News

10.02.2020

US-Vorwahlen werden zum Debakel

Viele unerwartete Überraschungen sorgen für einen turbulenten Auftakt in US-Wahlkampf. Derweilen kämpft das Reich der Mitte nach wie vor mit dem grassierenden Coronavirus, das seine Spuren auch in den Konjunkturdaten hinterlässt.

Die Vorwahlen in Iowa hätten für die Demokraten den Startschuss zur Rückeroberung des Weis-sen Hauses im November markieren sollen. Stattdessen wurde die Wahl zu einem regelrechten Debakel. Probleme bei der Stim-menauszählung führten zu einer massiven Verzögerung bei der Bekanntgabe der Resultate. Dies war natürlich ein gefundenes Fressen für den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump. Per Twitter folgte eine Salve von verni-chtenden Kommentaren. Auch die demokratischen Präsidentschaftskandidaten zeigten sich alles andere als erfreut, hoff-ten sie doch auf einen schwungvollen Start in den bevorstehenden Wahlmarathon.

 

Weitere Überraschungen im US-Wahlkampf
 

Fast etwas untergegangen in dem ganzen Wirbel sind dabei die definitiven Resultate. Als Sieger ging überraschend Pete Buttigieg hervor. Er liess die meistgenannten Favoriten Bernie Sanders, Elizabeth Warren und Joe Biden alles-amt hinter sich. Die zweite grosse Überraschung war das schwache Abschneiden von Joe Biden, galt er doch als eigentlicher Kronfavorit. Noch ist es aber zu früh, um ein abschliessendes Fazit zu ziehen. Die weiteren Vorwahlen werden wohl noch die eine oder andere Überraschung bringen und weiterhin für Spannung sorgen.

 

 

Coronavirus beeinflusst die Konjunktur

Während sich in den USA alles um die Wahlen dreht, beschäftigt die Menschen in China und Asien vor allem das weiter grassierende Coronavirus. Mittlerweile haben sich weltweit fast 30‘000 Menschen mit dem Virus infiziert und die Zahl der Toten hat zuletzt die Marke von 500 überschritten. Klar ist auch, dass das Coronavirus deutliche Spuren auf der Konjunkturseite hin-terlassen wird. Das Wachstum im Reich der Mitte dürfte sich im laufenden Quartal um bis zu einem Prozentpunkt verlangsamen. Auch die Festlandbörsen in Shanghai und Shenzhen haben nach der chin-esischen Neujahrspause mit deutlichen Abgaben reagiert. Der CSI 300 Index verlor am ersten Handelstag fast 9,7 Prozent. Dank gütiger Mithilfe der chinesischen Notenbank (PBoC), welche mit der Bereitstellung von Liquidität Schlimmeres vermeiden half, haben sich die Aktienmärkte in Asien aber bereits wieder erholt. Auch in Europa und den USA ging es mit den Börsen wieder deutlich nach oben. Die Nonchalance der Anleger ist erstaunlich und stimmt uns kurzfristig weiterhin vorsichtig. Nach dem sehr turbulenten Januar dürfte es im Februar nämlich nicht weniger volatil weitergehen.

 

 

 

Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer