Auf der Agenda
Zinsentscheid EZB
Am 30. April fällt die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Zinsentscheid. Der Grat ist schmal. Die steigende Inflation spricht für höhere, das schwache Wachstum für tiefere Zinsen.
Die Quartalsumsätze von Nestlé und Roche verleihen dem SMI diese Woche Schwung. ABB überzeugt ebenfalls mit einem guten Zahlenkranz. Gleichzeitig schweben die geopolitischen Unsicherheiten wie ein Damoklesschwert über den Börsen.
24.04.2026
Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wurde diese Woche vorerst auf unbestimmte Zeit verlängert. Das sind gute Nachrichten. Gleichzeitig bleibt unklar, wie die Verhandlungen weitergehen. Eine Lösung zur Beilegung des Krieges ist aufgrund der weit auseinanderliegenden Positionen schwierig. Diese Unsicherheit spiegelte sich in der verhaltenen Marktreaktion. Dass die meisten Aktienmärkte allerdings um ein Vorkriegsniveau oder gar auf Rekordständen handeln, zeigt, dass der Markt einen langfristigen Frieden einpreist. Ob das gerechtfertigt ist, wird sich weisen.
Trotz geopolitischer Unsicherheiten rücken die Quartalsergebnisse der Unternehmen in den Fokus der Anleger. Mit Spannung wurden dabei die Umsatzzahlen von Nestlé erwartet. Der Nahrungsmittelkonzern hat die Analystenerwartungen für das erste Quartal übertroffen und hält an den Jahreszielen fest. Das sind gute Nachrichten und die Investoren schöpfen Hoffnung, dass Nestlé-Aktien den SMI wieder positiv antreiben. Im Rahmen der Erwartungen fiel das Umsatzwachstum bei Roche aus. Der Pharmakonzern hatte jedoch mit starkem Währungsgegenwind zu kämpfen. Überzeugt hat einmal mehr der Industriekonzern ABB, der im ersten Quartal bei Umsatz, Gewinn und Profitabilität deutlich zugelegt und die Jahresprognose erhöht hat. Die Aktien tendierten daraufhin spürbar höher und führen das Kurstableau des Swiss Market Index (SMI) seit Jahresbeginn mit einem Plus von rund 30% an. Positive Signale kommen auch vom Bankensoftwarehersteller Temenos, der die Erwartungen der Analysten zum ersten Quartal übertroffen hat. Ein gemischtes Bild lieferte hingegen der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler. Während die Wachstumserwartungen – aufgrund eines schwächelnden Chinageschäfts und währungsbedingt – nicht erfüllt wurden, verbesserte sich die Profitabilität stärker als von Analysten erwartet.
Der US-Konsument lässt sich vom gestiegenen Ölpreis scheinbar nicht aus der Ruhe bringen, wie die Einzelhandelsumsätze vermuten lassen. Diese sind im März gegenüber dem Vormonat um 1.7% angewachsen. Doch das vermeintlich starke Wachstum ist auf hohe Benzinpreise zurückzuführen. Die wegen des Krieges angestiegenen Energiepreise belasten also die Haushaltsbudgets der US-Amerikaner – alles andere als ein positives Zeichen.
Im Fokus der Berichtssaison standen diese Woche auch die US-Rüstungsunternehmen GE Aerospace, Northrop Grumman und RTX (ehemals Raytheon Technologies). Die Unternehmen profitieren von den geopolitischen Unsicherheiten und der weltweiten Nachfrage zur militärischen Aufrüstung. Das führt zu vollen Auftragsbüchern und guten Quartalsergebnissen. Weil die Aussichten der Unternehmen allerdings verhalten ausgefallen sind, gerieten die Aktien unter Druck.
Die Markterholung der vergangenen Wochen war eindrücklich. 12% hat der breite US-Markt, gemessen am S&P 500, seit seinem Tiefstand am 30. März zugelegt, getrieben von den grossen Technologiewerten. Allein die Aktien der Glorreichen Sieben (Alphabet, Amazon, Apple, Meta Platforms, Microsoft, Nvidia, Tesla) haben sich im Schnitt um 18% verteuert.
Nach 15 Jahren an der Spitze von Apple tritt Tim Cook per 1. September 2026 ab und wechselt auf den Posten des Verwaltungsratspräsidenten. Das Ruder übernimmt der Chef der Hardware-Sparte, John Ternus, der seit 25 Jahren beim Konzern ist. Wie stark sich Apple unter Cook entwickelt hat, zeigen die Zahlen. Der Umsatz vervierfachte sich auf über 400 Milliarden Dollar, die Marktkapitalisierung hat sich von rund 350 Milliarden Dollar auf 4 Billionen mehr als verzehnfacht. Als wichtige Aufgabe gilt für Ternus die Weiterentwicklung der Strategie rund um Künstliche Intelligenz.
Auf der Agenda
Zinsentscheid EZB
Am 30. April fällt die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Zinsentscheid. Der Grat ist schmal. Die steigende Inflation spricht für höhere, das schwache Wachstum für tiefere Zinsen.
Tesla setzt auf Roboter
Der Elektroautobauer Tesla hebt seine diesjährigen Investitionen in Künstliche Intelligenz, Roboter und Halbleiter von 20 auf 25 Milliarden US-Dollar an und setzt damit zunehmend auf Robotik und autonomes Fahren.
Immobilienmarkt in Dubai ist unter Druck
Kursentwicklung des DFM Real Estate Index
Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office
Die Stimmung am Immobilienmarkt in Dubai ist angeschlagen. Der jahrelange Aufwärtstrend wurde mit dem Krieg im Iran und den damit verbundenen Angriffen auf das Emirat gebrochen. Ein Indikator dafür ist der DFM Real Estate Index. Er bildet alle an der Börse in Dubai notierten Immobilien- und Bauunternehmen ab. Das heisst nicht, dass die Immobilienpreise bereits durchs Band günstiger geworden sind, aber es ist ein Warnsignal. Wenn die Sicherheit nicht mehr gewährleistet ist, sinken die Nachfrage und damit auch die Preise.