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Aufholbedarf bei Vorsorgefonds

Frauen haben im Alter oft ein kleines Budget – das zeigt das Raiffeisen Vorsorgebarometer 2023. Unsere Vorsorgeexpertin ordnet drei zentrale Studienerkenntnisse ein und erklärt, wie Frauen Vorsorgelücken verhindern.

Erkenntnis #1

Nur jede vierte Schweizerin hat im Alter mindestens 80 Prozent ihres letzten Lohns.

So viel Geld haben Frauen nach der Pensionierung zur Verfügung

Rentnerinnen und Rentner sind aktiver als früher. Nach der Pensionierung sinken die Ausgaben darum oft nicht substanziell. Ein Problem – gerade für Frauen. Nur 25 Prozent von ihnen haben im Alter noch 80 Prozent oder mehr ihres letzten Lohns zur Verfügung.

Vorsorgeexpertin Andrea Klein sagt: «Altersvorsorge bedeutet Eigenverantwortung.»

  • Sie können sich nicht nur auf AHV und Pensionskasse verlassen. Für alles, was über die Grundsicherung hinaus geht, sind Sie selbst verantwortlich. Kümmern Sie sich deshalb frühzeitig um Ihre private Vorsorge – beispielsweise mit der Säule 3a. 
  • Wenn Sie Teilzeit arbeiten, sollten Sie bei den Leistungen Ihrer Pensionskasse genau hinschauen. Fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach teilzeitfreundlichen Optionen.
  • Setzen Sie sich mit Ihren persönlichen Risikofaktoren auseinander. Spielen Sie verschiedene Szenarien durch und schätzen Sie die Folgen für Ihre Vorsorge ab. Dazu gehören auch Trennung oder Scheidung – so unangenehm der Gedanke sein mag.

Erkenntnis #2

Nur 37 Prozent der Schweizer Bevölkerung sprechen über ihre Altersvorsorge.

Über diese finanziellen Themen spricht die Bevölkerung

Die meisten Menschen diskutieren finanzielle Fragen. Nur vier Prozent geben an, kaum über Geld zu sprechen. Bei einem besonders wichtigen Thema besteht jedoch Nachholbedarf: Nur etwas mehr als ein Drittel redet über die Altersvorsorge.

 

Vorsorgeexpertin Andrea Klein sagt: «Vorsorge ist ein partnerschaftliches Unterfangen.»

  • Sprechen Sie über Vorsorge! Partnerschaftsthemen wie Heirat oder Konkubinat, Elternschaft und Arbeitsaufteilung wirken sich stark auf die Vorsorgesituation aus. Das betrifft insbesondere Frauen. Sie reduzieren ihr Erwerbspensum wesentlich häufiger zugunsten der Familie.
  • Ein reduziertes Pensum bedeutet ein tieferes Einkommen und damit auch niedrigere Einzahlungen in AHV und Pensionskasse. Die Folge sind Vorsorgelücken.
  • Um diese Vorsorgelücken zu schliessen, sollten Sie rasch handeln. Versuchen Sie den jährlichen Säule-3a-Maximalbetrag auszuschöpfen. Wenn Ihr Partner mehr verdient als Sie, kann er Sie dabei unterstützen und auch in Ihre Vorsorge einzahlen.

Erkenntnis #3

Vorsorge mit Wertschriften wird immer beliebter, doch Frauen zögern.

Frauen sind beim Anlegen zurückhaltender als Männer

Die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer hat eine Säule 3a. Gut 42 Prozent davon sorgen mit Wertschriften vor, in erster Linie mit Vorsorgefonds. Das ist ein neuer Rekordwert. Allerdings sind die Männer mit 48 Prozent nach wie vor in der Überzahl. Bei den Frauen sind es nur 35 Prozent.

Vorsorgeexpertin Andrea Klein sagt: «Frauen müssen ihre Schwellenangst überwinden.»

  • Um von den Renditechancen an den Finanzmärkten zu profitieren, müssen Sie kein Börsenprofi sein. Vorsorgen mit Wertschriften ist genauso einfach wie E-Banking – dank unkomplizierten digitalen Lösungen.
  • Zahlen Sie so früh wie möglich in einen Vorsorgefonds ein. Schon mit kleineren Beträgen können Sie langfristig Vorsorgelücken schliessen. Je früher sie loslegen, desto mehr Zeit hat das Vorsorgevermögen, um zu wachsen.

Zur Studie

Raiffeisen Vorsorgebarometer 2023

Das Raiffeisen Vorsorgebarometer ist eine repräsentative Studie, die jährlich in Zusammenarbeit mit der ZHAW durchgeführt wird. Sie zeigt auf, wie die Schweizer Bevölkerung in Bezug auf die Altersvorsorge tickt. Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung, die vom 9. bis 29. Juni 2023 in allen Landesteilen durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen 1'052 Personen im Alter von 18 bis 65 Jahren teil.

Ihre Vorsorgeexpertin Andrea Klein

Portrait Andrea Klein

Andrea Klein

Leiterin Fachzentrum Finanzplanung

Andrea Klein ist Vorsorgeexpertin bei Raiffeisen Schweiz. Sie leitet das Fachzentrum Finanzplanung.

Zusammenfassung

Aufholbedarf bei Vorsorgefonds

Die jährliche Vorsorgestudie von Raiffeisen und der ZHAW zeigt: Frauen sind bei der Vorsorge zurückhaltend. Als Folge müssen sie im Alter oft mit wenig Geld auskommen. So lassen sich Vorsorgelücken verhindern:

  • Kümmern Sie sich frühzeitig um Ihre private Vorsorge und spielen Sie auch Szenarien wie Trennung oder Scheidung durch.
  • Sprechen Sie zuhause über Vorsorge! Arbeiten Sie zum Beispiel Teilzeit, kann Ihr Partner auch in Ihre Säule 3a einzahlen.
  • Überwinden Sie die Schwellenangst und investieren Sie in Vorsorgefonds. Dafür müssen sie kein Börsenprofi sein.

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