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14.06.2022

Positive Nachrichten im Abwärtstrend

Mit kleinen Schritten tendiert die Schweizer Börse auch diese Woche schwächer. Seit Anfang Jahr hat der Swiss Market Index (SMI) rund 11 Prozent eingebüsst. Von seinem Jahrestief im März ist er damit nur noch gut 3 Prozent entfernt – und der Ausblick blei-bt eingetrübt.

Die durch die höheren Energiepreise und Lieferengpässe angefachte Teuerung frisst sich immer stärker in den Alltag und drückt zunehmend auf die Stimmung bzw. den Geldbeutel der Kons-umenten. Dennoch gibt es von Unternehmensseite auch positive Zeichen. So vermochte der Ko-mpressoren-Hersteller Burckhardt Compression seinen Auftragseingang per Ende März, dem Ab-schluss des Geschäftsjahres, um 44 Prozent zu steigern. Bei knapp gehaltenem Umsatz legte der Gewinn 6,8 Prozent zu. Die Umsatzprognose für das laufende Jahr liegt gar über dem mittelfrist-igen Ziel. Auch der Komponentenhersteller Schaffner hat seine Ziele bestätigt. In dieselbe Rich-tung zielt der Chemiekonzern Ems-Chemie, der trotz höherer Rohstoff- und Energiekosten an seiner Jahresprognose festhält. Derweil treibt Holcim seinen Umbau, die Reduktion des Zement-geschäftes, voran. Der Baustoffkonzern will die Mehrheit an Lafarge Cement Zimbabwe verk-aufen.

Credit Suisse stellt erneut Quartalsverlust in Aussicht

Die Grossbank Credit Suisse kommt dagegen aus dem Schlamassel nicht heraus. Nach einem verlustreichen ersten Quartal stellt die Bank auch für das laufende Quartal einen Verlust in Aus-sicht. Schuld sei das ungünstige Marktumfeld und weniger aktive Kunden. Wie schnell die Emo-tionen der Anleger umschlagen, zeigte sich während des Handelsverlaufs nach Bekanntgabe der Gewinnwarnung. Nachdem die Aktien zeitweise mit einem Abschlag von 7 Prozent handelten, schlossen sie mit einem Plus von knapp 4 Prozent. Grund für die Trendumkehr waren Übernah-megerüchte, wonach der US-Vermögenverwalter State Street an der CS interessiert sein soll. State Street verlor auf diese Meldung hin 5,4 Prozent.

Das Verhalten der US-Konsumenten

Zum zweiten Mal innerhalb von rund zwei Wochen hat der US-Detailhändler Target seine Prog-nosen kassiert. Aufgrund der rekordhohen Teuerung reduzieren Konsumenten ihre Ausgaben für Gartenmöbel, Innendekoration oder elektronische Gebrauchsgegenstände. Das Geld wird für Nahrungsmittel und Benzin benötigt. Die Probleme bei Target als unternehmensspezifisch abzut-un wäre falsch, denn der Detailhändler betreibt in den USA fast 2'000 Geschäfte und setzt damit pro Jahr rund 100 Milliarden Dollar um. Target kann also durchaus als Barometer für die US-Wi-rtschaft herhalten.

Der Ölpreis

Ein Preis von deutlich über 120 US-Dollar pro Ölfass war diese Woche die Norm. Damit handelt das schwarze Gold fast 60 Prozent über der Notierung von Anfang Jahr und entsprechend rückt eine Entspannung an der Inflationsfront in immer weitere Entfernung.