Mit Investitionsgüter-Leasing flexibel bleiben

Hohe Investitionen mit wenig Eigenmitteln stemmen

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Die Finanzierung einer neuen Produktionsstätte ist für jedes KMU ein Kraftakt. Auch die Molkerei Forster fragte sich: Wie sollen wir die hohen Investitionen stemmen, wenn die Eigenmittel knapp sind? Möglich machte es ein Finanzierungsmix aus Miete und Leasing. Zudem wurde ein flexibles Leasingraten-Modell vereinbart.
 

Überleben in der Nische

Das Milchlädeli gibt es immer noch. Es steht im Herzen von Herisau und trotzt der übermächtigen Konkurrenz durch die Supermärkte. Vor 40 Jahren hat hier alles angefangen. Seither hat sich der Markt stark verändert. Die Grossverteiler geben den Ton an und der Preisdruck nimmt zu. «Um gegen die Grossen zu bestehen, müssen wir auf Nischen setzen», sagt Markus Forster, Geschäftsführer der Molkerei Forster.

Heute ist der Betrieb weit mehr als ein Milchlädeli mit einer kleinen Molkerei. Das Appenzeller KMU gehört zu den grössten Milchverarbeitern der Ostschweiz. Über acht Millionen Liter Milch verarbeitet der Familienbetrieb jährlich. Bald sollen es deutlich mehr sein, denn die Produktion wird ausgebaut: «Am neuen Standort können wir mit gleich vielen Mitarbeitenden 50 Prozent mehr produzieren», so Forster.

 

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  • Die mit Leasing finanzierte Produktionsanlage sorgt für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit.
  • Mit einem Finanzierungsmix aus Miete und Leasing konnte Geschäftsführer Markus Forster die hohen Investitionen stemmen.
  • Auch die Verpackungsanlage wurde mit Leasing finanziert. Durch die Umstellung von Plastik auf Karton spart man 70 Prozent CO2-Emissionen.
  • Genügend Zeit für die Feinabstimmung: Flexible Leasingraten senken den Kostendruck bis die neuen Anlagen eingespielt sind.
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    Investition in die Zukunft

    Der Neubau im Industriequartier von Herisau ist eine Investition in die Zukunft: Er steigert die Effizienz, verbessert sowohl die Logistik als auch die CO2-Bilanz und bietet Raum für weiteres Wachstum. In der alten Produktionsstätte wurde es in den letzten Jahren zu eng, denn neben Eigenmarken und Produkten für Betriebe aus der Region gewinnen Fremdmarken für Grossverteiler an Bedeutung.

    «Kleinbauern als Lieferanten und Discounter als Kunden – das ist kein einfacher Spagat, aber er gelingt uns», bemerkt Markus Forster. Schon früh versuchte die Molkerei, mit ihren Produkten in den Detailhandel zu kommen. Seit 1993 ist man mit Spar im Geschäft und 2009 kam Lidl dazu. Bio-Milch und -Joghurt für Supermärkte sorgen seither für jährliche Wachstumsraten von bis zu 20 Prozent. 

     

    Leasing einer Produktions- und Abfüllanlage

    Die Finanzierung des 32 Millionen Franken teuren Bauprojekts war angesichts der knappen Liquidität eine Herausforderung. Eigenkapital war keine Option: «Allein die 12 Millionen für den Neubau hätten unsere Möglichkeiten bei weitem überstiegen», gibt Markus Forster zu. Die Lösung war ein externer Investor, der bereit war, das Gebäude auf eigene Rechnung zu erstellen. Die Molkerei mietet das Areal die nächsten 25 Jahre von einer Anlagestiftung. 2046 soll das Gebäude dann an den Betrieb übergehen.

    Auch bei den Investitionen in die Infrastruktur ging Forster neue Wege. Die bestehende Produktionsanlage, die weiterhin für Nischenprodukte eingesetzt wird, hatte der Betrieb noch mit Eigenmitteln finanziert. Diesmal setzte man auf Leasing. Zu finanzieren gab es eine Produktions- und eine Abfüllanlage. «Für uns ist die Kombination aus Leasing und Miete eine sichere Lösung», so Forster. Planungssicherheit ist dem 63-jährigen Patron wichtig, weil seine drei Kinder den Betrieb übernehmen.

     

    Leasingraten auf Umsatz abgestimmt

    Über 20 Jahre sollen die Anlagen im Einsatz stehen – weit über den 10-jährigen Leasingvertrag hinaus. Das Familienunternehmen hat in eine nachhaltige Lösung investiert: Die Anlagen arbeiten mit Solarenergie und zum Heizen wird die Abwärme der Kühlanlage genutzt. «Es gibt günstigere Anlagen, aber Energie wird in Zukunft eher teurer als billiger», ist der Geschäftsführer überzeugt.

    Die Inbetriebnahme braucht Zeit, denn das System muss sich erst einspielen. Progressive Leasingraten senken die Kosten in der Aufbauphase: Die ersten acht Monate sind die Raten tiefer, danach nehmen sie – abgestimmt auf die Umsatzerwartungen – zu. «Das gibt uns Zeit, die Kinderkrankheiten auszumerzen», sagt Markus Forster. Bald sollen 10'000 Liter Milch pro Stunde durch die Anlage fliessen. Damit kommen nun auch die Marktführer im Detailhandel als Kunden in Reichweite.

     

    «Die zu Beginn tieferen Leasingraten geben uns Zeit, die Kinderkrankheiten auszumerzen.» 

    Markus Forster, Geschäftsführer Molkerei Forster 

     

     

    Interview: 3 Fragen an Markus Forster, Geschäftsführer Molkerei Forster

     

    Warum Leasing?

    Markus Forster: Uns fehlte die nötige Liquidität, um unsere neue Produktions- und Verpackungsanlage mit Eigenmitteln zu finanzieren. Leasing gibt uns Planungssicherheit und dank flexiblen Raten haben wir weniger Kostendruck in der Anfangsphase. 

     

    Wieso kein Kredit?

    M. F.: Ein Kredit wäre teurer und komplizierter gewesen. Für grössere Darlehen verlangen Banken Sicherheiten und Garantien in ähnlichem Umfang. Beim Leasing ist das anders. Das Leasingobjekt genügt als Sicherheit. 

     

    Weshalb mit Raiffeisen?

    M. F.: Raiffeisen hat von Beginn weg grosses Interesse für unser Projekt gezeigt. Ich habe auch Lösungen im Ausland angeschaut, aber der persönliche Kontakt war mir wichtig. Im Gespräch mit meinem Firmenkundenberater fühlte ich mich sofort verstanden.

    Forster

    Markus und Heidi Forster übernahmen 1981 ein kleines Molkerei-Lädeli in Herisau (AR). 1992 stieg das Ehepaar in die Produktion ein und baute diese 2001 ein erstes Mal aus. In der Folge entwickelte sich der Betrieb zu einem der grössten Milchverarbeiter der Ostschweiz. Im Sommer 2021 bezog das Familienunternehmen mit seinen 30 Mitarbeitenden einen neuen Produktionsstandort im Industriequartier von Herisau.