Portfolio Manager Report
Die Finanzmärkte starteten stark ins Jahr, bis mit dem Beginn des Iran-Krieges Ende Februar die Stimmung abrupt drehte. Steigende Energiepreise, wachsende Inflationssorgen und erhöhte Volatilität belasteten zahlreiche Anlageklassen. Angesichts dieser Entwicklungen rückt ein umsichtiges Risikomanagement wieder stärker in den Vordergrund.
Kernbotschaften
- Der Krieg im Iran beendete die zuvor positive Markstimmung abrupt. Am Ende des ersten Quartals notierten die meisten Anlageklassen im negativen Bereich.
- Die stark gestiegenen Energiepreise heizten die Inflationserwartungen an und führten dazu, dass die Zinsen über die gesamte Zinskurve anzogen.
- Die Marktvolatilität dürfte in den kommenden Wochen erhöht bleiben, weshalb wir die taktische Ausrichtung in den Kundenportfolios nochmals defensiver ausgerichtet haben.
Performance
Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz Portfolio Management
Rückblick
Bis Ende Februar entwickelten sich die meisten Anlageklassen sehr positiv. Mit den Angriffen der USA und Israels auf iranische Ziele am 28. Februar kippte die positive Stimmung an den Finanzmärkten jedoch abrupt. Beschädigte Energieinfrastruktur sowie die unpassierbare, strategisch wichtige Seestrasse von Hormus reduzieren das globale Angebot an Erdöl und Erdgas, was deren Preise stark ansteigen liess. In der Folge nahmen Inflations- und Konjunkturängste zu. Am Ende des ersten Quartals notierten die meisten Anlageklassen im negativen Bereich.
Mit dem Ausbruch des Iran Krieges gerieten selbst sicher geltende Staatsanleihen unter Druck. Die stark gestiegenen Ölpreise heizten die Inflationserwartungen an und führten dazu, dass die Renditen über die gesamte Zinskurve in den USA, Europa und der Schweiz seit Beginn der Gefechte spürbar anzogen. Somit rückten mögliche Zinssenkungen vorerst in weite Ferne. Einen deutlichen Stimmungsumschwung gab es zudem im Bereich der sogenannten Privatkredite (Private Credit). Nachdem führende Anbieter mit hohen Rücknahmen konfrontiert waren, mussten einzelne Fonds liquidiert werden; Rückzahlungen wurden teils limitiert oder vollständig ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund – und angesichts klar gestiegener Ausfallrisiken im Kreditsegment – haben wir unser Engagement in Hochzinsanleihen Mitte März auf ein starkes Untergewicht reduziert.
Auch die Aktienmärkte haben im März deutlich nachgegeben. Viele Unternehmen korrigierten ihre Gewinnprognosen aufgrund gestiegener Gas- und Rohölpreise und höherer Finanzierungskosten nach unten. Besonders von den hohen Energiepreisen betroffen sind neben zahlreichen europäischen Staaten auch viele Schwellenländer. Da sich Schwellenländeraktien in dieser Marktphase jedoch relativ gut behauptet haben, haben wir unsere taktische Quote Mitte März von neutral auf ein leichtes Untergewicht reduziert. Mit diesem Schritt realisierten wir einen Teil der seit Jahresbeginn aufgelaufenen Gewinne und reduzierten gleichzeitig das Risiko in den Portfolios. Im Gegenzug erhöhten wir die Gewichtung von Schweizer Aktien leicht. Unser Heimmarkt gehörte unmittelbar nach Kriegsausbruch zwar zu den schwächeren Märkten, dürfte sich jedoch unserer Einschätzung nach aufgrund seiner defensiven Sektorstruktur bei einem länger andauernden Nahost Konflikt robuster entwickeln.
Im Verlauf des März fiel der Goldpreis zeitweise bis auf rund 4’100 US Dollar je Unze. Haupttreiber dafür waren die gestiegenen Zinsen und der festere US Dollar. In den ersten Kriegstagen kamen zusätzliche markttechnische Faktoren hinzu: Viele Investoren mussten kurzfristig Liquidität für Margin Calls bereitstellen und verkauften nach der starken Goldrally zu Jahresbeginn Teile ihrer Positionen, um Verluste in anderen Anlageklassen zu decken. Nachdem wir unsere Goldposition Ende Januar bei einem Kurs um 5’400 US Dollar je Unze leicht reduziert hatten, nutzten wir die Korrektur im März, um das Engagement auf tieferen Niveaus wieder auszubauen.
Ausblick
Die Volatilität an den Finanzmärkten dürfte auch in den kommenden Wochen hoch bleiben. Vor diesem Hintergrund haben wir die Anlagestrategie in den Vermögensverwaltungsportfolios bereits Mitte März nochmals leicht defensiver ausgerichtet. Nach diesen Anpassungen sind wir aus unserer Sicht gut auf das anspruchsvollere Marktumfeld vorbereitet. Gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit ist es entscheidend, am eingeschlagenen Kurs und an der langfristigen Anlagestrategie festzuhalten. Geduld bleibt beim Investieren ein zentraler Erfolgsfaktor – auch wenn das Marktgeschehen zwischendurch, wie derzeit, die Nerven strapaziert.
Publikation «Portfolio Manager Report»
2025
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