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Schweizer Unternehmen schlagen sich wacker
Seit fast einem Jahr lastet die Corona-Pandemie auf der Weltwirtschaft.
Besonders hart treffen die Eindämmungsmassnahmen den Dienstleistungsbereich. Aber auch viele Unternehmen mit global aufgestellten Produktions- und/oder Vertriebsketten leiden. Bet-riebe mit Schweizer Wurzeln hingegen sind im internationalen Vergleich bis jetzt verhältnis-mässig gut durch die Krise gekommen. Gründe dafür sind die liberalere Pandemiepolitik der hies-igen Regierung sowie die soliden Geschäftsmodelle vieler Schweizer Unternehmen. Dies spiegelt sich bisher auch in der aktuellen Berichtssaison wieder.
Eine gute Ausgangsposition
So hat etwa der Bauchemiespezialist Sika im vergangenen Geschäftsjahr den Gegenwind durch die Corona-Pandemie zwar gespürt, der Umsatz ist mit einem Minus von 2,9 Prozent jedoch nur leicht gesunken. Auch der Sanitärtechnikkonzern Geberit hielt sich mit einem Umsatzrückgang von 3,1 Prozent wacker. In beiden Fällen schlugen vor allem negative Währungseffekte zu Buche. Diese relative Stärke verschafft heimischen Unternehmen eine gute Ausgangsposition für die anlaufende Erholung der Weltkonjunktur. Im Bereich der Unternehmensübernahmen dürften sie daher künftig vermehrt mitmischen. Die Übernahme von Firestone Building Products, einer Tochter des japanischen Reifenherstellers Bridgestone, durch LafargeHolcim und jene des schwe-dischen Unternehmens Nordic Water durch Sulzer sind somit wohl erst der Anfang gewesen.
Grossbritannien und Schweiz in Gespräch
Für Gesprächsstoff sorgte diese Woche ausserdem das Thema Börsenäquivalenz. Die Aberken-nung der Gleichwertigkeit der Schweizer Börse durch die Europäische Union (EU) im Sommer 2019 hatte dem Handelsplatz London einen geschätzten Verlust von über einer Milliarde Fran-ken an täglichen Handelsumsätzen eingebracht. Dies möchte man von britischer Seite als frisch gebackenes Nicht-EU-Land nicht mehr länger hinnehmen. Aktuell laufen entsprechende Gesprä-che zwischen der Schweiz und Grossbritannien über eine gegenseitige Börsenäquivalenz. Sollte man sich einig werden, so könnte der Handel von Schweizer Aktien in London voraussichtlich im Februar bereits starten. Für Grossbritannien wäre dies die erste bedeutende Abkehr von der ehemals gemeinsamen EU-Finanzdienstleistungspolitik seit Ende der Brexit-Übergangszeit.