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Von Sachwerten profitieren – Wie Sie Ihr Vermögen vor Geldentwertung schützen

Das beliebte Sparkonto hat im aktuellen Tiefzinsumfeld als Anlagemittel ausgedient. Wer sein Geld auf dem Sparkonto liegen hat, erleidet einen kontinuierlichen Kaufkraftverlust. Wer in Sachwerte wie Aktien, Immobilien und Edelmetalle investiert, kann dieser Entwicklung entgegenwirken.

13.05.2026

Der Inflation entgegenwirken

«Gold ist Geld, alles andere ist Kredit.» Diese Aussage des US-Bankiers John Pierpont Morgan unterstreicht eine der wichtigsten Eigenschaften des gelben Edelmetalls: Es kann nicht beliebig vermehrt werden. Im Gegensatz dazu basiert Papiergeld auf dem Vertrauen in seine Emittenten, also Staaten und Notenbanken. Das macht es zu einer Form von Kredit. Und da Papiergeld beliebig vermehrt werden kann, steigt die Gefahr einer Entwertung.

Dieser Sachverhalt gewinnt insbesondere angesichts der vielerorts rasant steigenden Staatsverschuldung an Aktualität. Zu dessen Eindämmung bleiben nur wenige Optionen. Sparen ist politisch unpopulär, starkes Wachstum aufgrund der demografischen Veränderungen unrealistisch und Schuldenschnitte untergraben das Vertrauen. Übrig bleibt die schrittweise Entwertung der Schulden durch Inflation und negative Realzinsen.

Für Sparer bedeutet dies einen kontinuierlichen Kaufkraftverlust, da Sparguthaben und sichere Staatsanleihen real entwertet werden. Um sich dieser Entwicklung zu entziehen, drängen sich Investitionen in Sachwerte auf. Aktien, Immobilien und Edelmetalle bieten Inflationsschutz und ermöglichen positive Realrenditen.

Aktien – Der Renditetreiber

Aktien stellen Beteiligungen an Unternehmen dar. Damit einher gehen unter anderem Dividendenansprüche sowie Stimmrechte. Für die Beurteilung einer Aktie wird zwischen Preis und Wert unterschieden. Während ersterer durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird, ergibt sich zweiterer aus den materiellen sowie immateriellen Vermögenswerten und den zukünftigen Erträgen des Unternehmens. Aufgrund der Erwartungen und der Stimmung der Marktteilnehmer kann es kurzfristig zu einer grossen Abweichung zwischen dem Preis und dem Wert einer Aktie kommen.

 

Welche Aufgabe haben Aktien im Portfoliokontext?

Auch wenn Aktien auf die kurze Frist hohen Schwankungen unterliegen, gelten sie als langfristige Renditetreiber. Qualitätsunternehmen mit Preissetzungsmacht können steigende Kosten an Ihre Kundschaft weitergeben und das investierte Geld so vor Inflation schützen. Der Schweizer Aktienmarkt erzielte in den letzten 100 Jahren durchschnittlich eine Rendite von 7.8% beziehungsweise inflationsbereinigt von 5.7%. Dabei sind die Jahre mit einer positiven Performance klar in der Mehrheit, wie die folgende Grafik zeigt.

 

Renditeverteilung des Schweizer Aktienmarktes in den letzten 100 Jahren

Renditeverteilung des Schweizer Aktienmarktes in den letzten 100 Jahren

Quellen: Banque Pictet & Cie SA, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Immobilien – Der Stabilisator

Immobilien sind unbewegliche Sachwerte. Das begrenzte Angebot an Bauland macht sie zu einem knappen Gut. Die Nachfrage hängt von der Konjunktur, der Demografie und der Zuwanderung ab. Bei der Preisbildung spielen die Lage, der Zustand und das Zinsniveau eine zentrale Rolle. Dabei erhöhen tiefe Zinsen sowohl die Nachfrage als auch die Preise, wohingegen hohe Zinsen dämpfend wirken. Bei Renditeliegenschaften stehen Bewertungen und Mieterträge in einem Wechselspiel. Steigende Zinsen belasten zwar die Bewertungen, ermöglichen aber höhere Mieten, da diese an den Referenzzinssatz gekoppelt sind.

