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Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Mit ihrer Zinssenkungspause setzt die US-Notenbank Fed ein Zeichen gegen den Druck der US-Administration. Die Geschäftszahlen der grossen Technologiekonzerne können derweil nicht auf ganzer Linie überzeugen.

30.01.2026

Vorsichtige Anleger

Die Stimmung an den Börsen ist tendenziell gut, was der dieswöchige Rekordstand des amerikanischen S&P 500 Index unterstreicht. Der Zinsentscheid der Notenbank Fed sowie die Geschäftszahlen mehrerer grosser Technologiekonzerne sorgten aber für eine gewisse Zurückhaltung unter den Anlegerinnen und Anlegern. Zusätzlich dämpfte deren Kauf-laune die Anhebung der US-Zölle gegen Südkorea. Gefragt waren entsprechend sichere Kapital-häfen wie Gold und der Schweizer Franken. Gegenüber dem Euro markierte letzterer, unter Ausklammerung der Kursturbulenzen von Anfang 2015, ein Allzeithoch.

 

Schweizer Börse im Seitwärtsmodus

Der Swiss Market Index (SMI) tendierte über weite Strecken seitwärts. Die Unternehmenszahlen fielen derweil mehrheitlich solide aus. Die Pharmasparte von Roche entwickelte sich im Jahr 2025 gut, das Diagnostiksegment dagegen schwächelte leicht. In Summe konnte der Pharmariese Umsatz und Gewinn steigern. Beim Blick nach vorne gibt er sich vorsichtig optimistisch. Die Dividende soll das 39. Mal in Folge steigen. Ebenfalls über eine höhere Gewinnausschüttung dürfen sich die Aktionäre von Lonza und ABB freuen. Der Industriekonzern hat im Schlussquartal überraschend viele Aufträge erhalten und seine Profitabilität verbessert. Der Reingewinn kletterte im Gesamtjahr um ein Fünftel. Beim Pharmazulieferer liess der Kauf einer grossen Produktionsanlage den Umsatz um fast 20% nach oben schnellen. Zudem verbesserte er seine Marge. Infolge einer Erholung des US-Marktes konnte der Computerzubehörhersteller Logitech im Weihnachtsquartal den Umsatz um 6% und den Gewinn um 19% steigern. Die Analystenerwartungen für 2025 verfehlt hat Givaudan. Gegenüber dem starken Vorjahr verlor der Aromen- und Duftstoffhersteller an Schwung. Zudem machten ihm negative Währungseffekte zu schaffen. Der Landmaschinenbauer Bucher und der Intralogistikspezialist Interroll setzten derweil weniger um, der Auftragseingang nahm aber zu.

Gemischte Bilanzen aus dem Technologiesektor

Dank des boomenden Werbegeschäftes wuchs das Betriebsergebnis der Facebook-Mutter Meta 2025 um 20% auf über 83 Milliarden US-Dollar. Dieses Jahr will das Unternehmen weiter zulegen. Hierzu sollen bis zu 135 Milliarden Dollar in den Infrastrukturausbau für Künstliche Intelligenz (KI) fliessen. Dem Softwareriesen Microsoft bescherte sein KI- und Cloud-Angebot im abgelaufenen Quartal ein zweistelliges Umsatzplus. Anders als beim Zuckerberg-Konzern zeigten sich die Marktteilnehmer aber über die hohen Kosten besorgt. Sie hinterfragen, wie viel Wachstumspotenzial noch im KI-Thema steckt. Der E-Autobauer Tesla hat indes mit der Konkurrenz aus Asien und der Nähe von Firmeninhaber Elon Musk zu US-Präsident Donald Trump zu kämpfen. Der Nettogewinn sank im letzten Jahr um gut ein Viertel auf 5.8 Milliarden Dollar.

 

China belastet Uhrenexporte

Die Schweizer Hersteller haben 2025 Uhren im Wert von 25.6 Milliarden Franken ausgeführt. Das ist ein Minus von 1.7% zum Vorjahr. Grund ist vor allem die schwache Nachfrage aus China. Die Exporte dorthin gingen um 6.8% zurück.

 

Fed wechselt in den Pausenmodus

Die US-Notenbank Fed und ihr unter Beschuss geratener Chef Jerome Powell haben dem politischen Druck standgehalten und die Leitzinsspanne von 3.5% bis 3.75% beibehalten. Angesichts der zähen Inflation ist der Spielraum der Währungshüter für eine geldpolitische Lockerung limitiert. Entsprechend rechnen wir dieses Jahr mit einer einzigen Zinsreduktion um 25 Basispunkte.

 

Im Fussball läuft es rund

Die Deutsche Fussball Liga hat in der Saison 2024/25 einen Rekordumsatz von 6.3 Milliarden Euro erzielt, was einem Plus von gut 8% gegenüber der Vorsaison entspricht. Das Ergebnis unterstreicht die im Gegensatz zur Industrie nach wie vor relativ robuste Geschäftsentwicklung des Dienstleistungssektors in Deutschland.

Auf der Agenda

Berichtssaison Schweiz

Nächste Woche öffnen unter anderem der Pharmariese Novartis, die Grossbank UBS und das Chemieunternehmen Ems ihre Geschäftsbücher.

Aufgefallen

Chinesen auf Raubtierjagd

Für 1.5 Milliarden Euro übernimmt der chinesische Sportartikelkonzern Anta rund 29% am kriselnden, deutschen Konkurrenten Puma. Damit setzt das Unternehmen seinen Expansionskurs fort, im Zuge dessen es sich bereits Sportlabels wie Fila, Salomon oder Jack Wolfskin einverleibt hat.

Chart der Woche

«The sky is the limit»

Entwicklung des Goldpreises, in USD pro Feinunze

Chart der Woche

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Der Goldpreis hat die Marke von 5’000 US-Dollar pro Unze geknackt. Damit setzt das gelbe Edelmetall seine Rally im neuen Jahr (+24%) fort. Seit Ende 2024 hat sich der Preis verdoppelt. Massgeblich getrieben wird die Nachfrage von den Notenbanken, die durch Goldkäufe ihre Abhängigkeit vom Dollar reduzieren wollen. Zusätzlichen Auftrieb bescheren die erhöhten geopolitischen Unsicherheiten, die perspektivisch weiter steigende Staatsverschuldung vieler Länder sowie die chronische Schwäche des US-Dollars.

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