 11,65 US-Dollar pro Unze, hat sich seither aber mehr als verdoppelt.
Platin ist ein seltenes Edelmetall, das grösstenteils in der Produktion von Autokatalysatoren für Dieselfahrzeuge und zur Herstellung von teurem Schmuck verwendet wird. Als Investition spielt Platin eine untergeordnete Rolle. Als «Edelmetall der Wirtschaft» wird Palladium bezeichnet. Der Kurs ist stark konjunkturabhängig. Ende Februar markierte das silberweisse Metall mit über 2‘800 US-Dollar pro Unze einen Höchststand, weil die Nachfrage aus dem Automobilsektor intakt war und strengere Abgasvorschriften den Palladiumbedarf in die Höhe trieben. Das Metall ist vor allem für die Produktion von Drei-Wege-Katalysatoren zentral. In der Schmuckindustrie wird Palladium zusammen mit Gold zu Weissgold legiert.
Engagement in Edelmetallen
Mit der Corona-Krise und einer weitgehend still stehenden Autoproduktion ist der Bedarf aus dem Automobilsektor vorübergehend eingebrochen, der Palladiumkurs pendelt deshalb noch knapp unter 2‘300 US-Dollar.
Die einfachste und günstigste Art, sich in Edelmetallen zu engagieren, ist mittels eines ETF. Das bietet den Vorteil, dass das Produkt einfach handelbar ist. Viele dieser Produkte investieren ausschliesslich in das entsprechende Edelmetall, das physisch hinterlegt wird. Teils besteht gar die Möglichkeit, eine Sachauszahlung in Standardbarren zu verlangen.