Anlageklasse im Fokus: Obligationen
Gestiegene Inflationserwartungen belasten festverzinsliche Anlagen. Niedrigere Leitzinsen sind deshalb in naher Zukunft kein Thema mehr. Auch Privatkredite sind unter Druck.
27.03.2026
Zinsanstieg bei US-Staatsanleihen aufgrund der höheren Inflationserwartungen
Mit dem Krieg im Iran gerieten auch sichere Staatsanleihen unter Druck. Der gestiegene Ölpreis hat die Inflationserwartungen angeheizt und die Zinskurven für die USA, Europa und die Schweiz seit Beginn der Gefechte nach oben verschoben. Exemplarisch zeigt dies die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen. Zinssenkungen sind deshalb vorerst vom Tisch.
Renditeentwicklung von 10-jährigen US-Staatsanleihen
Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office
Noch Ende Februar rechnete der Markt in den USA mit zwei Zinssenkungen bis Ende Jahr. Aktuell preist er eine solche frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 ein. In Europa prognostizieren Ökonomen gar eine Zinserhöhung im Sommer. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte indes bis auf Weiteres an ihrer Nullzinspolitik festhalten. Gut möglich, dass der Fokus im Jahresverlauf global von der Teuerung auf die nachlassende Wirtschaftsdynamik schwenkt und Zinssenkungen wahrscheinlicher macht.
Einen Stimmungsumschwung gab es bei den sogenannten Privatkrediten. Nachdem führende Anbieter mit hohen Rücknahmen konfrontiert waren, mussten gewisse Fonds liquidiert und Rückzahlungen teilweise limitiert oder ausgesetzt werden. Dabei galten diese Investitionen bei vielen als Retter und Einkommensquelle bei niedrigen Zinsen. Weil Investorinnen und Investoren bei der Liquidität eine Einbusse in Kauf nehmen, profitieren sie von einer Illiquiditätsprämie.
Risikoprämie bei Hochzinsanleihen ist trotz Anstieg historisch tief
Eine eingeschränkte Liquidität stellt in der Regel kein Hindernis dar. Während Marktverwerfungen kann es aber zu Verkaufsüberhängen kommen, die vom Markt nicht zu einem fairen Preis absorbiert werden können. Obwohl wir nicht in Privatkredite investiert sind, könnte die Risikoaversion auf Hochzinsanleihen überschwappen. Noch sind die Risikoaufschläge historisch niedrig, was aber auch bedeutet, dass die Risiken nicht adäquat entschädigt werden.
Entwicklung des Risikoaufschlags von US-Hochzinsanleihen
Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office
Ein Anstieg würde die bereits erwirtschaftete Rendite merklich schmälern. Aus diesem Grund haben wir unsere Quote bei den Hochzinsanleihen bereits Mitte Monat von einem leichten auf ein starkes Untergewicht reduziert.
Publikation «Anlageguide»
Rechtliche Hinweise