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12.11.2018

US-Sanktionen treffen auch Schweizer Unternehmen

 

Am 5. November hat die USA die zweite Welle der Sanktionen gegen den Iran aktiviert. Die damit ver-bundenen negativen Wirtschaftsaussichten bewegen ausländische Unternehmen verstärkt zum Rückzug aus dem islamischen Land. Auch Schweizer Unternehmen sind betroffen.

 

 

 

Sanktionen der USA gegen den Iran haben eine lange Geschichte und gehen bis in das Jahr 1979 zurück. Damals war es US-Präsident Jimmy Carter, der iranisches Vermögen einfror. Um die Jahrtauendwende stieg der Sanktions-druck unter den Regierungen Clinton und Bush weiter an. Unter Barack Obama gewannen die Sanktionen ab 2010 schliesslich eine globale Reichweite. Dadurch wurde nun auch das Geschäft von nicht-amerikanischen Unternehmen anvisiert. Im Iran führte dies zu massiven Einschränkungen im Rohölhandel sowie bei Finanztransaktionen. Tatsächlich gelang es damit, die iranische Führung an den Verhandlungstisch zu holen. Nach fast zwei Jahren harter Diskussionen stand im Sommer 2015 dann letztlich der «Atom-Deal», den der heutige US-Präsident Donald Trump als den schlechtesten Deal aller Zeiten bezeichnet.

 

 

 

Schweizer Unternehmen expandierten in den Iran

 

Der iranische Präsident Rouhani konnte seinem Volk als Gegenleistung für die strikte Überwa-chung des Nuklear-programms verbesserte wirtschaftliche Perspektiven in Aussicht stellen. Denn der Iran stellt mit seinen 81 Millionen Einwohnern durchaus einen interessanten Markt für aus-ländische Unternehmen dar. Entsprechend herrschte im Handel zwischen der westlichen Welt und dem islamischen Land Anfang 2016 Aufbruchsstimmung. Auch Schw-eizer Unternehmen wie Straumann oder Autoneum sahen im Iran Wachstumspotential und expandierten in Richt-ung Mittlerer Osten. Schon im ersten Halbjahr 2017 stiegen die Schweizer Exporte in den Iran um mehr als 20% an.

 

 

 

Sanktionen der USA wirken sich auf Drittstaaten aus

 

Im Grunde genommen stand der «Atom-Deal» jedoch schon von Beginn an unter Druck, ins-besondere in den USA. Deren Ausstieg aus dem Abkommen konnte daher kaum überraschen. Am 5. November wurde nun die zweite Welle der US-Sanktionen aktiviert, welche primär auf den Handel mit iranischem Öl und die internationale Tätigkeit der iranischen Zentralbank abzielt. Rund 40% des Staatshaushalts Teherans hängen vom Öl- und Gasexport ab. Entsprechend schwarz sieht die Weltbank denn auch die Wachstumsaussichten für 2018 und 2019 (-1.5% bzw. -3.6%). Erneut treffen die US-Sanktionen damit auch Unternehmen aus Drittstaaten. Formell versucht die EU den Iran-Handel zwar weiter zu stützen, faktisch stimmen die Untern-ehmen aber mit den Füssen ab und ziehen sich zurück. Auch die Schweizer Industrie hält sich aufgrund drohender Bussen der USA zurück. Autoneum hat seine Expansion in den Iran inzwi-schen gar komplett rückgängig gemacht. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel: Nestlé unterhält seit Jahren Produktionsstätten im Iran und plant an diesen festzuhalten.