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Anlageklasse im Fokus: Aktien

Die hohen Bewertungen und Erwartungen im Technologiesektor stehen 2026 auf dem Prüfstand. Gleichzeitig dürften Schweizer Aktien gefragt bleiben.

08.01.2026

Qualität und Rendite gehen im SMI Hand in Hand

«Es war einmal …» So beginnen Märchen. Sie zeigen, dass das Gute am Ende siegt. Auf die Finanzwelt übertragen bedeutet das, dass sich Fundamentaldaten letztlich durchsetzen. Investoren nennen das «Mean Reversion», die Rückkehr zum Mittelwert. 2026 dürfte so ein Jahr werden, in dem Investoren abwägen: zyklisch gegen defensiv, teuer vs. günstig sowie Realität oder Märchen. Dieses Umfeld spricht aus mehreren Gründen für den Schweizer Aktienmarkt.

Die hohe Gewichtung des Gesundheits- und Konsumsektors in den Schweizer Börsenindizes hilft, denn die Nachfrage ist weniger stark von der konjunkturellen Entwicklung abhängig, was stabile Erträge verspricht. Hinzu kommt, dass sich der demografische Wandel fortsetzt. Auch in den kommenden Jahren ist mit einem Anstieg der Lebenserwartung zu rechnen. Fundamental spricht eine moderatere Bewertung des Schweizer Aktienmarktes im internationalen Vergleich für hiesige Titel. Die Anlagestrategie «Dogs of the Dow» dürfte zum Jahresbeginn auch Titel mit attraktiver Dividendenrendite wieder in den Fokus rücken. Diese liegt für den Schweizer Aktienmarkt im Schnitt bei 3%, bei ausgewählten Valoren ist die Ausschüttungsrendite deutlich höher.

Die 10 dividendenstärksten Titel im Swiss Market Index (SMI)

Die 10 dividendenstärksten Titel im Swiss Market Index (SMI)

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Dieses regelmässige Einkommen bietet Stabilität. Demgegenüber wurde die Euphorie um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) zum Jahresende hin von der Realität eingeholt. Vermehrt haben Investoren die Bewertungen und Erwartungen im Technologiesektor kritisch hinterfragt. Dass die Zweifel begründet sind, zeigte sich etwa daran, dass der Softwarekonzern Microsoft seine Wachstumserwartungen im Bereich KI gesenkt hat, weil Vertriebsmitarbeiter ihre Absatzziele bei den entsprechenden Produkten verfehlt hatten. Auch bei Broadcom zeigten sich Investoren aufgrund des KI-Auftragsbestandes besorgt. Beim Softwarekonzern Oracle sorgte die Fremdkapitalbeschaffung zur Finanzierung von KI-Projekten für Unbehagen. Ob es sich dabei um Einzelfälle oder einen Stimmungsumschwung handelt, wird sich weisen.

Sicher ist, dass KI die Gesellschaft verändern wird. Aus Anlegersicht ist es aber viel wichtiger, dass man aufgrund der Euphorie die finanziellen Aspekte nicht vernachlässigt, denn die Angst, etwas zu verpassen, war an der Börse schon immer ein schlechter Ratgeber und könnte aus dem KI-Märchen eine Gruselgeschichte machen. 

Dogs of the Dow

Dividenden sind bei Anlegerinnen und Anlegern beliebt. Darauf setzt auch die Anlagestrategie «Dogs of the Dow». Dabei kauft ein Investor am ersten Börsentag eines Jahres die 10 dividendenstärksten Aktien des Dow Jones Index. Diese werden für exakt ein Jahr gehalten, ohne während dieser Zeit eine Transaktion zu tätigen. Dass als «Dog» auch eine sich schwach entwickelnde Aktie bezeichnet wird, ist irreführend, zumal eine hohe Ausschüttungsrendite auch ein Qualitätsmerkmal darstellt. Trotzdem ist der Erfolg der Strategie umstritten. In Anlehnung an die Strategie setzen Anleger aber auch bei anderen Indizes auf die dividendenstärksten Aktien, wie zum Beispiel die «Dogs of the SMI».