Auf der Agenda
Schweizer Konsumentenstimmung
Wie stark die geopolitischen Unsicherheiten auf die Konsumlaune drücken, zeigt sich am 8. Juni, wenn das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) die aktuellen Daten zur Konsumentenstimmung publiziert.
Die US-Börsen sind auch diese Woche auf ein Rekordhoch geklettert. Etwas verhaltener entwickelte sich der Schweizer Markt. Enttäuscht zeigten sich Anleger vor allem vom Privatmarktspezialisten Partners Group.
05.06.2026
Die US-Börsen haben die Woche mit einem Rekordlauf begonnen, zur Wochenmitte allerdings eine Pause eingelegt. Während der Krieg im Iran etwas in den Hintergrund rückte, wurden die Finanzmärkte vor allem vom Technologiesektor getrieben. So verteuerten sich beispielsweise die Aktien von Hewlett Packard Enterprise am Tag der Resultatpräsentation um rund ein Fünftel. Solche Kurssprünge scheinen jüngst an der Tagesordnung zu sein, mahnen aber zur Vorsicht. Sie beruhen entweder darauf, dass zuvor eine Fehleinschätzung herrschte, oder dass der Markt zu Übertreibungen neigt.
Die erneute Zolldrohung aus den USA hat die Börsen weitgehend kalt gelassen. Dennoch muss die Schweiz bis zum 6. Juli zu den Anschuldigungen Stellung nehmen, dass sie nicht genügend stark gegen Zwangsarbeit vorgehe. Daneben rückten volkswirtschaftliche Daten in den Fokus. Die Inflation kletterte gegenüber dem Vormonat um 0.2%, gegenüber dem Vorjahr verharrte sie bei 0.6%. Das ist, verglichen mit dem Ausland immer noch ein moderates Niveau. In der Eurozone betrug die Teuerung zuletzt 3.2%, in den USA gar 3.8%. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) entwickelte sich in der Schweiz mit einem Plus von 0.4% im ersten Quartal etwas schwächer als erwartet. Als Bremsfaktor entpuppte sich der private Konsum. Unternehmensseitig orientierte der Schokoladenhersteller Barry Callebaut über Massnahmen, mit denen er zurück auf den Wachstumspfad will. Dazu gehört die Konzentration auf zehn wichtige Märkte und fünf Wachstumsfelder. Im Fokus stehen unter anderem die Verbesserung der Kundennähe sowie ein differenzierteres Angebot. Regional will Barry Callebaut den nordamerikanischen Markt ausbauen.
Allein am Mittwoch verloren die Aktien von Partners Group 16.3% und fielen auf den tiefsten Stand seit der Corona-Krise. Rund 30% haben die Valoren des Privatmarktspezialisten damit seit Anfang Jahr eingebüsst. Grund dafür ist, dass die Rücknahmen bei einem Private-Equity-Fonds begrenzt wurden. Diese Massnahme schützt bestehende Kunden, indem sie Zwangsverkäufe verhindert. Gleichzeitig offenbart sie ein Problem dieser Investitionen: Illiquide Anlagen werden in liquide Strukturen verpackt. Das geht so lange gut, bis die Angebots-Nachfrage-Situation aus dem Gleichgewicht gerät.
Die Google-Mutter Alphabet hat diese Woche bekanntgegeben, dass sie mittels einer Kapitalerhöhung 80 Milliarden US-Dollar aufnehmen wolle. Mit dem Geld soll der Ausbau der Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) finanziert werden. Insgesamt will das Unternehmen dieses Jahr 180 bis 190 Milliarden Dollar in KI investieren. An der Kapitalerhöhung wird sich Berkshire Hathaway, die Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett, mit 10 Milliarden Dollar beteiligen. Es wirkt, als wolle Alphabet das günstige Umfeld und die risikofreudige Stimmung der Anleger nutzen, um sich noch vor dem riesigen Börsengang des Raumfahrtunternehmens SpaceX von kommender Woche (12. Juni) Kapital zu sichern. Mit den anstehenden KI-IPOs von Anthropic und OpenAI sind auch andere Unternehmen demnächst auf der Suche nach flüssigen Mitteln.
Gemäss den aktuellen Einschätzungen der Einkaufsmanager aus dem Industriesektor geht es der globalen Konjunktur gut. Sowohl in den USA, der Eurozone sowie der Schweiz notieren die Werte über 50 Punkten und damit im Wachstumsbereich. Der hiesige Sektor schwingt mit einem Wert von 57.3 im internationalen Vergleich oben aus und hat gegenüber dem Vormonat (54.5) noch einmal zugelegt. Dass sich auch die Konsumenten hierzulande nicht aus der Ruhe bringen lassen, zeigen die deutlich über den Erwartungen ausgefallenen Detailhandelsumsätze. Nicht ganz so rosig ist die Situation in Deutschland und Frankreich. Mit Werten knapp über und knapp unter 50 bewegt sich die Konjunktur an der Schwelle von Wachstum und Kontraktion.
Auf der Agenda
Schweizer Konsumentenstimmung
Wie stark die geopolitischen Unsicherheiten auf die Konsumlaune drücken, zeigt sich am 8. Juni, wenn das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) die aktuellen Daten zur Konsumentenstimmung publiziert.
Schwache Uhrenexporte
Die Schweizer Uhrenexporte sind im Vorjahresvergleich um 16.6% gesunken. Getrieben wurde der Rückgang von den USA, wohin die Exporte um 56.4% einbrachen. Allerdings waren diese 2025 wegen drohender Zölle überdurchschnittlich hoch.
In Richtung Gipfel
Aktienkursentwicklung der BVZ Holding, in CHF
Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office
Die Performance der Aktie gleicht dem Höhenprofil der Gornergratbahn. Die Titel der BVZ Holding (Brig-Visp-Zermatt) haben allein dieses Jahr um 28% zugelegt und kletterten jüngst auf ein Allzeithoch. Ob der Gipfel damit erreicht ist, wird sich zeigen. Investoren müssen sich aber bewusst sein, dass BVZ-Valoren Liebhaberaktien sind, die wenig gehandelt und von keinem Analysten verfolgt werden. Das ändert aber nichts daran, dass das Unternehmen ein solides Geschäft betreibt und für das vergangene Jahr die Dividende deutlich erhöht hat.