Märkte & Meinungen

Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Die Aussichten sind intakt, dennoch lasten fehlende Impulse auf den Märkten und sorgen regelmässig für Schwankungen. Erst ein nachhaltiges Ende der Pandemie dürfte für eine weitere Entspannung an den Börsen sorgen.

Chart der Woche

Historisch niedrige Ausschüttung

Dividendenrendite Swiss Market Index

Historisch niedrige Ausschüttung

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Nach den Jahresabschlüssen ist vor den Dividenden. Bevor diese aber ausgeschüttet werden, müssen sie in den kommenden Wochen von den Generalversammlungen genehmigt werden. Für den Swiss Market Index (SMI) liegt die Dividendenrendite aufgrund der starken Börsen aktuell bei rund 3 %. Historisch ist das niedrig, verglichen mit den Obligationenrenditen dennoch attraktiv. Spitzenreiter ist mit einer erwarteten Rendite von gut 7 % der Rückversicherer Swiss Re. Aufgrund eines Verlusts von mehr als 800 Mio. Fr. muss das Unternehmen die Ausschüttung allerdings aus der Substanz berappen.

Aufgefallen

Industrie stützt deutsche Wirtschaft

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Februar deutlich stärker gestiegen als von Ökonomen erwartet. Gestützt wurde der Ausblick vom Industriesektor.

 

Auf der Agenda

Ergebnis SNB

Am 1. März publiziert die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren Jahresabschluss. Dann wird sich zeigen, wie stark die SNB am Devisenmarkt tatsächlich interveniert hat, und wieviel sie 2020 mit ihren Aktienpositionen verdiente.

Viele Jahresabschlüsse sind publiziert, aber Impulse fehlen

Die Börse lebt von Nachrichten. Positive befeuern, negative drücken in der Regel die Aktienkurse. Nachdem die Mehrheit der Unternehmen ihre Geschäftsergebnisse publiziert hat, drohen den Anlegern nun die Impulse und dem Markt die Luft auszugehen. Das muss nicht in einer Korrektur münden. Ob aber allein die fehlenden Anlagealternativen und die niedrigen Zinsen für eine Fortsetzung des Bullenmarktes ausreichen, ist ungewiss. Zudem nehmen die Bewertungen der Aktien die konjunkturelle Erholung vorweg, die Ausblicke der Unternehmen bleiben vorsichtig und der Umfang der Hilfspakete ist bekannt. 

Eine gewisse Unsicherheit spiegelt sich weiterhin in einer erhöhten Volatilität, gemessen am VIX für den S&P 500 und am VSMI für den Schweizer Leitindex SMI. Obwohl die Angstbarometer langsam tiefer tendieren, liegen die Werte noch klar über dem langfristigen Durchschnitt und den Werten vor der Corona-Krise. Es ist also weiterhin mit erhöhten Schwankungen zu rechnen. Erst wenn klare Erfolge im Kampf gegen die Corona-Pandemie erzielt werden, weitreichende Betriebsöffnungen stattfinden und auch im Alltag eine gewisse Ruhe einkehrt, ist mit einem nachhaltigen Rückgang der Volatilität zu rechnen.

 

Zinsen werden wieder zur Anlagealternative

Plötzlich geht es schnell. Noch Anfang des Jahres lagen die 10-jährigen US-Zinsen bei 0.91 %, aktuell sind sie bei 1.41 %. Damit rücken festverzinsliche Anlagen langsam aber stetig wieder in den Fokus der Investoren, zumal die Dividendenrendite des US-Leitindex S&P 500 mit 1.5 % nur unwesentlich höher steht. Gründe für die steigenden Zinsen sind die Hoffnung auf eine rasche Konjunkturerholung und aufkeimende Inflationssorgen. Für Entspannung an den Märkten sorgte diese Woche der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell. Er bekräftige die Absicht, an der lockeren Geldpolitik festzuhalten und rechnet trotz konjunktureller Erholung nicht mit einem deutlichen Anstieg der Inflation.  

Auch in der Schweiz steigen die Zinsen. Allerdings ist die risikolose Rendite für Schweizer Anleger mit einem 10-Jahreshorizont immer noch negativ. Hiesige Zinsen kletterten von -0.55 % innerhalb von knapp zwei Monaten auf -0.27 %. Dass Eidgenossen aber dennoch gefragt bleiben, zeigten die jüngsten Zeichnungsergebnisse, bei denen Anleihen im Umfang von 225 Mio. Fr. mit 10-jähriger und von 570 Mio. Fr. mit 21-jähriger Laufzeit gezeichnet wurden, allesamt mit negativer Verfallsrendite. Sicherheit hat eben immer noch seinen Preis. 

 

Grossbritannien impft sich aus der Krise, die Währung steigt

Ein regelrechtes Comeback erlebt gerade das britische Pfund. Zum Schweizer Franken hat die britische Valuta allein dieses Jahr rund 6 % zugelegt. Dank sinkender Corona-Fallzahlen, Impferfolgen sowie einem greifbaren und klar skizzierten Weg aus dem Lockdown schöpfen Anleger Hoffnung. Die Kurse der britischen Währung gegenüber dem Schweizer Franken handelten diese Woche erstmals wieder auf Vor-Corona-Niveau. Dennoch dürfte es sich bei der aktuellen Gegenbewegung nur um eine temporäre Entwicklung handeln, zu stark belasten die Unsicherheiten rund um den Brexit und dem damit zusammenhängenden Handelsabkommen mit der Europäischen Union (EU) die britische Wirtschaft. Zudem kennt das Pfund Sterling langfristig gerade gegen den Schweizer Franken nur eine Richtung: abwärts. Um die Jahrtausendwende mussten Schweizer noch doppelt so viel für das Pfund bezahlen wie heute.