Devisenstrategien

Wechselkursabsicherung schafft Planungssicherheit

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Wechselkurse lassen sich mit einfachen Instrumenten kostengünstig im Voraus absichern. Damit verringern KMU ihre Währungsrisiken und erhalten Planungssicherheit. Die Wechselkursabsicherung erfolgt in der Regel mit einem Zeithorizont von bis zu 18 Monaten.
 

Mit Devisengeschäften gezielt Risiken ausschalten

In der Praxis befassen sich viele KMU im Rahmen der Planung für das nächste Jahr mit dem Thema Wechselkurse. Die erwarteten Einnahmen und Ausgaben in Fremdwährungen werden im Budget mit einem Planwechselkurs eingesetzt. Mit Termin- oder Optionsgeschäften kann dann für den in der Devisenstrategie definierten Teil des Fremdwährungsvolumens das Wechselkursrisiko ausgeschaltet werden. Das Unternehmen erhält so eine sichere Kalkulationsbasis und vermeidet unliebsame Budgetabweichungen.

 

Devisenstrategie bildet Basis zur Wechselkursabsicherung

Die Basis dafür bildet eine klar definierte Devisenstrategie. Sie bestimmt, welche Zahlungsströme in Fremdwährungen in welchem Umfang über welchen Zeitraum abgesichert und welche Instrumente dazu verwendet werden sollen. In der Devisenstrategie werden zudem die notwendigen Prozesse definiert und die Verantwortlichkeiten zugewiesen.

Absicherung mit den richtigen Deviseninstrumenten

Zumeist kommen kostengünstige Devisentermingeschäfte  und Devisen-Swaps  zum Einsatz. Neben einer kundenspezifischen Marge als Entschädigung verlangt die Bank die Hinterlegung einer Sicherheit. Etwas komplexer sind Devisenoptionen: Diese sind deutlich teurer als Termingeschäfte, haben aber den Vorteil, dass Kurschancen gewahrt bleiben.

Viele Unternehmen sichern im Rahmen der Budgetierung aber nur einen Teil ihrer Geldströme mit Termingeschäften fix ab. Für den Rest platzieren sie limitierte Kassaaufträge. Diese werden so gestaltet, dass sie die Risiken nach unten begrenzen, gleichzeitig aber die Chancen, von der tatsächlichen Entwicklung der Wechselkurse zu profitieren, beibehalten.
 

Beispiel für ein Devisentermingeschäft

Ein Möbeldesigner importiert aus Frankreich Hölzer im Wert von 100'000 Euro. Er muss die Ware in vier Monaten bezahlen. Um Planungssicherheit für seine Kundenofferten zu haben, möchte er den aktuellen Kurs von 1.1180 Franken auf den Zahlungszeitpunkt hin absichern. Dazu schliesst er mit seiner Bank ein Devisentermingeschäft zum Terminkurs von 1.1165 Franken ab und hinterlegt die notwendige Marge von 10 Prozent des Grundgeschäftsvolumens bei seiner Bank.

Unabhängig von der tatsächlichen Kursentwicklung liefert die Bank dem Möbeldesigner nach vier Monaten 100'000 Euro und belastet ihm dafür 111'650 Franken. Liegt der tatsächliche Euro-Kurs zu diesem Zeitpunkt beispielsweise bei 1.1500 Franken, konnte der Möbeldesigner einen Kursverlust von 3'350 Franken vermeiden. Ist der Kurs unter 1.1165 gesunken, wäre der Wechsel auf Kasse günstiger gewesen.

*Fiktives Beispiel, alle Angaben basieren auf Annahmen der Redaktion

Beispiel für ein Devisentermingeschäft

Beispiel für ein Devisentermingeschäft