Märkte & Meinungen

Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Geld ist zwar vorhanden, aber es sitzt nicht mehr so locker. Während den Börsen die Luft auszugehen scheint, stürzen sich Anleger auf die Aktien des Börsendebütanten On. Derweil belasten Corona-Ausbrüche in China die Märkte.

Chart der Woche

Passagiere heben wieder ab

Flughafen Zürich: Aktie und Passagiere

Passagiere heben wieder ab

Quellen: Bloomberg, Flughafen Zürich, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Die Erholung ist in vollem Gang, die Passagierzahlen am Flughafen Zürich heben förmlich ab. Mit 1.6 Mio. Passagieren im August haben die Zahlen gegenüber dem Vormonat 16 % zugelegt. Verglichen mit August 2019, als Corona die Reisetätigkeiten noch nicht beschränkte, liegt das Passagieraufkommen aber noch 49 % tiefer. Bis wieder das Vorkrisenniveau erreicht ist, kann es gemäss dem Flughafen noch bis 2025 dauern. Auf gutem Weg ist der Aktienkurs. Einen Teil dieser Normalisierung hat er vorweggenommen. Bis zum Vorkrisenhoch fehlen ihm noch gut 20 %.

Aufgefallen

Gefragter Tierbedarf

Die Aktien des deutschen Online-Tierbedarfshändlers Zooplus haben dieses Jahr bereits 174 % zugelegt. Grund ist eine Übernahmeschlacht.

 

Auf der Agenda

Geldpolitische Lagebeurteilung

Am 23. September veröffentlicht die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre geldpolitische Lagebeurteilung. An der expansiven Geldpolitik dürfte sich nichts ändern.

Konsolidierung setzt sich fort

Die Luft ist raus, so scheint es. Die Konsolidierung an den Börsen ist im Gang. Zur Wochenmitte notierte der Schweizer Leitindex SMI erstmals seit Ende Juni wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 12'000 Punkten, rettete sich in der Folge aber wieder darüber. Unter Druck waren die Luxusgüterhersteller Swatch Group und Richemont. Beide litten unter Corona-Ausbrüchen in China. Damit verbundene Ausgangssperren gefährden die Umsätze im wichtigsten Absatzmarkt dieser Unternehmen. Ebenfalls zu den Verlierern gehörten die Titel der Credit Suisse. Verschiedenen Medienberichten zufolge soll der Chef der Grossbank unter Druck und möglicherweise vor seiner Absetzung stehen. Erfreulich entwickelten sich in einem schwachen Markt die Aktien des Augenheilkonzern Alcon, die entgegen dem Trend zulegen konnten.

 

Woche der Börsengänge

Der Börsengang des Schweizer Turnschuh- und Sportartikelherstellers On war ein voller Erfolg. Die Titel konnten für 24 US-Dollar teurer als erwartet beim Publikum platziert werden. Den ersten Handelstag beendeten die Aktien schliesslich bei 35 Dollar. Damit klettert die Marktkapitalisierung des Unternehmens auf 9.5 Mrd. Dollar. Gewinner sind vor allem die Gründer und Eigentümer, die durch den Gang an die Börse viel Geld verdient haben. Dazu gehört auch Roger Federer, der 2019 in das Unternehmen investiert hat. Aber der Match ist noch nicht gewonnen. Kaum einer weiss das besser als der Maestro. Ein Break reicht noch nicht zum Matchgewinn. Anleger setzen jedoch darauf, dass die bislang attraktiven Wachstumsraten aufrechterhalten werden. Mit Sportradar ging diese Woche ein weiteres Schweizer Unternehmen in den USA an die Börse. Das IPO verlief allerdings nicht so euphorisch wie jenes von On. Die Valoren des Sportdatenanbieters aus St.Gallen verloren an ihrem ersten Handelstag 7,2 %. Die Marktkapitalisierung beträgt dennoch knapp 8 Mrd. US-Dollar.

 

Apple lanciert das Weihnachtsgeschäft

Für einmal ist der Schweizer Detailhandel dem US-Technologiekonzern Apple voraus. Weihnachtliche Lebkuchen und Pfeffernüsse füllen schon länger die Regale hiesiger Anbieter und sollen das Geschäft ankurbeln. Nun hat Apple mit der Präsentation des iPhones der 13. Generation nachgezogen und das Weihnachtsquartal lanciert. Das iPhone ist über die Jahre zum wichtigsten Produkt des Konzerns geworden. Der Aktienkurs reagierte nicht auf die Produktvorstellung. Mit einer Marktkapitalisierung von über 2'400 Mrd. US-Dollar notieren die Valoren allerdings nur rund 5 % unter ihrem Allzeithoch. Der Markt erwartet wohl nichts anderes, als dass die neuen Produkte auch dieses Jahr ein Erfolg werden.

 

Microsoft kauft eigene Aktien

Der weltgrösste Software-Anbieter Microsoft will eigene Aktien im Umfang von 60 Mrd. US-Dollar zurückkaufen. Dass das bei einer Marktkapitalisierung von rund 2'300 Mrd. US-Dollar keine grosse Sache ist zeigt sich in der Reaktion an der Börse: Die Aktien kletterten auf die Ankündigung hin 1,7 %, was einer Zunahme der Marktkapitalisierung von fast 40 Mrd. US-Dollar entspricht.

 

Deutsche Bundestagswahl

Am 26. September ist es soweit: Deutschland wählt mit dem Bundestag ihr wichtigstes Organ. Da die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel nach 16 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl antritt, kommt es auch im Amt des Regierungschefs zu einem Wechsel. Auf die Aktienmärkte und die Stimmung der Anleger dürfte das keine nachhaltigen Auswirkungen haben. Wie eine Börsenweisheit besagt, haben politische Börsen kurze Beine.