Raiffeisen KMU PMI (Konjunkturindikator)

Die Ungewissheit bei den KMU bleibt gross

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Der Raiffeisen KMU PMI ist im Februar von 37.2 auf 44.3 Punkte angestiegen, blieb damit aber deutlich unter der Wachstumsmarke von 50. Längere Lieferfristen deuten auf Probleme in den Wertschöpfungsketten hin. Auch die Homeoffice-Pflicht scheint Probleme zu bereiten. Insgesamt ist die Stimmung der KMU damit weiter bedrückt.
 

Die Stimmung bei KMU aus der Industrie ist im Gegensatz zu den Grossunternehmen weiterhin pessimistisch. «Die meisten unserer Kunden sind in Kurzarbeit – ähnliches hat es noch nie gegeben. Besonders schlimm ist die Ungewissheit, wie es weiter geht», teilt z.B. ein KMU aus der Druckbranche mit. Gleichwohl schätzen die von Raiffeisen im Februar befragten KMU ihre Geschäftslage insgesamt nicht mehr ganz so negativ ein wie im Vormonat. Der Anteil der Betriebe, die eine Verschlechterung melden, verringerte sich von 50 % auf ein Drittel, während der Anteil der positiven Antworten von 15 % auf 20 % stieg. Der Raiffeisen KMU PMI erholte sich deshalb merklich von 37.2 auf 44.3 Punkte, blieb damit aber unverändert unter der Wachstumsschwelle von 50. 

Alle Subkomponenten stiegen im Februar an, besonders stark der Auftragsbestand (von 32.1 auf 42.9) sowie die Produktion (von 33.5 auf 43.5) und dies obwohl die Sportferien und das harte Winterwetter die Geschäftstätigkeit vereinzelt bremsten. Als einzige Subkomponente notieren die Lieferfristen über der 50er-Marke, was diesmal aber nicht unbedingt nur Ausdruck einer gestiegenen Kapazitätsauslastung ist. Denn zuletzt kam es bei den Wertschöpfungsketten wieder vermehrt zu Störungen. Die Corona-Krise hat den Welthandel durcheinander gewirbelt, weshalb es auch ohne Betriebsschliessungen zu Engpässen bei den Frachtkapazitäten und zu verlängerten Lieferzeiten kommt. 

Eine Reihe der befragten KMU weist explizit auf die seit dem 18. Januar geltende Homeoffice-Pflicht als Negativfaktor hin. «Das bremst die internen Prozesse enorm» sagt der Geschäftsführer einer kleinen Maschinenwerkstatt in Neuenburg. In dieselbe Kerbe schlägt der Besitzer einer mittelgrossen Druckerei im Berner Oberland: «Die Lage am Markt ist sehr bedrückend und das Homeoffice wirkt voll durch». Solche Meldungen deuten darauf hin, dass sich viele KMU im produzierenden Gewerbe erst seit neuestem intensiv mit der Arbeit im Homeoffice auseinandersetzen und noch nicht daran gewöhnt sind.

links: Raiffeisen KMU PMI Februar 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI Februar 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

 

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

 

Okt 20

Nov 20

Dez 20

Jan 21

Feb 21

Gesamtindex

46.3

44.0

43.3

37.2

44.3

Auftragsbestand

45.4

40.1

40.5

32.1

42.9

Produktion

46.5

43.5

40.2

33.5

43.5

Beschäftigung

46.5

47.0

41.4

41.0

41.4

Lieferfristen

47.7

48.8

52.4

46.2

50.6

Einkaufslager

46.0

44.2

50.0

40.1

46.7


50 = Wachstumsschwelle

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Raiffeisen-Ökonom Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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