Nachfolgelösungen

Das Lebenswerk in «fremde» Hände legen: Management-Buy-In als Nachfolgelösung

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Viele Unternehmer haben keinen Nachfolger; weder in der Familie noch im Betrieb. Wollen sie, dass die Firma weiterbesteht, müssen sie einen externen Käufer finden. Welche Vor- und Nachteile ein Management-Buy-In (MBI) hat und worauf dabei besonders zu achten ist, erfahren Sie hier.

 

Der Verkauf an Dritte ist gang und gäbe

Wer seine Nachfolge plant, will sicherstellen, dass sein Lebenswerk erfolgreich weitergeführt wird. Eine Variante ist der Verkauf an externe Personen – ein Management-Buy-In (MBI). Früher galt dies als Notlösung, heute ist es gang und gäbe. Das MBI kommt fast gleich oft vor wie die familieninterne Nachfolge.

Grundsätzlich ist jeder Betrieb ein MBI-Kandidat. Weder die Grösse der Firma noch die Branche stehen einem Verkauf an Dritte im Weg. Hängt der Erfolg des Betriebes jedoch allzu stark von der Persönlichkeit und den Beziehungen des Unternehmers ab, lassen sich meist nur schwer Käufer finden.

Im Schnitt dauert ein MBI zwischen eineinhalb und zwei Jahre. Damit ist der Verkauf an Dritte die «schnellste» Form der Nachfolgeregelung. Voraussetzung ist ein gut strukturiertes Vorgehen.

 

Welche Vorteile bietet ein MBI?

  • Hoher Verkaufserlös
    Laut Studien ist der Verkaufserlös deutlich höher als beim Verkauf an Familienmitglieder oder langjährige Mitarbeitende, weil kein Familien- oder Loyalitätsdiscount gewährt wird.
  • Sicherung der Zukunft
    Externe Käufer bringen idealerweise neue Ideen in den Betrieb ein. Damit sorgen sie für einen Innovations-Boost.
  • Vermeiden von erbrechtlichen Schwierigkeiten
    Der Verkaufserlös fällt vollumfänglich den Verkäufern zu. Eine potenzielle Ungleichbehandlung ist ausgeschlossen.

Bei einem MBI kann das gesamte Unternehmen profitieren. Im besten Fall verfügen die Nachfolger über Ressourcen, um den nächsten Schritt zu machen:

  • Weiterentwicklung des Betriebs
    Die Nachfolger bringen fachliche Kompetenzen ein, die bisher nicht vorhanden sind.
  • Synergiepotenziale
    Es bestehen Synergien mit der bisherigen unternehmerischen Tätigkeit der neuen Geschäftsleitung.
  • Finanzielle Mittel
    Der finanzielle Spielraum der Firma vergrössert sich durch die neuen Besitzer.

 

Welche Nachteile kann ein MBI mit sich bringen?

  • Unternehmenskultur
    Die neuen Besitzer müssen das Vertrauen der Angestellten gewinnen.
  • Know-how-Transfer
    Es muss gewährleistet werden, dass bei der Übergabe das firmeneigene Wissen erhalten bleibt.
  • Ungewisse Zukunft
    Es steht den neuen Besitzern frei, das Unternehmen wieder weiterzuverkaufen.
  • Emotionale Hürden
    Das Lebenswerk in «fremde» Hände geben, fällt vielen Unternehmern schwer. Es kostet Überwindung.

 

Mit Struktur zum erfolgreichen Verkauf

Der Verkauf an Dritte ist ein Prozess, der Zeit braucht. Wer nichts dem Zufall überlässt, also gemeinsam mit Experten strukturiert vorgeht, erzielt erfahrungsgemäss die besten Resultate. Bevor der Verkaufsprozess angegangen wird, sollten sich Unternehmer jedoch folgende zwei Fragen stellen:

1. Ist mein Unternehmen bereit für ein MBI?
Potenzielle Käufer verlangen Sicherheit: Eine umfassende, transparente und wahrheitsgetreue Firmendokumentation ist deshalb Pflicht. Die Buchhaltung muss auf dem aktuellsten Stand, Betriebsabläufe sauber dokumentiert und die Infrastruktur gepflegt sein. Dazu gehören auch solide Verträge mit Lieferanten und Kunden. 

Neben der Erfüllung dieser formalen Voraussetzungen muss ein Betrieb auch funktionieren ohne ständige Anwesenheit des Inhabers. Idealerweise beginnt er deshalb frühzeitig, seine Aufgaben zu delegieren. Das braucht Zeit. Wer sein Unternehmen also für den Verkauf fit machen will, sollte dies nicht auf die lange Bank schieben. Umso mehr, weil sich ein enges zeitliches Korsett meist negativ auf die Höhe des Verkaufspreises auswirkt. 

2. Bin ich persönlich bereit für ein MBI?
Unternehmensnachfolge ist eine Herzensangelegenheit: Sein oft hart erarbeitetes Lebenswerk in fremde Hände geben, ist besonders schwierig. Unternehmer müssen sich deshalb Gedanken machen, was der Verkauf für sie selbst bedeutet. Das Setzen neuer Ziele und die Planung der Zeit nach dem Unternehmertum helfen beim Ablöseprozess. 

Ist der Verkaufsentscheid gefällt, ist es wichtig, das Unternehmen wie gewohnt weiterzuführen. Viele Verkäufer neigen dazu, mit dem Ruhestand vor Augen geschäftlich nachzulassen, auf Investitionen zu verzichten und Entscheide aufzuschieben. Dies kann sich negativ auf Umsätze, Kunden- und Geschäftsbeziehungen auswirken und den Wert des Unternehmens schmälern.

Neben den emotionalen Aspekten muss immer auch immer die persönliche Vorsorgesituation geklärt werden.

 

Verkaufsprozess: So läuft ein MBI ab

Ein Verkaufsprozess ist rechtlich und steuerlich komplex – und meist ein einmaliges Ereignis in der unternehmerischen Laufbahn. Es fehlt an Erfahrungswerten und Prozess-Know-how. Deshalb wird Verkäufern empfohlen, einen Profi wie beispielsweise die Business Broker AG beizuziehen.

Die Fachleute begleiten den Unternehmer über den gesamten Verkaufsprozess hinweg, von der Preisgestaltung bis zur Unterzeichnung des Vertrages: