Vermögensverwaltungsmandat

Portfolio Manager Report

Auch im 3. Quartal hat das Coronavirus die Märkte auf Trab gehalten. Die durch die Lockdowns entstandenen Gewinneinbrüche bei den Unternehmen sind beträchtlich. Trotzdem notiert der Schweizer Aktienmarkt wieder nahe beim Stand von Anfang Jahr.

Video-Podcast 3. Quartal 2020

 

Kernbotschaften

Kernbotschaften
  • Die Weltkonjunktur ist wegen der Lockdowns eingebrochen, wir befinden uns in einer Rezession.
  • Dank diverser Stützungsmassnahmen und Hoffnungen auf einen bald verfügbaren Impfstoff konnte bisher jedoch Schlimmeres abgewendet werden.
  • Ein volatiles 4. Quartal steht an. Wohl überlegtes Handeln und eine breite Diversifikation bleiben die Schlüssel zum Anlageerfolg.

Performance

Grafik: Performance Q3 2020

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz

 

Rückblick

Als Folge der weltweiten Lockdowns ist die Weltkonjunktur im ersten Halbjahr dramatisch eingebrochen. Trotzdem haben sich die Märkte im 3. Quartal gut  behauptet. Die Gründe dafür liegen in der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken, den fiskalpolitischen Rettungsmassnahmen der Regierungen weltweit und nicht zuletzt in der Hoffnung auf einen bald verfügbaren Impfstoff.  

Die US-Notenbank hat kürzlich die letzte Hoffnung der Anleger auf eine baldige Zinswende zerschlagen. Die Leitzinsen werden voraussichtlich auch in den USA noch bis mindestens 2023 nahe bei null liegen.  

Trotz Niedrigzinsumfeld und tiefen Renditen haben Obligationen in einem ausgewogenen Portfolio eine Daseinsberechtigung, denn sie haben wegen ihrer tiefen Korrelation zu den Aktienmärkten eine portfoliostabilisierende Funktion. Die Corona-Krise hat aber zahlreiche Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten am Obligationenmarkt sind teils erheblich gestiegen, insbesondere bei Hochzins- und Schwellenländerobligationen. Wegen dem unattraktiven Rendite/Risiko-Verhältnis halten wir in den Vermögensverwaltungsmandaten auch weiterhin an der Untergewichtung der Obligationenquote fest.

Einige Aktienindizes notieren wieder nahe beim Stand von Anfang Jahr, obwohl die Gewinnerwartungen der Unternehmen teilweise massiv nach unten korrigiert werden mussten. Diese beiden Umstände haben zu einer Bewertungs-Expansion geführt. Das bedeutet, dass Aktien teuer bewertet sind. Aktienpreise reflektieren jedoch nicht die Gegenwart, sondern die Erwartungen der Marktteilnehmer. Diese gehen folglich davon aus, dass ab 2021 wieder eine deutliche Gewinnerholung einsetzen wird. Gemäss unserer Meinung ist darin aber sehr viel Optimismus eingepreist. Die konjunkturelle Erholung dürfte langsamer von statten gehen, als bisher angenommen. Wir bleiben vorsichtig und behalten die Aktien insgesamt leicht untergewichtet. Innerhalb der Aktienquote bevorzugen wir den defensiven Schweizer Heimmarkt gegenüber den zyklischeren Märkten.  

Bei den Alternativen Anlagen halten wir wegen den vielen Unsicherheitsfaktoren weiter an der höheren Goldgewichtung fest. Gold war ebenfalls ein Stabilisator im Portfolio.

 

Ausblick

Nach einem verhältnismässig ruhigen Sommer ist die Zahl der Neuinfektionen zuletzt wieder deutlich gestiegen. Erste Länder reagieren mit regionalen Lockdowns. Saisonal beginnen nun auch die in der Regel ohnehin volatileren Herbstmonate. Die Angst vor einer zweiten Corona-Welle, die anstehenden US-Wahlen sowie der drohende EU-Austritt Grossbritanniens ohne Freihandelsabkommen sorgen für zusätzliche Unsicherheit an den Börsen.  

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt aber, dass Angst stets ein schlechter Ratgeber ist. Wir empfehlen an der bestehenden Vermögensallokation und definierten Anlagestrategie festzuhalten – eine breite Diversifikation ist und bleibt der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.

Video-Podcast 2. Quartal 2020

Video-Podcast 1. Quartal 2020