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Mieten oder Kaufen - eine Frage der Situation
Immer mehr Menschen verwirklichen den Traum vom Eigenheim. Mit ein Grund ist die Tiefzinsphase der letzten Jahre. Ob Kauf oder Miete die passende Lösung ist, muss im Einzelfall umsichtig geprüft werden. Beide Wohnformen bieten Vor- und Nachteile.
Die Schweiz hat die mit Abstand tiefste Wohneigentumsquote in ganz Europa. Trotzdem sind die Schweizer nicht mehr nur ein Volk der Mieter. Seit 1990 ist die Wohneigentumsquote von 31 auf knapp 40 Prozent gestiegen. Gerade während der Tiefzinsphase der letzten Jahre haben sich viele Haushalte für den Kauf von Wohneigentum entschieden – Tendenz nach wie vor steigend. Vor dem Entscheid für oder gegen die eigenen vier Wände gilt es zu klären, ob man überhaupt geeignet ist für Wohneigentum.
Vor- und Nachteile bei beiden Wohnformen
Mieter zu sein hat einen entscheidenden Vorteil: Flexibilität. Wenn sich die Lebensumstände ändern, lässt sich das Mietobjekt meistens innerhalb weniger Monate kündigen. Bei einem Stellenwechsel ist man als Mieter nur bedingt an einen Ort gebunden. Ändert sich die finanzielle Situation – etwa bei einer Scheidung oder Trennung, Arbeitslosigkeit oder der Pensionierung – findet sich einfacher eine neue Bleibe. Auch ein längerer Auslandaufenthalt liegt problemlos drin. Zudem müssen sich Mieter weniger engagieren und können sich für Reparaturen bei der Verwaltung melden, grössere Investitionen entfallen.
Weitaus weniger flexibel sieht das beim Wohneigentum aus. Wer ein Haus kaufen will, sollte sowohl beruflich als auch in der Familie in absehbarer Zukunft in eher stabilen Verhältnissen leben. Dafür erhält man Sicherheit: In den eigenen vier Wänden kann man ein Leben lang bleiben. Das Eigenheim kann nach eigenem Geschmack umgebaut werden, ganz ohne die Zustimmung eines Vermieters. Wohneigentümer können Steuerabzüge geltend machen und bis zum Erreichen des Rentenalters ist ein Grossteil der Immobilie in der Regel abbezahlt.
Eigenheimkauf will finanziert werden
Die Marktperspektiven für Wohneigentum deuten auf eher stabile Preise hin. Kaufinteressenten nehmen sich am besten Zeit, im Rahmen ihrer Bedürfnisse und Preisvorstellungen das bestmögliche Objekt zu finden. Ist die Suche von Erfolg gekrönt, geht es an die Detailabklärung der Finanzierbarkeit respektive Tragbarkeit. Der Belehnungswert des Eigenheims kann höchstens zu 80 Prozent mit Hypotheken belastet werden. Für die Differenz von 20 Prozent sind Eigenmittel einzubringen. Davon dürfen nur zehn Prozent aus der Pensionskasse vorbezogen werden. Die restlichen zehn Prozent sind in Form von liquiden Mitteln, Spargeldern, Wertschriften, Erbvorbezüge oder Guthaben der freiwilligen 3. Säule einzuzahlen.
Grundsätzlich gilt die Faustregel, dass die Zinskosten, die Amortisation der Hypothek sowie die Unterhaltskosten in der Höhe von einem Prozent des Belehnungswerts insgesamt höchstens ein Drittel des Einkommens ausmachen dürfen. Zur Berechnung der Zinskosten wird ein kalkulatorischer Zinssatz von fünf Prozent eingesetzt. Letztlich ist die Hypothek innert 15 Jahren auf zwei Drittel des Belehnungswertes abzubauen.
Für eine genaue Einschätzung der Immobilie bezüglich Finanzierung und Tragbarkeit empfiehlt sich ein Termin bei Ihrer Raiffeisenbank.