SNB ist gut positioniert
28.05.2026
Zinsentwicklung seit 2000
Der Iran-Konflikt hat die Energiepreise stark steigen lassen und belastet die Wirtschaft. Dies stellt die Geldpolitik vor ein Dilemma. Soll sie auf den Angebotsschock, gegen den sie eigentlich nichts ausrichten kann, reagieren, um möglichen stärkeren Zweitrundeneffekten der Energiepreise auf die Inflation entgegenzutreten? Oder soll sie darauf verzichten, um die negativen Konjunktureffekte nicht unnötig zu verstärken?
In der Eurozone neigt die Europäische Zentralbank (EZB) dazu, bereits bei Anzeichen für einen moderat höheren allgemeinen Preisdruck die Zinsen zumindest etwas anzuheben, um ihre Glaubwürdigkeit als Inflationswächter zu untermauern. Die Schweizer Wirtschaft ist im Vergleich wesentlich weniger energiesensitiv. Der Preisdruck bleibt gering. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sorgt sich daher kaum um die Inflation, sondern mehr um die globale Nachfrage und eine mögliche Frankenaufwertung.
Deshalb erklärt die SNB weiterhin eine erhöhte Bereitschaft, bei einer raschen und übermässigen Aufwertung am Devisenmarkt einzugreifen. Die Erwartungen für EZB-Zinserhöhungen haben jedoch den Aufwertungsdruck auf den Franken reduziert. Damit besteht derzeit kein Bedarf für Devisenkäufe und umso weniger für Negativzinsen. Die SNB sieht sich mit den Nullzinsen gut positioniert, womit auch der Ausblick für die längerfristigen Zinskonditionen weitgehend stabil bleibt.
Weitere Informationen finden Sie unter raiffeisen.ch/hypothekarzinsen