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«Auf einen Blick» – Unsere Sicht auf die Märkte

Die Strasse von Hormus ist weiterhin gesperrt. Mit jeder Woche verstärken sich die stagflationären Tendenzen. Wir haben im April diverse taktische Adjustierungen vorgenommen, bleiben aber defensiv positioniert.

01.05.2026

Meerenge weiterhin geschlossen

Der Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA wurde zwar verlängert, die Strasse von Hormus bleibt allerdings blockiert. Entsprechend sind die Ölpreise erneut angestiegen und notieren wieder über 100 US-Dollar pro Fass. Mit jeder zusätzlichen Woche Seeblockade nimmt das Risiko von realen Versorgungsengpässen zu.

 

Stagflationäre Tendenzen

Die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten kommen immer deutlicher zum Vorschein. Die Inflation ist bereits im März spürbar gestiegen und wird sich im April nochmals akzentuieren. Gleichzeitig ist das Konsumentenvertrauen beidseits des Atlantiks eingebrochen. Zuletzt sind auch die Einkaufsmanagerindizes in Europa deutlich zurückgekommen. Die Risiken einer Stagflation nehmen zu.

 

Notenbanken im Fokus

Die aktuelle Situation ist für die Notenbanken ungemütlich. Aufgrund des Teuerungsdrucks müssten sie die Leitzinsen erhöhen, während die konjunkturelle Abschwächung für Zinssenkungen spricht. Wenig überraschend haben sowohl die Europäische Zentralbank (EZB) als auch die US-Fed diese Woche eine abwartende Haltung eingenommen und ihre Leitzinsen unverändert belassen.

Gewinnsaison stützt

Die bisher publizierten Quartalsergebnisse fielen solide aus und haben die Aktienmärkte gestützt. Allerdings sind darin die Folgen des Anfang März begonnenen Iran-Krieges nur teilweise abgebildet. Die höheren Energiepreise und die gestiegenen Zinsen sind perspektivisch eine Belastung für viele Unternehmen.  

 

Anlagetaktische Adjustierungen

Das aktuell sehr volatile Marktumfeld spricht für eine aktive Anlagetaktik. So haben wir unmittelbar nach der Ankündigung des Waffenstillstandes Anfang April unsere Untergewichtungen sowohl bei europäischen als auch Schwellenländeraktien zulasten der Liquidität etwas reduziert. Die Positionierung der Portfolios bleibt unter dem Strich aber leicht defensiv.