Geschichte

Eschlikon

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Dorfpartie in Hurnen
Dorfpartie in Hurnen

Die Dörfer Eschlikon, Wallenwil und Hurnen, die heute zusammen die Gemeinde Eschlikon bilden, waren bis Mitte des 20. Jahrhunderts hauptsächlich von Bauernfamilien besiedelt. Viele der Bauern verrichteten neben den Pflichten auf dem Bauernhof noch zusätzliche Arbeit in einer Senke südlich des Dorfes Eschlikon, wo sie Lehm abbauten und zu Lehmziegeln verarbeiteten.

 

Auch das Torfmoor in der Nähe des Dorfes wurde genutzt, um Material für Heizzwecke und die aufkommende Industrie herzustellen.

Ab dem 18. Jahrhundert wurde die Dorfwirtschaft vor allem von der Textilindustrie geprägt.

1875 gründet die Bürgergemeinde Eschlikon eine Darlehens- und Viehleihkasse. Das junge Unternehmen erlebt innert kurzer Zeit einen erstaunlichen Aufstieg. Das Startkapital von CHF 50‘000 wurde schon bald auf CHF 100‘000 verdoppelt.

 

Schulhaus in Eschlikon
Schulhaus in Eschlikon

Die Gemeinde erbaut ein neues Schulhaus und unterstützt diverse Vereine mit der Gewinnsumme ihrer Kasse. Es wird zudem auch ein Reservefonds angelegt.

 

Eine ausserkantonale Tageszeitung bezweifelt die Richtigkeit des Geschäftsberichtes im Jahr 1876. Dem Verwalter konnten betrügerische Finanztransaktionen nachgewiesen werden. Zudem wickelten die Kontrollorgane ihre Bankgeschäfte mit reiner Leichtgläubigkeit und Sorglosigkeit ab, was zwangsmässig zum Untergang der Kasse führen musste.

Dem Konkurs der Kasse folgte der erste Weltkrieg, der Niedergang der Heimstickerei und ab dem Jahre 1930 die allgemeine Weltwirtschaftskrise.

Erst mit dem Wirtschaftsboom der westlichen Industrie in den Fünfzigerjahren können die Finanzgeschäfte der Gemeinde Eschlikon neu aufblühen.

Restaurant Löwen
Die Hauptstrasse in Eschlikon mit dem Restaurant Löwen und dem alten Schulhaus mit Türmchen

Trotz unruhigen Zeiten und einer schlechten wirtschaftlichen Ausgangslage wird die Darlehenskasse Eschlikon am 24. Juni 1928 im Gasthaus Löwen gegründet. Die Darlehenskassen der angrenzenden Gemeinden, darunter auch die Raiffeisenkasse in Bichelsee, dienen der Darlehenskasse von Eschlikon als Vorbild.

Die 25 Mitglieder müssen ihren Anteilschein von CHF 100 in vierteljährlichen Raten zu CHF 25 abzahlen.

Nach dem Konkurs der Vorgängerbank „Darlehens- und Viehleihkasse“ handelt man nach folgendem Geschäftsprinzip: „Sicherheit vor allem“.

Folgende Niederschrift eines präsidialen Votums zeugt von der Angst eines erneuten Scheiterns:

„Der Wunsch des Präsidenten ist, durch möglichst gute und vorsichtige Verwendung der anvertrauten Gelder auch jene Skeptiker von der Sicherheit unserer Cassa zu überzeugen, welche noch von der leidigen Bankgeschichte in Eschlikon her, Misstrauen haben.“

Holzmannshaus
Hier amtete Jakob Greuter, Holzmannshaus, als erster Kassier

Von 1928 bis 1962 kann die Bank Fuss fassen und die Bankgeschäfte werden während 34 Jahren in drei verschiedenen Bankräumlichkeiten ausgeübt;  im Holzmannshaus, im Oberdorf sowie an der Ziegeleistrasse. Diese Standorte sind zugleich die Wohnsitze der Kassiere.

Das Spektrum der Genossenschafter der neuen Darlehenskasse reicht vom Tagelöhner, über den Gewerbetreibenden bis hin zum Akademiker.

Riegelhaus

In diesem Riegelhaus im Oberdorf in Eschlikon war Jakob Sieber ab 1931 als Kassier tätig

Ziegeleistrasse

Die Kassengeschäfte wurden zwischen 1937 und 1963 bei Jakob Häberlin an der Ziegeleistrasse abgewickelt.

 

1963 wird die erste eigene Liegenschaft an der Bahnhofstrasse 3 in Eschlikon erworben.

1974 wird die „Darlehenskasse Eschlikon“ in „Raiffeisenkasse Eschlikon“ umbenannt.

Neues Bank- und Postgebäude in Eschlikon
Neues Bank- und Postgebäude in Eschlikon

1977 werden die neuen Banklokalitäten an der Bahnhofstrasse 16 bezogen. Im Wohn- und Geschäftshaus eröffnet ebenfalls die Schweizerische Post ihre Schalter.

1978 feiert die Raiffeisenbank Eschlikon ihr 50-jähriges Bestehen.

1980 erreicht die Bank erstmals eine Bilanzsumme von CHF 20 Millionen. Ein Jahr später nimmt die Bank den Namen „Raiffeisenbank Eschlikon“ an.

Bahnhofstrasse 34a
Bahnhofstrasse 34a

Im Dezember 1995 werden die neu erbauten, eigenen Banklokalitäten der Raiffeisenbank Eschlikon an der Bahnhofstrasse 34a bezogen.

Am 15. März 2008 stimmen die Genossenschafter einer Fusion mit der Raiffeisenbank Bichelsee-Turbenthal zu.

Ziel der neu gestalteten „Raiffeisenbank am Bichelsee" ist es, ihre Finanzgeschäfte wie bisher weiterzuführen. Dabei stehen vor allem der freie Markt und die gute Beziehung zum Kunden im Vordergrund.

Hiermit beginnt eine erfolgreiche Zukunft für die drei Banken Bichelsee, Turbenthal und Eschlikon.

Im Dezember 2018 wird die neue Beratungsbank an der Bahnhofstrasse 44 bezogen. 

Beratungsbank