Auf der Agenda
Inflation Schweiz
Am 3. August werden die Schweizer Inflationsdaten für den Juli publiziert. Obwohl die höheren Energiepreise belasten, rechnen wir nicht mit einem markanten Anstieg.
Starke Unternehmensergebnisse treiben den Schweizer Aktienmarkt auf ein Rekordhoch. Dass die US-Notenbank an ihrer Geldpolitik festhält, war zwar so erwartet worden, dass sie zunehmend mit Informationen geizt, kommt indes nicht gut an.
31.07.2026
Der Swiss Market Index (SMI) kletterte im Wochenverlauf auf ein Allzeithoch, bevor schwache Signale aus den USA und zunehmende
geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Rekordjagd bremsten. Die zunächst positive Entwicklung wurde von starken Unternehmenszahlen initiiert, etwa der UBS. Und die Grossbank hat geliefert. Der Gewinn von 2.8 Milliarden US-Dollar übertraf die Erwartungen der Analysten. Dank einem erfreulichen Wachstum der Nettoneugelder und einer erfolgreich verlaufenden Integration der Credit Suisse profitieren Anlegerinnen und Anleger von einem neuen Aktienrückkaufprogramm von 3 Milliarden Dollar bis Mitte 2027. Positive Signale sendete auch der Bauzulieferer Sika. Dass der Aktienkurs nach Veröffentlichung der Halbjahreszahlen fast 9% zugelegt hat, liegt daran, dass die Erwartungen der Analysten übertroffen wurden, sich das Geschäft im zweiten Quartal gegenüber dem ersten beschleunigte und die Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben wurde. Getrübt wird das Bild nach wie vor von einem schwachen Geschäft in China. Ebenfalls über den Erwartungen der Analysten lagen die Ergebnisse des Ende Juni abgelaufenen ersten Quartals des Geschäftsjahres 2026/27 beim Computerzubehörhersteller Logitech. Der Ausblick hat sich, wegen der zeitweiligen Schliessung eines Halbleiterzulieferers jedoch eingetrübt. Im wichtigen Weihnachtsquartal rechnet das Unternehmen mit Umsatzeinbussen von bis zu 200 Millionen Dollar. Die Aktien kamen entsprechend unter Druck. Dagegen verbuchte der Halbleiterzulieferer Inficon ein gutes zweites Quartal, übertraf die Erwartungen der Analysten und hat die Prognosen für das Gesamtjahr angehoben. Der Industriekonzern Sulzer hat zum Halbjahr einen gemischten Zahlenkranz vorgelegt. Dennoch vermochte er, bei einem rückläufigen Umsatz und Auftragseingang die Marge zu steigern. Die Börse hat das mit einem Plus von 7.6% honoriert und setzt auf eine Erholung im zweiten Halbjahr.
Die Unterschiede im US-Technologiesektor sind riesig. Während die Aktien von Apple auf einem Rekordhoch handeln, haben jene von Microsoft dieses Jahr fast einen Fünftel eingebüsst. Dazwischen liegen die Valoren von Meta und Amazon. Mit Spannung wurde deshalb die Präsentation der Quartalszahlen erwartet. Während die Ergebnisse von Microsoft und Amazon positiv aufgenommen wurden, zeigten sich Investorinnen und Investoren bei Meta und Apple skeptisch.
Die amerikanischen Währungshüter halten vorerst an ihrer Geldpolitik fest. Das war zwar erwartet worden, allerdings waren sich Ökonomen im Vorfeld schon lange nicht mehr so uneinig wie dieses Mal. Ein Zustand, an den sich die Märkte gewöhnen müssen, denn unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh soll es keine Prognosen mehr geben. Vorerst scheint das oberste Ziel der Notenbank aber Preisstabilität zu sein. Die Inflation soll auf 2% sinken – das deutet auf eine anhaltend restriktive Geldpolitik hin.
Der chinesische Halbleiterhersteller CXMT ging diese Woche in China mit einem Traumstart an die Börse. Um 466% haben sich die Titel am ersten Handelstag verteuert. Der starke Kursanstieg unterstreicht zwar die positiven Aussichten des Sektors, das Ausmass verdeutlicht aber auch die Angst der Anleger, sie könnten etwas verpassen. Ein weiterer Kurstreiber ist die US-Handelspolitik. Amerikanische Sanktionen gegenüber Halbleiterexporten nach China haben die Bedeutung von CXMT verstärkt. Gleichzeitig belastet das chinesische IPO die Stimmung am europäischen und US-amerikanischen Halbleitermarkt.
Die jüngsten Konjunkturumfragen des deutschen Ifo-Instituts haben sich im Juli aufgehellt. Dennoch besteht Grund für eine gewisse Zurückhaltung, denn der Wert liegt immer noch unter dem langfristigen Durchschnitt. Die Umfrage zeigt zudem, dass sich die Einschätzung der aktuellen Lage verschlechterte, während sich die Erwartungen für die künftige Entwicklung verbesserte.
Auf der Agenda
Inflation Schweiz
Am 3. August werden die Schweizer Inflationsdaten für den Juli publiziert. Obwohl die höheren Energiepreise belasten, rechnen wir nicht mit einem markanten Anstieg.
Apple überholt Nvidia
Dank der starken Entwicklung der Apple-Aktien kletterte dessen Marktkapitalisierung erstmals über 5’000 Milliarden Dollar. Damit überholt er den zuletzt etwas schwächelnden Halbleiterhersteller Nvidia.
Commerzbank wird (wohl) italienisch
Gesamtrendite von Commerzbank und von Unicredit, in EUR und indexiert
Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office
Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Unicredit die Commerzbank vollständig übernimmt. Mit einem Anteil von zuletzt 47.59% ist sie bereits heute der grösste Aktionär. Nachdem sich die deutschen Banker bislang stets gegen eine Übernahme durch die italienische Grossbank gestemmt hatten, sollen nun ab August Gespräche geführt werden. Begonnen hatte der Übernahmekampf im September 2024, als Unicredit die ersten Aktien aus dem Bestand der Bundesrepublik gekauft hat. Damit treibt Unicredit die Bankenkonsolidierung voran. Gewinner sind die Aktionäre. Sie haben ihren Einsatz mehr als verdoppelt.