Wissenswertes rund um Nachfolge

Nachfolgeproblematik in Schweizer KMU

Drucken

Studien belegen, dass über 90'000 KMU von einer offenen Nachfolge betroffen sind. Ein erfolgreicher Generationenwechsel ist deshalb für die Zukunft von jedem einzelnen dieser Unternehmen wesentlich. Aber warum tun sich viele mit der Nachfolge schwer? Erste Antworten und Fakten zur Nachfolgesituation in der Schweiz lesen Sie hier.

 

Über 90'000 KMU mit «offener Nachfolge»

Viele KMU tun sich mit dir Nachfolge schwer. Laut der Studie «KMU Nachfolge Schweiz 2022» des Wirtschaftsinformationsdienstes Dun & Bradstreet haben in der Schweiz zurzeit 15,1 Prozent der Unternehmen ein sich anbahnendes Nachfolgeproblem, weil ihre Inhaber respektive Verwaltungsräte und Gesellschafter bereits über 60-jährig sind und sich noch nicht oder nur unzureichend um ihre Nachfolge gekümmert haben.

 

Die Kleinen und Mittleren trifft es am härtesten

Prozentual am stärksten betroffen von «offenen Nachfolgen» sind die mittleren Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitenden. Laut Dun & Bradstreet sind von den Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitenden heute 15,7 Prozent von einer ungelösten Nachfolgeproblematik betroffen. Fast gleich stark mit 15,2 Prozent trifft es Kleinstunternehmen mit einer Grösse von 1 bis 9 Mitarbeitenden. Bei den grösseren Unternehmen mit 50 bis 249 Angestellten haben nur 7,9 Prozent die Nachfolge noch nicht geregelt.

Entsprechend nachvollziehbar ist, dass offene Nachfolgeregelungen am häufigsten Einzelfirmen (21,8 Prozent der Fälle) betreffen. Gefolgt von Aktiengesellschaften (15,7 %) und GmbHs (9,8 %). Die Kommanditgesellschaften (21,1 %) kämpfen intensiver mit offenen Nachfolgen als Kollektivgesellschaften (8,6 %).

Mittlere Unternehmen sind am stärksten von der Nachfolgeproblematik betroffen.

Mittlere Unternehmen sind am stärksten von der Nachfolgeproblematik betroffen.

 

Druckgewerbe mit häufigsten Nachfolgeproblemen

Das grösste Nachfolgeproblem besteht laut der Studie von Dun & Bradstreet im Druck- und Verlagsgewerbe, wo zurzeit 23,2 Prozent der Betriebe ein offenes Nachfolgeproblem haben. Gefolgt von den Architekturbüros (18,9 %), Reparaturdiensten (18,4 %) und Unternehmens- und Steuerberatern (18,4 %). Sehr hoch ist der Anteil und die absolute Zahl der betroffenen Firmen auch im Einzelhandel (17,7 %) und beim Baugewerbe (17.7 %).

Druckgewerbe mit häufigsten Nachfolgeproblemen

Druckgewerbe mit häufigsten Nachfolgeproblemen.

 

Nordwestschweiz mit dem grössten Anteil offener Nachfolgen

Betrachtet man die Schweizer Regionen, bewegt sich die Quote der offenen respektive ungeklärten Nachfolgeregelungen von Unternehmen in der Bandbreite zwischen 12,5 Prozent (Tessin) und 17,8 Prozent (Nordwestschweiz).

Die Nordwestschweiz mit den meisten offenen Nachfolgeregelungen

Nordwestschweiz mit der höchsten Quote an offenen Nachfolgen.

 

Welche Nachfolgelösung ist die häufigste?

Gemäss der Analyse von Dun & Bradstreet erfolgen in der Schweiz heute 41 Prozent aller Unternehmensnachfolgen familienintern, also mit einem «Family-Buy-Out» (FBO). Knapp dahinter mit einer Häufigkeit von 40 Prozent wird das Unternehmen von einem firmenexternen Management gekauft und übernommen, was einem «Management Buy-In» (MBI) entspricht. Mit 19 Prozent der Fälle rangiert das «Management-Buy-Out» (MBO), also die Übernahme des Unternehmens durch bestehende Mitarbeitende, an dritter Stelle.

Was die effektiv beanspruchte Zeit betrifft, unterscheiden sich die drei Nachfolgelösungen wesentlich voneinander. Die laut Dun & Bradstreet durchschnittliche Dauer zwischen Erstkontakt von Übergeber und Übernehmer beträgt bei einem Management Buy In (MBI) 1,6 Jahre, bei einem Management Buy Out (MBO) 3,3 Jahre und bei einem Family Buy Out (FBO) sogar 6,6 Jahre.

Familieninterne Nachfolgen dauern am längsten

Familieninterne Nachfolgen sind am häufigsten

Nachfolgeplanung rechtzeitig und richtig angehen

Es lohnt sich, die Nachfolgeregelung in Ihrem KMU rechtzeitig anzugehen. Erfahren Sie, welche Vorbereitungen nötig sind, um nicht unter Zeitdruck zu geraten.