Mit Erfolg zur Unternehmensfinanzierung

«Das Beste aus zwei Welten» – wie Unternehmen den Röstigraben überbrücken

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Zusammenarbeit statt Konkurrenz: Die Bautrocknungsspezialistin Suter AG suchte einen Westschweizer Partner; gleichzeitig hielt die Genfer Energie Durable SA, die mit Holzpellets handelt, Ausschau nach einem neuen Tätigkeitsfeld. Bevor die beiden Unternehmen allerdings zusammenspannen konnten, musste Kapital für die neue Allianz gefunden werden.

«Wir wollen das Beste aus zwei Welten kombinieren», sagt Patrick Schmutz. Der Geschäftsleiter von Energie Durable meint damit nicht nur das Zusammenspannen zweier Unternehmen, sondern auch eine Allianz über den Röstigraben hinweg. Energie Durable aus Genf handelt mit Naturholzpellets und Holzschnitzeln und bietet mobile Heizsysteme an. Die Anlagen dafür mietete sie bislang bei der Suter AG in Dietikon, einer Spezialistin für Bautrocknung. Anstatt sich auf dem Markt zu konkurrieren, wollen Energie Durable und Suter zusammenwachsen. «Suter hätte sich nicht getraut, ohne lokalen Partner in der Westschweiz Fuss zu fassen; und wir bei Energie Durable suchten ein neues Tätigkeitsfeld», erklärt Patrick Schmutz.

 

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  • Patrick Schmutz, Geschäftsleiter der Energie Durable SA
    Patrick Schmutz ist Geschäftsleiter von Energie Durable und handelt mit Pellets.
  • Pellets aus Naturholz
    Eine ökologische Alternative zu Ölheizungen: Pellets sind Presslinge aus Naturholz …
  • Ofen der Energie Durable SA
    … die verbrannt werden und so für Wärme sorgen.
  • Mobile Heizsysteme mit Pellets
    Energie Durable SA hat sich mit der Bautrocknungsspezialistin Suter zusammengetan. Gemeinsam bieten sie in einer neuen Firma mobile Heizsysteme mit Pellets an.
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    Gesucht: Geld für die neue Gesellschaft

    So ist eine neue Gesellschaft entstanden: die Suter Romandie, mit der die beiden Partner die Vermietung mobiler Pelletheizungen nun gemeinsam abwickeln. Genügend Kapital für die neue Allianz bereit zu stellen, war die erste Herausforderung, die sich den Unternehmen stellte. «Wir mussten Geld für die Gesellschaft und für neue Maschinen beschaffen», erklärt Patrick Schmutz. Energie Durable hat dazu von Raiffeisen ein Darlehen erhalten, um die Beteiligung an der Suter Romandie zu finanzieren. Dieses Kapital ist mit fixen Kosten und einer festen Amortisationsdauer konzipiert, was das Cash Management planbar macht. «Nachdem wir bei etlichen Banken vorgesprochen hatten, sind wir bei Raiffeisen auf offene Ohren gestossen. Obwohl Raiffeisen damals noch nicht unsere Hausbank war, wurde der Kredit sogar freigegeben, bevor wir mit der neuen Gesellschaft am Start waren – völlig unbürokratisch.»

     

    Rechenbeispiel: Gründungsfinanzierung

    Gründung: 0,8 Mio. CHF*

    Finanzierungsmix

    • Eigenkapital
    • Darlehen

     

    0,4 Mio. CHF

    0,4 Mio. CHF

    Zins 3 bis 5 Prozent
    Zinskosten pro Jahr 12'000 bis 20'000 CHF
    Amortisation 5 Jahre


    *Fiktives Rechenbeispiel, alle Zahlen basieren auf Annahmen

    Bauunternehmen für Pelletheizungen begeistern

    Ziel der neuen Firma ist es, Bauunternehmen für mobile Pelletheizungen zu begeistern und ihnen diese zu vermieten. Mobile Heizsysteme werden auf Baustellen eingesetzt, damit auch den Winter hindurch gearbeitet werden kann, ohne dass sich Feuchtigkeit im Mauerwerk festsetzt oder die Mitarbeitenden frieren. Sie finden aber beispielsweise auch Anwendung in Festzelten, bei Sportveranstaltungen oder der Heutrocknung. Pelletheizungen erzeugen Wärme, indem im Heizkessel kleine Presslinge aus Holzspänen und Sägemehl – Holzpellets – verfeuert werden. 

     

    Effiziente und konkurrenzfähige Heizsysteme

    Diese Technologie gibt es bereits seit zehn Jahren. In der Schweiz seien trotzdem erst ein paar Hundert mobile Pelletheizungen im Einsatz, schätzt Patrick Schmutz. Im Verhältnis zu den 12'000 mobilen Ölheizungen ist das eine verschwindend kleine Zahl. «Die Unternehmer kennen unsere Lösungen mit Holz wohl noch zu wenig oder sind skeptisch», sagt Schmutz. «Dabei sind unsere Heizsysteme sehr effizient und konkurrenzfähig.» Und sie bieten eine umweltfreundliche Alternative zu mobilen Ölheizungen, die gesamtschweizerisch jährlich etwa 300'000 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) ausstossen. 

     

    Alternativen zu energieintensiven Technologien

    «Die Idee hat uns überzeugt, weil auch uns Nachhaltigkeit am Herzen liegt und wir Alternativen zu energieintensiven Technologien fördern wollen», sagt Konstantinos Papaioannou, Vize-Direktor der Raiffeisenbank Région Genève Rhône. Zudem pflege man bereits Beziehungen zur Muttergesellschaft Serbeco – «da war es selbstverständlich, dass wir Energie Durable unterstützen.» Mit einer Leasing-Lösung für die künftige Beschaffung von Lastwagen bekommt Energie Durable von Raiffeisen zudem ein weiteres Instrument an die Hand, um zu expandieren und Neuland zu erschliessen.

    Über Energie Durable SA

    Mobile Heizsysteme im freien

    Die Energie Durable mit Sitz in Satigny ist Expertin für Heizen mit Holz. Das fünfköpfige Team um Geschäftsleiter Patrick Schmutz beliefert Firmen und Private mit Holzpellets und Holzschnitzeln. Die Energie Durable SA ist Teil der Serbeco-Gruppe.

    www.energiedurable.ch