«Auf einen Blick» – Unsere Sicht auf die Märkte
Trotz geopolitischer Unsicherheiten fällt die Halbjahresbilanz positiv aus. Wir nutzen den starken Kursanstieg für selektive Gewinnmitnahmen bei Aktien und positionieren uns im Hinblick auf die zweite Jahreshälfte etwas defensiver.
03.07.2026
Erfreuliche Halbjahresbilanz
Trotz geopolitischer Spannungen und des Iran-Kriegs zeigten sich die Aktienmärkte widerstandsfähig und legten im ersten Halbjahr teils deutlich zu. Die Obligationenmärkte sowie Schweizer Immobilienfonds tendierten seitwärts, während es beim Gold nach einem fulminanten Jahresstart ab März zu Gewinnmitnahmen kam. Unter dem Strich weisen sämtliche Anlagestrategien eine positive Performance auf.
Geforderte Notenbanken
Die steigende Inflation in Kombination mit einer nachlassenden Konjunkturdynamik bringt die Notenbanken in ein Dilemma. So liegt die Teuerung in den USA und in der Eurozone weiterhin deutlich über den Zielwerten. Die zu Jahresbeginn vom Markt erwarteten Zinssenkungen sind damit vom Tisch. Entsprechend hat die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni ihre Leitzinsen erhöht, und auch die US-Notenbank Fed hat ihre Rhetorik verschärft. In der zweiten Jahreshälfte ist somit nicht mit geldpolitischem Rückenwind zu rechnen.
Gefährliche Konzentration
Der Investitionsboom im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) hat Halbleiter- und Hardwareaktien stark steigen lassen. Dadurch hat die Gewichtung von Technologieaktien sowohl im Weltaktienindex als auch im MSCI Emerging Markets Index weiter zugenommen, was zu erhöhten Klumpenrisiken führt. Die hohe Konzentration in den Indizes, ambitionierte Bewertungen und die losgetretene IPO-Welle deuten darauf hin, dass der KI-getriebene Marktzyklus bereits weit fortgeschritten ist. Wir haben daher einen Teil der Gewinne bei Schwellenländeraktien realisiert und positionieren uns im Hinblick auf die zweite Jahreshälfte etwas defensiver.
Strategie halten
Aufgrund der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten ist auch in den kommenden Monaten mit erhöhten Kursschwankungen zu rechnen. Gleichzeitig sind Schweizer Anlegerinnen und Anleger weiterhin mit tiefen Zinsen konfrontiert. Unter Berücksichtigung der Inflation fallen die Sparzinsen aktuell sogar negativ aus. Im Nullzinsumfeld bleibt Anlegen damit weitgehend alternativlos. Entsprechend sollte an der langfristigen Anlagestrategie festgehalten werden.
Publikation «Anlageguide»
Rechtliche Hinweise