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25.03.2019

Stadler Rail kündigt Börsengang an

Nachdem letzte Woche bereits das Tessiner Medizinaltechnik-Unternehmen Medacta den Börsengang für das zweite Quartal angekündigt hatte, folgte diese Woche der Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail. Über das Initial Public Offering (IPO) des vom landesweit bekannten Unternehmer Peter Spuhler geführten Konzerns wurde seit längerem spekuliert.

Nun soll also ernst gemacht werden. Peter Spuhler beabsichtigt die Hälfte seiner Aktien im Verlaufe des zweiten Quartals an der Schweizer Börse zu platzieren. Damit wird sich sein Anteil am Zughersteller von aktuell 80 Prozent auf 40 Prozent reduzieren. Der langjährige Patron bleibt aber der grösste Einzelaktionär und zudem Verwaltungsratspräsident.

Laufende Konsolidierung im Segment der Zughersteller

Für den Börsengang gibt es hauptsächlich drei Gründe: Erstens erleichtert er die Nachfolge-planung und erhöht die Flexibilität. Zweitens wird der Bekanntheitsgrad der Firma nochmals deutlich gesteigert. Und drittens erlangt der Konzern nun die Kapitalmarktfähigkeit, was die Handlungsoptionen in der sich stark konsolidierenden Industrie erhöht. Im Segment der Zug-hersteller findet nämlich ein Verdrängungskampf statt. In den letzten 20 Jahren ging die Anzahl der Anbieter von rund 200 auf noch knapp 20 namhafte Spieler zurück. Angeführt wird die Liste vom chinesischen Staatskonzern CRRC. Der Versuch, die Bahnsparte von Siemens und Alstom zusammenzuführen, wurde zwar von den Wettbewerbsbehörden verhindert – die Entwicklung in Richtung Oligopol wird aber weitergehen. Stadler Rail ist mit einem Umsatz von gut 2 Mil-liarden Schweizer Franken und 8‘500 Beschäftigten weltweit die Nummer Sieben und möchte bei der laufenden Konsolidierung selbst eine aktive Rolle spielen.

Hohe Nachfrage dank Megatrends

Aufgrund der hohen Nachfrage dürfte die Emission mehrfach überzeichnet werden. Die Zuteil-ung aus dem IPO wird für Privatanleger wohl entsprechend mager ausfallen. Die Börsenkap-italisierung könnte zum Start zwischen 3,5 und 4 Milliarden Franken betragen. Neben dem ho-hen Bekanntheitsgrad der Firma unterstützen auch diverse Megatrends die «Investment-Story». Die Urbanisierung erfordert einen massiven Ausbau der Nahverkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig steht die Schiene für eine nachhaltige und CO2-arme Alternative zum Strassen- und Luftverkehr. Die aktuelle Debatte zum Thema «Klimawandel» spielt Stadler Rail damit in die Hände.