Anlageklasse im Fokus: Aktien
An der Schweizer Börse jagt ein Rekord den nächsten. Gründe sind eine attraktive Dividende und solide Jahresabschlüsse. Gleichzeitig bröckelt das Thema Künstliche Intelligenz.
27.02.2026
Glorreiche Geldmaschinen drücken die Stimmung
Der Swiss Market Index (SMI) hat auch im Februar neue Allzeithöchststände erreicht. Damit setzt der Schweizer Leitindex seinen Rekordlauf fort, den er im Januar eingeleitet hatte. Dass sich Investorinnen und Investoren der guten Entwicklung nicht zwingend bewusst sind, ist auf die teils starken Schwankungen an den Börsen zurückzuführen. Dabei sind die Unternehmensergebnisse weitgehend im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, trotz der belastenden geopolitischen Unsicherheiten und des starken Frankens.
Während der hiesige Markt von seinen defensiven Charakteristika und einer attraktiven Ausschüttungsrendite profitiert, geraten US-Technologiewerte zunehmend unter Druck. Das, nachdem sie sich in den vergangenen Jahren als regelrechte Gewinnmaschinen entpuppt hatten. Allein die «Glorreichen 7» – Alphabet, Apple, Amazon, Meta, Microsoft, Nvidia, Tesla – steigerten ihre kumulierten Gewinne von knapp 300 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf gut 540 Milliarden im abgelaufenen Jahr. Das summiert sich über fünf Jahre auf mehr als 1’900 Milliarden Dollar und übersteigt die aktuelle Marktkapitalisierung des SMI.
Gewinnentwicklung der «Glorreichen 7», in Mrd. USD pro Jahr und kumuliert
Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office
Was von den Marktteilnehmenden indes zunehmend kritisch hinterfragt wird, sind die milliardenschweren Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI). Das hängt damit zusammen, dass der Aufbau der dazu nötigen Rechenzentren die Struktur des Geschäfts verändert. Aus schlanken und hochprofitablen Denkfabriken werden kostenintensive Infrastrukturbetreiber. Allein Amazon, Alphabet (Google) und die Facebook-Mutter Meta haben für dieses Jahr Investitionen von rund 500 Milliarden Dollar bekannt gegeben. In welchem Ausmass sich diese in künftigen Erträgen materialisieren werden, ist offen. Diese Skepsis widerspiegelt sich in der Performance der Aktien. Mit Ausnahme von Nvidia handeln Ende Februar alle Titel unter ihrem Wert von Anfang Jahr und schneiden schwächer ab als der breite US-Markt, gemessen am S&P 500.
Publikation «Anlageguide»
Rechtliche Hinweise