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25.07.2022

Roche und Italien mit einem Chefwechsel

Die Gewinnsaison läuft auf Hochtouren. Besonders im Fokus standen diese Woche die beiden Pharmaschwergewichte Novartis und Roche. Schliesslich machen die beiden Aktien fast 37 Prozent im Schweizer Leitindex (SMI) aus.

Die Ergebnisse brachten keine Überraschungen. Novartis musste im zweiten Quartal 2022 zwar einen leichten Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen, die Zahlen lagen aber auf der Gewinn-stufe über den Erwartungen. Auf Kurs ist die geplante Abspaltung der Generika-Sparte Sandoz. Ende Jahr wird entschieden, ob es zu einem Spin-off oder einem Verkauf kommt. Gleichzeitig wurden die im April angekündigten Sparmassnahmen konkretisiert. Novartis plant Kostenein-sparungen in der Grössenordnung von 1,5 Milliarden Dollar. In der Schweiz dürften rund 1'400 Stellen wegfallen. Kein grösseres Sparprogramm plant der Konkurrent Roche. Dieser konnte den Umsatz im ersten Halbjahr um 5,2 Prozent steigern. Auch beim Gewinn resultierte ein Plus. Glei-chzeitig kündigt Roche einen Chefwechsel an. Der langjährige CEO Severin Schwan übergibt seinen Posten an den bisherigen Leiter der Diagnostik-Sparte Thomas Schinecker und wird sich in Zukunft auf das Verwaltungsratspräsidium konzentrieren. Am Aktienmarkt lösten die Neuig-keiten keine grösseren Bewegungen aus.      

Europäische Zentralbank erhöht den Leitzins

Nun hat auch die Europäische Zentralbank (EZB) an der Zinsschraube gedreht. Aufgrund der re-kordhohen Inflation von zuletzt 8,6 Prozent in der Eurozone blieb ihr nichts anderes übrig. Mit der Zinserhöhung um 50 Basispunkte lässt die EZB die Negativzinsphase hinter sich. Um die In-flation in den Griff zu kriegen, werden aber weitere Zinsschritte folgen müssen. Damit bewegen sich die Währungshüter auf einem schmalen Grat. Bereits in den letzten Monaten sind die Zins-aufschläge der Peripheriestaaten deutlich gestiegen. So sind beispielsweise die Renditen der
10-jährigen italienischen Staatsanleihen auf über 3,5 Prozent gesprungen.

Ministerpräsident Mario Draghi tritt zurück

In Italien kommt eine politische Komponente hinzu: Mario Draghi tritt als Ministerpräsident von Italien zurück. Zwar hatte «Super-Mario» diese Woche eine Vertrauensabstimmung im Senat ge-wonnen – allerdings ohne die Stimmen der drei Regierungsparteien Lega, Forza Italia sowie der Fünf-Sterne-Bewegung. Unter diesen Umständen kam für Draghi ein Weitermachen nicht mehr in Frage. Neuwahlen sind damit kaum vermeidbar. Auch politisch ist in unserem südlichen Nach-barland deshalb mit einem heissen Sommer zu rechnen.