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Anlageklasse im Fokus: Alternative Anlagen

Je länger der Ölpreis über dem langfristigen Durchschnitt handelt, umso stärker wird die globale Konjunktur gebremst. Die aktuelle Situation zeigt die Abhängigkeit von Öl aus dem Nahen Osten.

01.05.2026

Der hohe Ölpreis belastet zunehmend die Konjunktur

Öl steht seit dem Beginn des Iran-Krieges im Fokus der Investorinnen und Investoren. Mehr noch – als Schmiermittel der Welt beeinflusst es die globale Konjunktur. Aktuell handelt Erdöl deutlich über dem Durchschnittspreis der vergangenen drei Jahre. Teils kletterte der Preis des schwarzen Goldes auf Niveaus, wie sie zuletzt zu Beginn des Ukraine-Krieges bezahlt wurden. Die deutlich gestiegenen Energiepreise wirken inflationär. 

 

Preisentwicklung von Erdöl der Sorte Brent, in USD pro Barrel 

Preisentwicklung von Erdöl der Sorte Brent, in USD pro Barrel

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Dass inzwischen der ganzen Welt die Strasse von Hormus ein Begriff ist, hängt damit zusammen, dass Rohöl an verhältnismässig wenigen Standorten gefördert, aber weltweit benötigt wird. Rund ein Fünftel der Weltproduktion stammt aus dem Nahen Osten. Und da aufgrund der geschlossenen Strasse von Hormus kein Öl in die Zielhäfen transportiert werden kann, drohen neben hohen Kosten auch Engpässe. Je länger die etablierten Versorgungswege unterbrochen sind, desto gravierender sind die Auswirkungen. Notlager von Benzin, Diesel und Kerosin bekämpfen die Symptome, aber nicht die Ursache.

Des einen Freud, des anderen Leid

Klar ist, dass sich Produktionsprozesse und Logistikdienstleistungen verteuern. In Asien mussten bereits Flüge gestrichen und Tankstellen mangels Nachschub geschlossen werden. Ob dies weitere Kreise zieht, wird sich zeigen. Vorsicht ist ohnehin angebracht, denn bis sich die Versorgungssituation auch bei einer etwaigen Öffnung der Strasse von Hormus wieder normalisiert, wird es Monate dauern. Wie ernst das Thema ist, zeigt sich auch an staatlich geförderten Tankrabatten, die gewisse Länder bereits eingeführt haben, um das Budget der privaten Haushalte zu entlasten. Diese Massnahme geht allerdings zulasten der Staatskassen, erhöht die Verschuldung und landet über höhere Steuern wieder beim Endverbraucher.

 

Entwicklung des Energiesektors und des Weltaktienindex, in USD und indexiert

Entwicklung des Energiesektors und des Weltaktienindex, in USD und indexiert

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Während der hohe Ölpreis die Konjunktur als Ganzes einbremst, profitieren Unternehmen aus dem Energiesektor davon. In Erwartung positiver Umsatz- und Gewinnzahlen haben sich deren Aktienkurse deutlich besser entwickelt als der breite Markt.