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Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Die Rekordjagd an den Börsen setzte sich in den ersten Handelstagen des Jahres fort. Eine Einbahnstrasse ist das nicht, denn die konjunkturellen Daten unterstreichen die schwache Ausgangslage vor allem im Industriesektor.

09.01.2026

Rekordstart ins neue Jahr

Eines haben der Swiss Market Index (SMI), der DAX, der S&P 500 und einige andere Börsenindizes gemein. Sie alle markierten zur Wochenmitte Rekordstände. Damit knüpfen sie an die positive Entwicklung des vergangenen Jahres an. Allerdings setzte nach Erreichen dieser Allzeithochs eine Konsolidierung ein. Von Beginn weg etwas schwächer entwickelte sich der SMI. Als Bremsfaktor entpuppte sich das Indexschwergewicht Nestlé. Der Nahrungsmittelkonzern hat eine grosse Rückrufaktion für Säuglingsnahrung bekannt gegeben. Zudem hatte der SMI noch die Jahresendrally zu verdauen. Zu den Top-Performern am Schweizer Aktienmarkt gehören nach den ersten Handelstagen des Jahres die Valoren des Halbleiterzu-lieferers VAT. Sie legten im Fahrwasser der US-Tech-Aktien deutlich zu. Diese profitieren dabei von einem anhaltenden Interesse der Anlegerinnen und Anleger am Thema Künstliche Intelligenz.

 

Gelungene und gescheiterte Übernahmen

Am hiesigen Markt positiv aufgenommen wurde die Nachricht des Augenheilkunde-Konzerns Alcon, dass die Übernahme des US-Augenchirurgie-Unternehmens Staar – aufgrund fehlender Zustimmung der Aktionäre – nicht zustande kommt. Genau gleich erging es dem Technologieunternehmen Cicor, das den britischen Elektronikfertiger TT Electronics übernehmen wollte, dabei aber an den Eigentümern scheiterte. Auch die Valoren von Cicor reagierten positiv auf die abgeblasene Übernahme. Keine Steine im Weg liegen dem Baustoffkonzern Amrize. Das verselbstständigte Nordamerika-Geschäft von Holcim übernimmt PB Materials und erweitert damit sein Geschäft um insgesamt 26 Standorte in West-Texas.

 

Schwächelnder Industriesektor

Enttäuschende Nachrichten kommen von den Einkaufsmanagerindizes (PMI) des Industriesektors. Sie gelten als vorauslaufende Indikatoren, weshalb der jüngste Einbruch im Schweizer Industriesektor zur Vorsicht mahnt – der Rückgang war deutlich stärker als von Ökonomen erwartet. Zudem notiert der Industrie-PMI seit drei Jahren im Bereich der Kontraktion, also unter 50 Punkten. Auch der von Raiffeisen Schweiz erhobene KMU-Einkaufsmanagerindex ist im Dezember von 50.3 auf 49.4 Punkte gesunken. Immerhin rechnet die Mehrheit der Unternehmen mit einer Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. Ein ähnliches Bild zeigt sich in den USA, wo der Einkaufsmanagerindex ebenfalls unter 50 Zählern verbleibt und seit Oktober an Dynamik eingebüsst hat. Investoren interpretieren das bisweilen so, dass die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed steigt, was letztlich für Aktien spricht.

Die Folgen des Angriffs auf Venezuela

Auf den ersten Blick hatte der Militäreinsatz der USA in Venezuela kaum Auswirkungen auf die Finanzmärkte. Anlegerinnen und Anleger betrachten vielmehr die Chancen. So sind die Aktien von Ölkonzernen und Ausrüstern zunächst gestiegen, da erwartet wird, dass diese Unternehmen von der Erneuerung der Infrastruktur zur Ölförderung profitieren werden. Auf den zweiten Blick sollte aber nicht ausser Acht gelassen werden, dass es sich dabei um eine völkerrechtswidrige Aktion der USA handelte. Weil damit die Weltordnung zunehmend infrage gestellt wird, dürfte die Volatilität, je nachdem, was noch folgt, in den kommenden Monaten wieder ansteigen.

 

Rückläufige Inflation in Europa

Die Teuerung ist in Europa im Dezember – unter anderem aufgrund tieferer Energiepreise – von 2.1 auf 2.0% gesunken. Damit befindet sie sich exakt auf der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Vorerst ist jedoch kaum mit Zinssenkungen zu rechnen, da auch die Unterschiede der Teuerung zwischen den verschiedenen Mitgliedsländern sehr gross sind. In der aktuellen Situation besitzt die EZB den grösstmöglichen Spielraum, um auf eine sich ändernde Ausgangslage zu reagieren. Und daran wird sie freiwillig nichts ändern.

Auf der Agenda

Erste Umsatzzahlen

Kommende Woche geben unter anderem Sika, Lindt & Sprüngli, Bossard, Geberit und Zehnder ihre Umsatzzahlen für 2025 bekannt und erlauben so einen Ein-blick ins Gesamtjahr.

Aufgefallen

Jungfraubahn auf Rekordfahrt

Über eine Million Gäste hat die Tourismusgruppe 2025 aufs Jungfraujoch befördert. Aktionäre profitieren von einer höheren Ausschüttungsquote und gestiegenen Margenzielen.

Chart der Woche

Gelegenheit für Schnäppchenjäger

Die stärksten und schwächsten Aktien des SMI im Jahr 2025

Chart der Woche

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

2025 war ein gutes Börsenjahr. Inklusive Dividende brachte ein Investment in den Swiss Market Index (SMI) eine Rendite von 18%. Das ist klar über dem langjährigen Durchschnitt von knapp 8%. Eindrücklich ist dabei die Performanceschere. Im Fokus standen die Bauzulieferer. Während sich die Aktien von Holcim um 80% verteuerten, verloren jene des Schlusslichts Sika 23%. Dabei handelt es sich auch bei den Verlierern des vergangenen Jahres um Qualitätsunternehmen. Langfristig könnte sich ein Einstieg also durchaus lohnen.

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