«Auf einen Blick» – Unsere Sicht auf die Märkte

«Auf einen Blick» – Unsere Sicht auf die Märkte

Durchatmen und nach vorne schauen – ein neue Anlagejahr mit Chancen und Risiken hat begonnen. Unser erster Anlageguide für 2020 erklärt, was Anleger zu erwarten haben.

Konjunkturelle Stabilisierung

Nachdem sich die Vorlaufindikatoren 2019 über weite Teile im freien Fall befanden und das Rezessionsgespenst an einigen Industrieländern nur knapp vorbeigezogen ist, steht das Jahr 2020 in puncto Wachstum unter dem Motto «Stabilisierung auf tiefem Niveau». Die Schweiz dürfte sich erneut als solide behaupten, die USA werden an Vorsprung einbüssen und der Euroraum sollte im Vergleich zur Konkurrenz etwas aufschliessen können.

 

Sentiment-Pendel schwingt um

Rückenwind dürfte die Wirtschaft zu Jahresbeginn von den (geo)politischen Hot Spots des letzten Jahres erhalten. Der «Brexit» wird Ende Januar endgültig vollzogen werden und im Handelskrieg zwischen den USA und China gibt es nun eine erste Entspannung. Die Unternehmenslenker atmen spürbar auf. Für Anleger stellt sich die Frage, inwieweit diese positiven Entwicklungen schon eingepreist sind. Aus unserer Sicht bereits zu einem beträchtlichen Teil.

 

Notenbanken bleiben Stütze

Zählen können die Investoren aber auch 2020 weiterhin auf die Notenbanken. Im Dezember haben sowohl die US­ Notenbank als auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren expansiven Kurs bestätigt. Für Zinserhöhungen ist die Hürde dieses Jahr besonders gross, denn von Inflation fehlt hüben wie drüben jede Spur. Das Umfeld sehr tiefer beziehungsweise negativer Zinsen dürfte uns auch in den kommenden 12 bis 18 Monaten erhalten bleiben.

Anlagenotstand vs. hohe Bewertung

Angesichts der mittlerweile wieder deutlich erhöhten Bewertungen bei nahezu allen Anlageklassen wird 2020 mit Blick auf die Vermögensallokation besonders herausfordernd. Obligationen fallen als Renditetreiber aus und dienen allein noch als Puffer bei Kursrückschlägen von Aktien. Bei letzteren sind die Gewinnerwartungen zu hoch und das Potenzial nach oben limitiert. Diversifizierenden Anlagen wie Immobilien und Gold kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

 

Auch 2020 politische Risiken

Lange durchatmen können Anleger trotz der jüngsten Entspannungssignale auch dieses Jahr nicht. Die US­ Präsidentschaftswahl im November ist das politische Risiko ­Ereignis des Jahres und wird seinen Schatten schon bald auf die Märkte vorauswerfen. Sowohl für den Aktienmarkt als Ganzes als auch für einzelne Branchen ist mit höherer Volatilität sowie mit Überraschungen zu rechnen.