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20.10.2022

Zinssorgen belasten Börsen

Unter Abgabedruck standen insbesondere Finanzwerte, allen voran die Aktien der Credit Suisse, welche laut Medienberichten erneut ins Visier der US-Steuerfahnder geraten ist. Grund für die tieferen Kurse waren primär die erneut in den Vordergrund getretenen Zinssorgen der Anleger. Diese werteten die zuletzt robusten US-Arbeitsmarktdaten als Zeichen dafür, dass der geldpoli-tische Gegenwind nicht so schnell nachlassen wird. In ihrer Interpretation bestärkt wurden sie von den Protokollen zur letzten FOMC-Sitzung sowie den Äusserungen von SNB-Chef Thomas Jordan an der Jahrestagung von Weltbank und IWF: Die US-Notenbank Fed und die Schweizer-ische Nationalbank (SNB) wollen die Zinsen weiter anheben, um so die Inflation in Richtung Zielniveau zu drücken.

Erster Einblick in Schweizer Unternehmen

Als erstes Schweizer Unternehmen gewährte diese Woche der Aroma- und Duftstoffhersteller Givaudan Einsicht in seine Geschäftsbücher. Der Umsatz ist in den Monaten Juni bis September über sämtliche Bereiche und Regionen hinweg gestiegen. Beim organischen Wachstum verlor Givaudan jedoch an Schwung und verfehlte die Konsenserwartungen. Mit unverändert hohem Tempo wuchs indes Bossard. Der Umsatz des Industriezulieferers erhöhte sich im Vergleich zum dritten Quartal 2021 um 16,9 Prozent. Mehr Gewinn bei weniger verwalteten Vermögen hat derweil in den letzten neun Monaten die Privatbank EFG gemacht. Das Institut präsentierte zudem seine strategischen Ziele bis 2025.

Bank of England kämpft gegen Finanzkollaps

In Grossbritannien war die Bank of England (BoE) diese Woche gleich zweimal gezwungen, ihre Not-Anleihekäufe anzupassen und so einen drohenden Finanzkollaps abzuwenden. Zunächst hatte sie das Ankaufsvolumen verdoppelt. Nicht einmal 24 Stunden später weiteten die Wä-hrungshüter ihre Kauftätigkeit von langlaufenden Staatsanleihen (GILTs) auch noch auf inflations-indexierte Staatspapiere aus. Wie ernst die Lage ist, zeigt der Blick auf die Renditen für 10-jähr-ige GILTs: Diese haben sich seit Mitte August verdoppelt und sind aktuell mit gut 4,5 Prozent so hoch wie zuletzt 2008.