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04.12.2017

Solide Ausgangslage für den Schlussmonat

Solide Ausgangslage für den Schlussmonat

Die konjunkturellen Vorgaben schaffen ein robustes Marktumfeld für den Dezember. Das spricht dafür, dass sich 2017 als Jahr mit historisch wenig Kursschwankungen auszeichnen wird, trotz diverser politischer Störfeuer. Wir halten daher an unserer neutralen Allokation für Aktien aus der Schweiz und der Eurozone fest. 

Nach einem insgesamt äusserst positiven Jahresverlauf nehmen die Märkte den Schlussmonat vor einer soliden Ausgangslage in Angriff. Unterstützend wirken die konjunkturellen Vorgaben, die ein robustes und über weite Teile global synchrones Wirtschaftswachstum anzeigen, das bislang eine Fortsetzung des steigenden Trends bei den Unternehmensgewinnen ermöglichte. Auch die Schweizer Wirtschaft konnte sich im auslaufenden Jahr ansatzweise – wenn auch teilweise mit deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Sektoren – vom Frankenschock erholen. So liegt die erste BIP-Schätzung für das dritte Quartal bei 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal, was die Jahreswachstumsrate zurück auf über 1 Prozent brachte. 

 

Schweizer Aktien mit starker Jahresperformance

Unterstützt durch diese konjunkturelle Aufhellung und den schwächeren Franken vermochten auch die Schweizer Aktien bis dato eine starke Jahresperformance zu verzeichnen. Seit der Finanzkrise konnte lediglich im 2013 ein stärkerer Kursgewinn erzielt werden. Somit präsentieren sich sowohl der Schweizer als auch die amerikanischen, europäischen und japanischen Aktienmärkten in einer robusten Situation. Mit einer moderaten geldpolitischen Normalisierung in den kommenden Quartalen dürften die Schwankungen an den Aktienmärkten jedoch nach der anhaltenden Ruhe teilweise wieder etwas zunehmen. Im bisherigen Jahresverlauf hat der Swiss Performance Index lediglich an sechs Handelstagen einen Verlust von mehr als einem Prozent ausgewiesen. Stärkere Korrekturen sollten allerdings durch die soliden Konjunkturdaten ausbleiben. 

 

Ereignisarme Situation für restliche Anlageklassen

Relativ ereignisarm dürfte sich die Situation auch für die restlichen Anlageklassen präsentieren. Bei den Obligationen hält das aufgehellte Umfeld für die Schwellenländer weiter an, weshalb wir die Perspektiven für entsprechende Staatsanleihen als positiv beurteilen. Gleichzeitig rechtfertigen die anhaltend niedrigen Zinsen in den Industriestaaten nach wie vor ein Präferieren von Unternehmens- gegenüber Staatsanleihen. 

Bei den alternativen Anlagen bleibt die Nachrichtenlage nach dem OPEC-Treffen insbesondere für Öl vorerst ebenfalls dünn. Ein Treffen, dessen Ergebnis nicht geneigt ist, unsere skeptische Haltung für den Ölmarkt zu ändern und eine Aufrechterhaltung der Untergewichtung angezeigt lässt. Zurückhaltend bleiben wir auch hinsichtlich des Ausblicks für Gold, während wir alternative Strategien weiterhin übergewichten. Neutral eingestellt bleiben wir hingegen bei indirekten Immobilienanlagen. Zwar sind diese seit Sommer deutlich unter Druck geraten. Doch angesichts der extrem tiefen Zinsen auf Obligationen bleiben die stabilen Ausschüttungsrenditen von Immobilienfonds weiterhin relativ attraktiv.

 

Marcel Crameri

Leiter Anlageberatung Raiffeisenbank Siggenthal-Würenlingen