Auf der Agenda
Geschäftszahlen Nvidia
Am 26. August gewährt der US-Chipgigant Nvidia Einblick in seine Geschäftsbücher. Alles andere als neue Rekorde dürfte aus Sicht der Investoren eine Enttäuschung sein.
Mit dem Auslaufen des Rahmenabkommens rückt ein Ende des Nahost-Konfliktes in die Ferne. Zugleich bereitet die wachsende Staatsverschuldung den Börsianern Sorgen. Die Berichtssaison der Unternehmen neigt sich derweil ihrem Ende zu.
21.08.2026
Das auf 60 Tage begrenzte Rahmenabkommen zwischen dem Iran und den USA ist ergebnislos ausgelaufen. An einer Verlängerung zeigten beide Parteien wenig Interesse. Entsprechend bleibt die für den weltweiten Rohstoffhandel so wichtige Strasse von Hormus blockiert, was den Ölpreis (Brent) wieder über die Marke von 90 US-Dollar pro Fass klettern liess. Am Kapitalmarkt trieben die kriegsbedingt erhöhten Energiepreise und die in der Folge zähe Inflation die Renditen für langlaufende Anleihen nach oben. Mit Blick auf die USA rückte zusätzlich deren Staatsverschuldung in den Fokus der Anlegerinnen und Anleger. Diese preisen zunehmend das Risiko ein, dass die Staatsausgaben ausser Kontrolle geraten könnten. Infolgedessen rentierten etwa 30-jährige US-Treasuries zeitweise so viel wie zuletzt während der Finanzkrise im Jahr 2007. Das Finanzministerium in Washington reagierte darauf mit der Ankündigung, die Rückkäufe von langlaufenden Papieren zu verdoppeln. Die Aktienmärkte präsentierten sich angesichts dessen diese Woche volatil.
Dank eines Volumenwachstums sowie positiver Preiseffekte konnte der Sanitärtechniker Geberit seinen Umsatz im ersten Semester um 2.8% auf 1.7 Milliarden Franken steigern. Unter dem Strich resultierte mit 364 Millionen Franken ein um 7.4% höherer Reingewinn. Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Analystenprognosen übertroffen. Nicht ganz so rund lief es im zweiten Quartal beim Telekommunikationsanbieter Sunrise. Umsatz und Gewinn waren rückläufig. Hauptbelastungsfaktoren waren zeitversetzte Preiserhöhungen und ein schwächeres Kundenwachstum. Dessen ungeachtet bestätigte das Unternehmen seine Finanzziele. Dasselbe tat angesichts eines deutlichen Wachstums über alle Regionen hinweg auch der Zahnimplantatehersteller Straumann. Zugleich kündete er überraschend einen CEO-Wechsel an. Per 1. Dezember 2026 wird Christopher Norbye das Ruder vom langjährigen Kapitän Guillaume Daniellot übernehmen. Die Erwartungen nur teilweise geschlagen hat Implenia. Die Baufirma erzielte im ersten Semester weniger Umsatz, konnte aber ihre Profitabilität und damit den Gewinn steigern. Genau umgedreht verhielt es sich beim Industriekonzern Huber + Suhner. Dieser setzte mehr um, während der operative Gewinn und die Marge wegen Investitionen in den Kapazitätsausbau zurückgingen. Die Aktie quittierte das am Dienstag mit einem Minus von 11%. Trotz guter Geschäftszahlen und ambitionierter Jahresziele kamen auch die Valoren von DocMorris unter Abgabedruck. Wegen des Trading-Updates der Online-Apotheke von Mitte Juli war bereits viel eingepreist. Zudem verzeichnete Konkurrent Redcare ein signifikant höheres Wachstum.
Der Hype um Künstliche Intelligenz (KI) erhöht die Nachfrage nach Kupfer, welches eine zentrale Rolle bei der Halbleiterherstellung spielt. Infolgedessen kletterte der Preis für das Industriemetall zeitweise bis auf 14’160 US-Dollar pro Tonne – ein neuer Rekord. Seit Jahresanfang resultiert ein Plus von rund 13%.
Das Niedrigwasser hat die Rheinschifffahrt und damit eine der wichtigsten Lebensadern der deutschen Industrie nahezu zum Erliegen gebracht. Trotz dieser zusätzlichen Belastung blicken die Finanzexperten optimistischer auf die Wirtschaft unseres nördlichen Nachbarn. Das entsprechende Barometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) kletterte im August um 7.9 Zähler auf 34.2 Punkte. Gründe dafür sind die soliden Halbjahreszahlen vieler deutscher Firmen sowie der Exportrekord im Juni.
Die chinesische Wirtschaft legte wegen der anhaltenden Immobilienkrise und mehrerer Extremwetterereignisse einen Fehlstart ins dritte Quartal hin. Die Industrieproduktion wurde im Juli um «nur» 4.5% hochgefahren. Die Experten hatten ein Plus von 4.8% prognostiziert. Auch die Detailhandelsumsätze blieben mit einem Wachstum von 0.6% hinter den Erwartungen (+1.5%) zurück.
Auf der Agenda
Geschäftszahlen Nvidia
Am 26. August gewährt der US-Chipgigant Nvidia Einblick in seine Geschäftsbücher. Alles andere als neue Rekorde dürfte aus Sicht der Investoren eine Enttäuschung sein.
Moderna erlebt Kursfeuerwerk
Ein Durchbruch des US-Biotech-Riesen Moderna bei der Forschung nach einem Krebs-Impfstoff kam bei den Börsianern gut an. Die Aktie verzeichnete am Mittwoch ein Plus von 177%. Damit notiert sie auf dem höchsten Stand seit dem Frühjahr 2023.
Gefragter Euro
Wechselkursentwicklung EUR/CHF
Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office
Der Euro hat in den letzten Wochen zum Schweizer Franken deutlich an Wert gewonnen. Mit über 94 Rappen kostete er temporär so viel wie zuletzt vor fast einem Jahr. Aufwind bescherten der Einheitswährung vor allem die Zinserwartungen der Marktteilnehmer. Angesichts der zähen Inflation gehen diese davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Leitzinsen anheben wird. Damit würde sich der Zinsvorteil des Euro nochmals vergrössern. Langfristig betrachtet sind dessen Aufwertungschancen limitiert.