2. Inklusion als Innovationstreiber
In einer Studie ihres Kollegen Prof. Dr. Stephan Böhm konnte erstmals nachgewiesen werden: «In Teams, in denen Mitarbeitende mit und ohne Behinderungen zusammenarbeiten, entstehen nachweislich mehr und auch bessere Ideen, insbesondere wenn sich Mitarbeitende in die Perspektive ihrer Kolleginnen und Kollegen mit Behinderungen reinversetzen.» Der Grund: Inklusive Teams bleiben nicht in alten Denkmustern verhaftet. «Wird in der Produktion eine Lösung für Mitarbeitende mit chronischen Rückenschmerzen gesucht, denken nicht diverse Teams in konventionellen Lösungen – beispielsweise an Hilfsmittel zum besseren Tragen von Werkzeug.» Ein inklusives Team denkt neu und fragt sich: «Wieso kommt nicht das Werkzeug zu den Mitarbeitenden»? und entwickelt einen mechanischen Arm, an dem die Werkzeuge per Magnet befestigt werden und so in bequemer Höhe bereitgestellt werden. Erklärt wird dieser positive Effekt der Diversität durch die sogenannte kognitive Flexibilität: Beobachten Mitarbeitende die Herausforderungen von Team-Mitgliedern mit Behinderungen, erhalten sie ganz neue Einblicke in zugrundliegende Schwierigkeiten und Bedürfnisse. Das hilft, neu zu denken und innovative Lösungen zu entwickeln.
3. Gesteigertes Wohlbefinden für alle
Mitarbeitende, die sich inkludiert fühlen, fühlen sich wohler. «Das sehen wir in unserer Forschung.», erklärt Louisa Riess. In einer bevölkerungsrepräsentativen Studie in Deutschland hat das CCDI-HSG herausgefunden: Auch mittel- bis langfristig wirkt sich ein inklusives Arbeitsklima positiv auf die Beschäftigten aus: «Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich inkludiert fühlen, fühlen sich gesünder. Und das unabhängig davon, ob jemand einer Minderheit im Unternehmen angehört oder nicht. Wir alle fühlen uns besser und gesünder, wenn wir uns zugehörig fühlen.» Ein inklusives Arbeitsklima führt zudem dazu, dass sich Mitarbeitende stärker engagieren und sich mehr einbringen können», weiss Louisa Riess. Inklusion kann so zum echten Vorteil für Unternehmen werden.