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SMI ohne klare Richtung
Der Swiss Market Index (SMI) bewegte sich diese Woche über weite Strecken seit-wärts. Unternehmensseitig sorgten die Grossbank Credit Suisse (CS) und der Chemie-konzern Ems für unerfreuliche Schlagzeilen. Beide Unternehmen gaben eine Gewinnwarnung heraus.
Im Rahmen einer ausserordentlichen Generalversammlung bewilligten die CS-Aktionäre eine rund 4 Milliarden Schweizer Franken schwere Kapitalerhöhung zur Restrukturierung des anges-chlagenen Finanzinstituts. Es gab aber auch positive Nachrichten. So sind die Auftragsbücher von U-Blox voll wie noch nie. Der Halbleiterspezialist bestätigte seine Finanzziele. Die Privatbank Julius Bär und der IT-Dienstleister SoftwareOne halten ebenfalls an ihrem jeweiligen Ziel fest. Eine Solaroffensive plant derweil die Axpo. Der grösste Schweizer Stromversorger will bis zum Jahr 2030 rund 1,5 Milliarden Franken in den Bau neuer Photovoltaikanlagen investieren. Am Montag hat der Versicherungskonzern Zurich sein im August angekündigtes Aktienrückkauf-programm gestartet. Bis Ende 2023 will das Unternehmen eigene Wertpapiere im Wert von bis zu 1,8 Milliarden Franken erwerben. Für Anlegerinnen und Anleger sind dies gute Neuigkeiten. Denn eine Kapitalherabsetzung lässt für gewöhnlich nicht nur den Aktienkurs, sondern auch die Dividende pro Aktie steigen.
Kein Ende des geldpolitischen Gegenwindes in Sicht
Gemäss den jüngsten FOMC-Protokollen denkt die US-Notenbank Fed derweil über eine Dros-selung des Zinserhöhungstempos nach. Sie begründet dies mit der Wirkungsverzögerung der bisherigen Zinsschritte. Die Börse reagierte auf die Nachricht zwar positiv, ein baldiges Ende des geldpolitischen Gegenwindes ist aber weiterhin nicht in Sicht. Die Anlegerinnen und Anleger gehen davon aus, dass die US-Zinsen 2023 bis auf knapp 5 Prozent steigen werden. Zudem reduziert die Fed stetig ihre Bilanzsumme und entzieht dem Markt so Liquidität.
Erholung erst im 2024
Die OECD gibt sich indes pessimistisch. Angesichts der Folgen des Ukraine-Kriegs hat die Industriestaatenorganisation ihre Wachstumsprognosen für die Schweizer Wirtschaft erneut nach unten revidiert. Als grösste Konjunkturrisiken benennt sie mögliche Störungen der Industrieproduktion infolge von Energieengpässen. Im laufenden Jahr soll das Bruttoinland-sprodukt (BIP) neu nur noch um 2,1 Prozent (statt 2,5%) wachsen. Für nächstes Jahr rechnet die OECD mit einem Plus von 0,6 Prozent, nach bisher 1,4 Prozent. Immerhin soll es 2024 eine leichte Erholung geben.