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11.02.2019

Staatsanleihen sind gefragt

Obwohl die Aktienmärkte seit Jahresbeginn nur den Weg nach oben kennen, sind die Anleger noch nicht gänzlich von der Rally überzeugt. Dies legen zumindest Daten zu den Zu- und Abflüssen aus US-Indexfonds nahe. Gemäss diesen haben US-Anleger im Januar unter dem Strich Kapital aus Aktien abgezogen. Ganz anders präsentiert sich die Situation am Obligationenmarkt.

Dort reissen sich institutionelle Investoren derzeit regelrecht um die Papiere der grössten Staats-schuldner. So war diese Woche eine 30-jährige Anleihe Italiens im Volumen von acht Milliarden Euro gleich fünffach überzeichnet. Das Land, welches gerade erst in die Rezession geschlittert ist, nutzt damit die Gunst der Stunde beziehungsweise die zuletzt deutlich gefallenen Rendit-eniveaus. Nicht verwunderlich, denn immerhin muss Italien dieses Jahr 250 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufnehmen. Auch die Staatsanleihen von Japan und den USA erfreuten sich zuletzt grosser Nachfrage. Und selbst am unteren Ende der Rating-Skala, bei den risikoreicheren Emit-tenten, fanden beispielsweise Griechenland und Ecuador mehr als genügend Abnehmer für ihre Schuldenpapiere.

Eidgenossen entgegnen dem globalen Trend

Insgesamt wird das Volumen an Staatsanleihen weltweit auch im 2019 deutlich zunehmen. Exemplarisch dafür ist das explodierende Haushaltsdefizit der USA, wo momentan scheinbar kei-ne Partei übermässiges Interesse an gesünderen Staatsfinanzen zu haben scheint. Im krassen Ge-gensatz dazu steht die Schweiz. Hierzulande schrumpft das Volumen an ausstehenden Eidgen-ossen dieses Jahr voraussichtlich um 3,3 Milliarden Schweizer Franken.

Fortschreitender Schuldenabbau des Bundes

Aufgrund der positiven Lage der öffentlichen Haushalte kann der Bund weiter Schulden ab-bauen. Inzwischen wurde er als grösster Emittent am Kapitalmarkt von den Pfandbriefinstituten überholt. Seit der Einführung der Schuldengrenze 2003 sank die Verschuldung kontinuierlich. Inzwischen kommt die Schweiz im Ranking der höchsten Staatsverschuldung weltweit nicht einmal mehr unter die Top100. Dank Schuldenabbau und Zinsrückgang ist der Zinsaufwand für den Bund über die vergangenen Jahre spürbar gesunken. Mittels längerer durchschnittlicher Laufzeiten will die Bundestresorerie diesen positiven Effekt möglichst lange aufrechterhalten.