Vermögensverwaltungsmandat

Portfolio Manager Report

Das erste Quartal 2022 verlief aus Anlegersicht wenig erfreulich. Die Börsen zeigten sich aufgrund der Inflation, der Zinswende und dem Ukraine-Krieg von der volatilen Seite. Die Wachstumsprognosen haben sich eingetrübt.

Video-Podcast 1. Quartal 2022

 

Kernbotschaften

Kernbotschaften
  • Die hartnäckig hohe Inflation brachte die Zentralbanken zunehmend unter Handlungsdruck. Der Krieg in Europa forcierte die Inflation zusätzlich.
  • Die Zinswende wurde im vergangenen Quartal durch die britische und US-Notenbank definitiv eingeläutet. 
  • Die Wachstumsprognosen wurden nach unten korrigiert. Eine Stagflation ist zwar nicht unser Hauptszenario, die Risiken sind aber deutlich angestiegen. 

Performance

Grafik: Performance Q1 2022

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz Portfolio Management

 

Rückblick

Für einmal stand nicht mehr Corona zuoberst auf unserer Sorgenliste. Die hartnäckig hohe Inflation und damit die Aussicht auf eine restriktivere Geldpolitik mit steigenden Zinsen haben die Anlegerinnen und Anleger dazu bewogen, einen Teil der Gewinne vom Vorjahr zu realisieren. Nachdem die britische Notenbank ihren Leitzins in drei Schritten wieder auf Vor-Corona-Niveau angehoben hatte, läutete auch die US-Notenbank Fed mit ihrem März-Entscheid die Zinswende definitiv ein. Neben der konjunkturellen Verschlechterung haben sich auch die geopolitischen Risiken erhöht. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hat sich ausgeweitet und zum Krieg entwickelt. Die finanziellen Auswirkungen waren bisher vor allem an den Rohstoffmärkten deutlich spürbar. 

Da steigende Zinsen für Obligationenanleger Kursverluste bedeuten, hatten wir in den Vermögensverwaltungsmandaten die Obligationenquote schon früh stark untergewichtet. Seit Anfang des Jahres haben die Renditen nun in allen Leitwährungen für längere Laufzeiten angezogen. Da wir mit weiter steigenden Zinsen rechnen, bleiben wir bei den Obligationen auch weiterhin untergewichtet investiert.

Zu Beginn des Jahres führten wir in allen Portfolios ein sogenanntes «Rebalancing» durch. Dabei wurden die aufgelaufenen Gewinne auf den Aktien realisiert und der Aktienanteil insgesamt defensiver ausgerichtet. Wir sind mit einer Aktien-Untergewichtung ins neue Jahr gestartet. Die starken Korrekturen an den Aktienmärkten im Februar konnten wir nutzen, um die Aktienquote antizyklisch wieder auf eine neutrale Gewichtung zu erhöhen. Ende März reduzierten wir aufgrund der gestiegenen Stagflationsrisiken den Aktienanteil wieder leicht, indem wir Schwellenländer-Aktien abgebaut haben.

Bei Inflation wird Gold wegen des Realwertcharakters vermehrt nachgefragt. Gold wird auch oft bei geopolitischen Unsicherheiten wie Krisen und Kriegen verstärkt als «sicherer Hafen» gesucht. Dank unserer starken Gold-Übergewichtung konnten wir vom Preisanstieg profitieren. Ende Februar haben wir einen Teil der Gewinne realisiert und die Goldgewichtung leicht reduziert. 

Die steigenden Zinsen führten auch bei Immobilienfonds zu Kursverlusten. Immobilien gehören für uns weiterhin in ein ausgewogenes Portfolio, denn sie tragen zur Portfoliodiversifikation bei und bieten noch immer eine verhältnismässig attraktive Rendite.

Ausblick

Die Inflation wird uns weiter beschäftigen. Die gestiegenen Preise drücken die Konsumentenstimmung. Die höheren Herstellungskosten führen auch bei Unternehmen zu Margendruck und dämpfen deren Investitionsfreudigkeit. Wir haben entsprechend unsere Wachstumsprognosen nach unten revidiert. Eine Stagflation ist zwar noch nicht unser Hauptszenario – die Risiken sind aber deutlich angestiegen. Daneben können auch weiterhin der Krieg in der Ukraine und Corona für Unruhe sorgen. 

Positiv zu erwähnen ist, dass viel Geld von privaten und institutionellen Investoren weiterhin irgendwie investiert werden muss. Denn auch wenn die Zinsen ansteigen, die Realverzinsung bleibt aufgrund der Inflation weiter negativ. Das Geld für eine längere Zeit auf einem Konto zu parken, bleibt weiterhin keine gute Idee. 

Video-Podcast 4. Quartal 2021

Video-Podcast 3. Quartal 2021

Video-Podcast 2. Quartal 2021

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