Ein Schritt in die richtige Richtung
Der Raiffeisen KMU PMI ist nach der Entspannung im Nahen Osten nur leicht gestiegen. Die Auftragsbestände blieben im Juni verhalten. Die Chancen sind jedoch gestiegen, dass die Industrie im zweiten Halbjahr wieder Tritt fasst. Der Ausblick hat sich aufgehellt, wie eine Sonderumfrage zu den Beschäftigungserwartungen zeigt.
01.07.2026
Der Raiffeisen KMU PMI ist im Juni nach zwei rückläufigen Monaten von 48.4 auf 49.4 Punkte gestiegen. Die aktuelle Umfrage startete, nachdem das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran bekanntgegeben worden war. Die Entspannung im Nahen Osten hat sich bislang jedoch noch nicht in einer spürbaren Aufhellung der Geschäftsstimmung niedergeschlagen. Trotz der Erholung blieb der KMU PMI unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten und signalisiert damit weiterhin eine gedämpfte Geschäftsentwicklung.
Der leichte Anstieg ist dabei sowohl auf exportorientierte als auch auf Unternehmen ohne Exportgeschäft zurückzuführen. Vier der fünf PMI-Komponenten legten gegenüber dem Vormonat zu. Die Produktion (von 47.8 auf 49.2 Punkte), die Beschäftigung (von 49.4 auf 49.5 Punkte) und die Einkaufslager (von 46.1 auf 49.9 Punkte) legten zu. Die Lieferfristen stiegen von 49.2 auf 51.4 Punkte und lagen damit als einzige Komponente wieder über der Wachstumsschwelle. Demgegenüber sank der Auftragsbestand von 48.6 auf 48.5 Punkte. Mit einem Gewicht von 30% ist der Auftragsbestand die wichtigste Einzelkomponente des KMU PMI. Als vorausschauender Indikator ist er für die Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung besonders relevant. Aktuell deutet die Komponente zwar weiterhin auf eine rückläufige Nachfrageentwicklung hin. Der Ausblick für den weiteren Jahresverlauf hat sich jüngst dennoch aufgehellt. Der Iran-Konflikt hatte die erhoffte Erholung in der Industrie ausgebremst. Mit der jüngsten Entspannung steigen aber die Chancen, dass die Industrie in der zweiten Jahreshälfte wieder Tritt fassen kann.
Die Ereignisse der letzten Monate scheinen die KMU zudem weniger stark beeinträchtigt zu haben als zunächst befürchtet. Die Beschäftigungspläne der KMU haben sich im Vergleich zu Ende 2025 nicht verschlechtert. Bei den exportorientierten Unternehmen haben sich die Erwartungen sogar verbessert, was darauf hindeutet, dass die KMU trotz der aktuell noch verhaltenen Auftragslage von einer allmählichen Stabilisierung der Geschäftsentwicklung ausgehen. Vor einem halben Jahr hielten sich die positiven und negativen Beschäftigungserwartungen noch die Waage. Aktuell rechnen jedoch mehr KMU mit einer Aufstockung als mit einem Abbau der Beschäftigung. Bei den inlandsorientierten Unternehmen haben sich die Erwartungen leicht verschlechtert. Insgesamt überwiegen jedoch weiterhin die Unternehmen, die mit einer Ausweitung ihres Personalbestands rechnen.
Wie schätzen Sie Ihren aktuellen Personalbestand im Verhältnis zu Ihrem derzeitigen Geschäftsvolumen ein?
Wie wird sich Ihr Personalbestand Ihrer Einschätzung nach in den nächsten sechs Monaten entwickeln?
Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)
| Jun 26 | Mai 26 | Apr 26 | Mär 26 | Feb 26 |
|---|---|---|---|---|---|
| Gesamtindex | 49,4 | 48,4 | 52,1 | 55,0 | 53,5 |
| Auftragsbestand | 48,5 | 48,6 | 54,5 | 59,4 | 55,6 |
| Produktion | 49,2 | 47,8 | 52,9 | 55,0 | 55,0 |
| Beschäftigung | 49,5 | 49,4 | 48,8 | 50,2 | 51,0 |
| Lieferfristen | 51,4 | 49,2 | 54,6 | 55,4 | 50,2 |
| Einkaufslager | 49,9 | 46,1 | 46,4 | 50,4 | 53,0 |
50 = Wachstumsschwelle
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Domagoj Arapovic
Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.
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