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Aktualitäten

Chart der Woche #32

Realzinsen im freien Fall

Zieht man von der nominalen Rendite einer Anleihe die Inflation ab, so erhält man ihre reale Rendite. Die expansive Geldpolitik der US-Notenbank Fed hat die realen Renditen von amerikanischen Staatsanleihen auf eine rasante Talfahrt geschickt. Zuletzt wurde gar bei -1.02% ein neues Allzeittief erreicht – vor 10 Jahren betrug die reale Verzinsung noch über 1%.

 

10jährige US-Staatsanleihen, reale Rendite

Grafik: 10jährige US-Staatsanleihen, reale Rendite

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

 

Updates zu Anlagebausteinen

Update: Aktien Schweiz

Der Anlagebaustein «Aktien Schweiz» schloss per Ende Juli mit einem Plus von 0.6% ab und lag im Monatsverlauf erneut deutlich über dem Benchmark.

 

Positiver Trend

Der positive Trend an den weltweiten Börsen setzte sich in der ersten Juli-Hälfe fort, wobei gegen Ende des Monats erneut Meldungen über ansteigende Infektionsraten Ängste vor einer zweiten Pandemie-Welle schürten.

 

Gutes Krisenmanagement in Schweizer Unternehmen

Mit zur Erholung beigetragen hat auch die aktuelle Berichtssaison. Zwar wurden die Prognosen im Vorfeld stark nach unten korrigiert. Ein Grossteil der Unternehmen konnte jedoch mit seinen Zahlen für das erste Halbjahr die tiefen Markterwartungen übertreffen, obwohl sich der wirtschaftliche Stillstand aufgrund der Covid-19-Pandemie seit Mitte Februar im Geschäftsgang der Firmen quer durch alle Branchen zeigt. Die Geschäftsergebnisse bestätigen jedoch wieder einmal eindrücklich, wie schnell und agil viele Schweizer Unternehmen mit Krisen umgehen können.

 

Starken Schweizer Franken im Griff

Neben dem durch die Corona-Pandemie bewirkten Einbruch hatten die Firmen im ersten Halbjahr ausserdem mit einem starken Franken zu kämpfen. Dieser scheint auf der Margenseite allerdings kaum Spuren hinterlassen zu haben, da Schweizer Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit gelernt haben, damit umzugehen.

 

Gewinner und Verlierer

Stärkster Performer im vergangenen Monat war der Labortechnik-Hersteller Tecan mit einem Plus von 14.4%. Der Geschäftsgang des Unternehmens zeigt sich von der Corona-Pandemie wenig beeindruckt, die Geschäftsleitung rechnet für 2020 mit einem ähnlichen Umsatzwachstum wie 2019. Positiv aufgefallen ist ausserdem der Pharma-Zulieferer Lonza (+13.7%), welcher von der Moderna-Partnerschaft profitiert und ebenfalls starke Zahlen lieferte. Mit einem Minus von 17.3% steht das Biotech-Unternehmen Idorsia am Schluss der Performance-Rangliste.

 

Rund ums Thema «Anlegen»

Erfolgreicher investieren ohne Emotionen

Das Bauchgefühl ist eine nützliche Sache. Es hilft uns, Situationen blitzschnell zu beurteilen und sofort zu handeln. Beim Geldanlegen sind Emotionen allerdings trügerische Ratgeber.

 

Emotionen sind als Anlagekompass nicht zu empfehlen

Jeden Tag treffen wir tausende Entscheidungen. Viele davon ganz automatisch und intuitiv. Weiterlesen oder nicht? Überholen oder warten? Zum Feierabendbier oder zum Sport? Wir handeln aus dem Bauch heraus. Doch so effizient das instinktive Denken auch sein mag – es ist in der Regel fehleranfällig. Deshalb sollte man seinem ersten Impuls nicht überall trauen. Zum Beispiel beim Geldanlegen: Wer sich aus persönlichen Befindlichkeiten und Gefühlen heraus leiten lässt, kann bisweilen ungünstige Anlageentscheide treffen – mit entsprechenden Konsequenzen.