 

Welche Aufgabe haben Immobilien im Portfoliokontext?

Immobilien bieten Inflationsschutz, stabile Erträge und tragen dank ihrer geringen Korrelation zu Aktien und Obligationen zur Diversifikation im Portfolio bei. In der Schweiz sorgen die gute Infrastruktur, hohe Lebensqualität, geringe Bautätigkeit und starke Zuwanderung für einen anhaltenden Nachfrageüberhang. Zwischen 2015 und 2025 stiegen die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen um rund 60% beziehungsweise 50%. Dem stehen Risiken wie geringe Liquidität, Klumpenrisiken, Leerstände und Mietausfälle gegenüber. Wir empfehlen eine strategische Immobilienquote von 5%.

 

Preisentwicklung von Einfamilienhäusern (EFH) und Stockwerkeigentum (STWE) in der Schweiz

Preisentwicklung von Einfamilienhäusern (EFH) und Stockwerkeigentum (STWE) in der Schweiz

Quellen: SRED, Raiffeisen Schweiz CIO Office, Raiffeisen Schweiz Economic Research

Gold – Der sichere Hafen

Gold ist ein seit Jahrtausenden anerkanntes Wertaufbewahrungsmittel. Es besitzt im Unterschied zu Papiergeld aufgrund seiner begrenzten Verfügbarkeit sowie seiner physischen Nutzbarkeit einen intrinsischen Wert. Der Preis wird durch ein relativ unelastisches Angebot sowie der Nachfrage von Investoren, Notenbanken und der Schmuckindustrie bestimmt. Dabei gilt das gelbe Edelmetall als Fels in der Brandung bei Währungsverfall und geopolitischen Krisen. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, spielen Opportunitätskosten im Vergleich zu zinstragenden Anlagen eine wichtige Rolle. Je höher die Renditen für sichere Staatsanleihen sind, desto höher sind die Haltekosten für Gold.

 

Welche Aufgabe hat Gold im Portfoliokontext?

Gold ist kein primärer Renditetreiber, sondern ein langfristiger Inflationsschutz. Es weist eine geringe bis negative Korrelation zu risikobehafteten Anlageklassen auf und stabilisiert somit das Portfolio. Trotz kurzfristig starker Kursschwankungen lag die annualisierte Rendite von Gold in den letzten 20 Jahren bei über 10%. Gefragt ist es vor allem in Krisenzeiten. Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, besteht zum Beispiel für Anleger in Schweizer Franken auch ein Währungsrisiko. Unsere empfohlene Goldquote in einem Portfolio liegt strategisch bei mindestens 5%.

 

Entwicklung des Goldpreises, in USD pro Unze

Entwicklung des Goldpreises, in USD pro Unze

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Fazit

Seit die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Juni 2025 den Leitzins auf 0% reduziert hat, herrscht hierzulande wieder Anlagenotstand. Mit Staatsanleihen oder Geld auf dem Sparkonto gibt es nichts mehr zu verdienen. Um Vermögen zu erhalten und zu vermehren, sind Sachwerte wie Aktien, Immobilien und Gold unverzichtbar. Diese bieten Inflationsschutz und langfristiges Wertsteigerungspotenzial. Die konkrete Gewichtung im Portfolio hängt von der individuellen Risikofähigkeit und Risikobereitschaft ab und sollte im Rahmen einer persönlichen Anlageberatung festgelegt werden.

 

 

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Umsetzung in der Vermögensverwaltung

Sachwerte wie Aktien, Immobilien und Gold sind bei Raiffeisen integraler Bestandteil eines diversifizierten Portfolios. Die Gewichtung dieser Vermögensklassen hängt sowohl von den Bedürfnissen des Kunden als auch dem gegenwärtigen Anlageumfeld ab. In unseren Vermögensverwaltungsmandaten setzen wir diese Bausteine gezielt ein, um das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios zu optimieren. 

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