Vermögensverwaltungsmandat

Portfolio Manager Report

Das Marktgeschehen war auch im dritten Quartal von der Wirtschaftserholung dominiert. Die Nervosität der Markteilnehmer ist in den letzten Wochen aber merklich angestiegen. Eine breite Diversifikation und eine aktive Risikosteuerung bleiben elementar.

Video-Podcast 3. Quartal 2021

 

Kernbotschaften

Kernbotschaften
  • Die expansive Geldpolitik befeuerte die Märkte auch im vergangenen dritten Quartal.
  • Die Nervosität ist angestiegen. Marktteilnehmer neigen zunehmend dazu, ihre angehäuften Buch-gewinne zu realisieren.
  • Das Jahr 2021 verspricht einmal mehr ein gutes Anlagejahr zu werden.

Performance

Grafik: Performance Q3 2021

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz Portfolio Management

 

Rückblick

Bis Ende August entwickelten sich die Finanzmärkte bei verhältnismässig tiefer Volatilität auch im dritten Quartal erfreulich. Im Fokus blieb die ultra-expansive Geldpolitik, welche die Wirtschaftserholung weiter unterstützte. 

Die starke Performance seit Jahresbeginn und die hohen Bewertungsniveaus machten die Märkte jedoch anfälliger für Korrekturen. So sorgte beispielsweise die drohende Zahlungsunfähigkeit des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande im September plötzlich für viel Nervosität an den Börsen. 

Der genaue Startzeitpunkt des «Taperings», also die Reduktion expansiver geldpolitischer Massnahmen, ist zwar noch immer nicht bekannt – Aussagen des US-Notenbank Präsidenten Jerome Powell deuten aber auf November hin. Gemäss Powell dürfte das Anleihekaufprogramm bereits bis zum Sommer 2022 beendet werden. Die Hälfte der FOMC-Mitglieder rechnen bereits im kommenden Jahr mit einer ersten Zinserhöhung in den USA. 

Die expansive Geldpolitik der Notenbanken befeuerte die Aktienkurse auch über die Sommermonate. Insgesamt haben wir im vergangenen Quartal an der leichten taktischen Untergewichtung der Aktienquote festgehalten. Dank der guten Selektion der Anlagen hat sich die Performance unserer Vermögensverwaltungsmandate trotz des leicht tieferen Aktienrisikos sehr erfreulich entwickelt. Gegen Ende des dritten Quartals haben wir den Anteil an Schwellenländeraktien erhöht, da wir das Chancen-Risiko-Profil dieser Märkte derzeit als attraktiv erachten.

Aufgrund des weiterhin unattraktiven Renditepotenzials von Obligationen, haben wir in den Vermögensverwaltungsportfolios über das gesamte letzte Quartal hinweg an der starken Untergewichtung dieser Anlageklasse festgehalten. 

Auch Schweizer Immobilienfonds haben im dritten Quartal weiter zugelegt. Wir haben die «starke Übergewichtung» dieser Anlageklasse auf eine «leichte Übergewichtung» reduziert. Wir erwarten zwar keinen Einbruch der Immobilienpreise, da die Zinsen in der Schweiz noch lange sehr tief bleiben dürften, trotzdem haben wir uns dazu entschieden, einen Teil der aufgelaufenen Gewinne zu realisieren. Auf der anderen Seite haben wir den schwächelnden Goldpreis genutzt, um unsere Goldpositionen in den Portfolios leicht zu erhöhen.

Ausblick

Im vierten Quartal dürfte sich die Wirtschaftsdynamik abschwächen. Auf der Risikoseite ist es zudem für eine Entwarnung der Corona-Situation noch zu früh, da die Herbst- und Wintermonate vor der Tür stehen. Allgemein ist zu beobachten, dass die Nervosität der Markteilnehmer in den letzten Wochen wieder merklich angestiegen ist. Treten negative Überraschungen auf, neigen sie dazu ihre Buchgewinne sofort zu realisieren. 

Anlagetaktisch bleiben wir in unseren Vermögensverwaltungsmandaten leicht defensiv positioniert. Das Jahr 2021 verspricht aber einmal mehr insgesamt ein gutes Anlagejahr zu werden. Wir behalten das Börsengeschehen weiterhin genau im Auge, um sofort reagieren zu können, wenn sich an den Märkten Opportunitäten ergeben.

Video-Podcast 2. Quartal 2021

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