Wenn es an den Märkten rund läuft, macht das Anlegen Spass. Tendieren die Kurse hingegen nach unten, kann es bedrückend werden – unüberlegte oder überstürzte Anlageentscheide sind schnell getroffen. Dieses typische Verhalten der Privatanleger beim Auf und Ab der Aktienmärkte illustriert die folgende Grafik.

Typische Anlageentscheide von Privatanleger, welche sich von Emotionen leiten lassen

Quelle: BhFS Behaviourals Finance Solutions, Grafik: Raiffeisen Schweiz

Warum Emotionen und Intuition schlechte Anlageratgeber sein können, zeigen ein paar einfache Beispiele:

  • Ihr Schwager gilt in der Familie als versierter Investor. Beim Familienfest schwärmt er von seinem jüngsten Coup und rät, sofort zu investieren. Sie folgen dem Rat: Das Vertrauen innerhalb der Familie und die Vorfreude auf das schnelle Geld veranlasst Sie zum Kauf – ohne eine eigene Analyse der Risiken.
    Resultat: Wenn sich die Investition als Fehlgriff erweist, ärgern Sie sich nicht nur über den Verlust, sondern auch darüber, dass Sie den Risiken keinerlei Beachtung geschenkt haben.
  • Medien und Online-Blogs schreiben seit Wochen über den unglaublichen Lauf der Börse. Sie beobachten das Geschehen, warten aber ab. Zuerst wollen Sie sehen, ob die Kurse auch nachhaltig und langfristig steigen. Dann aber erachten Sie es als höchste Zeit, dem Trend zu folgen und ebenfalls Aktien zu kaufen.
    Resultat: Eigentlich steigen Sie viel zu spät ein, denn einige Wochen nach Ihrer Investition erreichen die Kurse ihren Höhepunkt und geben danach wieder nach.
  • Sie interessieren sich beruflich wie privat stark für neue Technologien. Natürlich ist Ihnen dabei nicht entgangen, dass sich die Aktienkurse der grossen US-Tech-Konzerne sehr gut entwickelt haben. Davon wollen auch Sie profitieren und investieren einen grossen Anteil Ihres Vermögens in Ihre drei Favoriten.
    Resultat: Sie haben all ihre Mittel für eine einzige Wette eingesetzt, nämlich jene, dass die Technologiebranche sich weiter steil aufwärts bewegt und die Gewinne weiter sprudeln. Erleidet der Sektor aber einen Rückschlag, etwa als Folge einer stärkeren Regulierung, sind Sie davon übermässig stark betroffen.

 

Gefährlicher Herdentrieb

Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang insbesondere auch vom Herdentrieb. Der besagt, dass sich Menschen oft an dem orientieren, was andere tun. Sie gehen davon aus, dass das, was die «Herde» tut, auch gut für sie selbst ist.

Privatanleger sind von diesem Herdentrieb besonders betroffen: Sie springen zumeist erst spät auf einen Trend auf und hinken dem Markt deshalb hinterher. Sie kaufen, wenn die Kurse bereits stark gestiegen sind, und verkaufen bei einem Einbruch der Märkte auch erst sehr spät. Das kann Konsequenzen haben: Zahlreiche empirische Studien mit Privatanlegern konnten aufzeigen, dass dieses prozyklische Verhalten (sog. «buy high, sell low») eine jährliche Rendite-Einbusse von 4 bis 6 Prozent nach sich zieht.

Fazit: Beim Anlageentscheiden hat Intuition nichts verloren, erfolgreiche Anleger setzen besser auf Rationalität und Analyse. Trotzdem ist es gut zu wissen, welchen Einfluss die Emotionen auf unser Anlageverhalten haben können.

 

Auf Experten zählen

Um sich nicht von Emotionen leiten zu lassen, vertrauen viele Investoren auf die Unterstützung von Experten. Unsere Anlagespezialisten stützen sich bei ihren Entscheiden auf bewährte Modelle und Analysen zur optimalen Diversifikation und Risikokontrolle. Sie besitzen jahrzehntelange Erfahrung, behalten die Trends und Dynamiken an den Märkten weltweit immer im Blick, und verfügen über die nötige Disziplin. Dies sind die Voraussetzungen dafür, dass Emotionen bei Anlageentscheiden und -empfehlungen aussen vor gelassen werden können.

 

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