Anlageklasse im Fokus: Aktien
Sportartikel sind auch Ausdruck von Zugehörigkeit und Emotionen. Bei Anlegerinnen und Anlegern lösten die Aktien ihrer Hersteller zuletzt allerdings kein Jubelgeschrei aus.
29.05.2026
Klare Verhältnisse in der Sportartikelindustrie
Früher war Sportbekleidung nur ein Stück Funktionsgewebe. Heute verbinden die Menschen mit ihren Fussballtrikots, Jogginghosen oder Laufschuhen Emotionen. Zugleich stehen sie für gesellschaftlich angesehene Charakterzüge wie Teamgeist, Disziplin und Leistungsbereitschaft. Die derzeitige Nummer Eins der Sportartikelindustrie ist gemessen am Umsatz der US-Hersteller Nike, weit abgeschlagen dahinter die Rivalen aus Deutschland und Kanada, Adidas respektive Lululemon.
Umsatzstärkste Sportartikelhersteller im Jahr 2025, in Mrd. USD
Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office
Alles andere als Spitzenklasse – Sportartikelhersteller hinken dem Weltaktienmarkt hinterher
An der Börse präsentierten sich die Aktien der Branchengrössen zwar volatil, aber lange Zeit lukrativ. Der coronabedingte Fitness-Boom bescherte vielen von ihnen gar Rekordstände. Zuletzt war für Investoren in diesem Segment jedoch kein Blumentopf zu gewinnen. So hat der globale Aktienmarkt inklusive Dividenden seinen Wert seit Anfang 2025 um knapp ein Drittel gesteigert. Die Papiere von Adidas und Co. dagegen haben um bis zu 66% verloren. Einzig Puma verzeichnet immerhin im laufenden Jahr ein Plus.
Gesamtrendite der führenden Sportartikelhersteller und des MSCI World Index, in USD und indexiert
Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office
Die Gründe dafür liegen mitunter in der Eigenheit der Sportartikelindustrie. Verpasst es ein Unternehmen, auf einen Trend aufzuspringen, so sinkt es schnell in der Gunst der Kundinnen und Kunden – seine Aktien geraten unter Druck. Wer jedoch die Entwicklungen von morgen frühzeitig erkennt, hat gute Chancen, zum Börsenüberflieger zu avancieren. Die Grossen der Branche sind diesbezüglich zu schwerfälligen Tankern mutiert und haben zahlreiche Trends verschlafen. Zugleich sehen sie sich mit einem massiven Margendruck konfrontiert. Befeuert wird dieser von den – nicht zuletzt zollbedingt – gestiegenen Produktionskosten. Auch der zyklische Charakter zeigt sich, denn bei den Verbrauchern sitzt die Geldbörse nicht mehr so locker. Jedes Jahr das aktuelle Trikot des Lieblingsfussballvereins liegt oftmals schlichtweg nicht mehr drin. Darüber hinaus verlassen sich die Hersteller vielfach auf die Strahlkraft ihrer Marken. An der Börse bestehen jedoch Zweifel, dass diese ausreicht, um langfristiges Gewinnwachstum zu generieren.
Publikation «Anlageguide»
Rechtliche Hinweise