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Dividendenaristokraten – Noblesse fürs Portfolio

Dividendenaktien sind im aktuellen Nullzinsumfeld attraktiv. Besonders sogenannte Dividendenaristokraten verdienen einen festen Platz im Depot – sie bieten nicht nur verlässliche Erträge, sondern verleihen einem Portfolio auch eine gewisse Noblesse.

27.02.2026

Krone mit Münze (CHF)

Gefragte Dividendenaristokraten

Trotz einem wenig spektakulären Jahresergebnis vollzogen die Swisscom-Aktien im Februar an der Börse einen Freudensprung. Der Grund: Der Telekomkonzern erhöht die Dividende von 22 auf 26 Franken pro Aktie, was derzeit einer Rendite von 3.8% entspricht. Dies war die erste Erhöhung seit 13 Jahren. Seit Jahresbeginn führen die Valoren mit einem Plus von 24% das Tableau im Swiss Market Index (SMI) an. Swisscom gehört seit Jahren zu den verlässlichen Dividendenzahlern, aber nicht zu den sogenannten Dividendenaristokraten. Als solche werden Unternehmen betitelt, die seit mindestens 25 Jahren ununterbrochen, Jahr für Jahr, ihre Ausschüttung erhöht haben. Dazu zählen in der Schweiz die Indexschwergewichte Novartis, Nestlé und Roche. Novartis hat anlässlich des Jahresabschlusses im Februar explizit erwähnt, dass nun zum 29. Mal hintereinander die Dividende erhöht werde. Damit hat der Pharmakonzern seit seiner Entstehung im Zuge der Fusion von Ciba-Geigy und Sandoz im Dezember 1996 jährlich seine Ausschüttung gesteigert. Beim Branchennachbarn Roche ist es gar die 39. Erhöhung in Folge und auch der Nahrungsmittelkonzern Nestlé gehört längst zu den Dividendenaristokraten.

 

Dividendenzahlung von Novartis, Nestlé und Roche, in CHF pro Aktie

Dividendenzahlung von Novartis, Nestlé und Roche, in CHF pro Aktie

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Die drei Musketiere – Novartis, Nestlé und Roche schlagen den Markt

Laufend steigende Ausschüttungen sind ein Qualitätsmerkmal. Nur wer kontinuierlich seine Umsätze und Gewinne steigern kann, ist in der Lage, die Dividenden Jahr für Jahr zu erhöhen. Denn schliesslich müssen diese auch verdient werden. Dabei helfen Geschäftsmodelle, die wenig konjunkturabhängig sind. Deshalb gehören zu den Dividendenaristokraten vor allem Unternehmen aus dem Pharma- und Nahrungsmittelsektor. Gegessen und getrunken wird immer. Und wer ein Medikament braucht, benötigt dieses auch während einer Rezession. Diese Kombination von stabilen und resistenten Geschäftsmodellen sowie kontinuierlich steigenden Dividenden wird auch an der Börse honoriert. Kein Wunder, gehören die drei SMI-Schwergewichte seit Auflegung des Swiss Performance Index (SPI) zu den Überfliegern.

 

Wertentwicklung von Novartis, Nestlé und Roche gegenüber dem SPI seit Auflegung des Index, in CHF und indexiert

Wertentwicklung von Novartis, Nestlé und Roche gegenüber dem SPI seit Auflegung des Index, in CHF und indexiert

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Der effektiv geschaffene Aktionärswert wird dabei sogar noch unterzeichnet. Schliesslich profitierten die Aktionärinnen und Aktionäre dieser Firmen noch von diversen Spin-offs. Novartis etwa brachte 2023 die Generikasparte Sandoz an die Börse, zu Roche gehörte einstmals der Duft- und Riechstoffhersteller Givaudan und bei Nestlé wurde Galderma in die Eigenständigkeit entlassen. Alles Unternehmen notabene, die sich in der Folge sehr positiv entwickelten.

Dividendenperlen – Die Top 5 des SMI

Für Schweizer Anlegerinnen und Anleger haben Dividenden im aktuellen Umfeld einen besonderen Reiz. Nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Juni 2025 ihren Leitzins auf 0% gesenkt hat, herrscht hierzulande wieder Anlagenotstand. Die Sparkontozinsen sind stark gesunken und mit sicheren Schweizer Staatsanleihen resultieren bis zu Laufzeiten von drei Jahren aktuell gar Negativzinsen. Vor diesem Hintergrund sind Dividendenrenditen von durchschnittlich fast 3% bei den Schweizer Aktien eine attraktive Renditequelle. Im SMI weisen derzeit mit Zurich Insurance, Swiss Re, Kühne + Nagel, Partners Group und Holcim gar fünf Blue Chips Renditen von über 4% auf. 

 

Aktuelle Dividendenrendite der dividendenstärksten Aktien des SMI

Aktuelle Dividendenrendite der dividendenstärksten Aktien des SMI

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Wichtig ist dabei, dass nicht nur auf die Höhe der Dividendenrendite geachtet wird. So lag beispielsweise die Rendite des Derivatspezialisten Leonteq, basierend auf der Ausschüttung von 2025, Anfang Jahr auf dem Papier bei über 20%. Dass eine solch hohe Quote nicht nachhaltig ist, hat sich Mitte Februar gezeigt. Nach einem schwachen Jahresergebnis wurde die Ausschüttung für dieses Jahr gestrichen. Anlegerinnen und Anleger sollten deshalb ihr Augenmerk vielmehr auf die Konstanz der Dividendenentwicklung legen. 

Dividenden sind ein wesentlicher Renditetreiber

Im langfristigen Kontext tragen Dividenden wesentlich zur Gesamtperformance von Aktienanlagen bei. Eindrücklich zeigt dies die Entwicklung des SMI mit und ohne reinvestierte Dividenden. Wer seit der Jahrtausendwende in den SMI investierte, konnte sein Vermögen selbst nach Abzug der Inflation verdreifachen. 

 

Wertentwicklung des SMI, des SMIC (SMI inkl. Dividenden) und des inflationsbereinigten SMIC, indexiert

Wertentwicklung des SMI, des SMIC (SMI inkl. Dividenden) und des inflationsbereinigten SMIC, indexiert

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Für uns bleiben Dividendenaktien im aktuellen Umfeld niedriger Zinsen ein attraktives und kaufenswertes Anlagesegment. Besonders Dividendenaristokraten verdienen einen festen Platz in einem gut diversifizierten Depot – sie bieten nicht nur verlässliche Erträge, sondern verleihen einem Portfolio auch eine gewisse Noblesse.

Der CIO erklärt: Was heisst das für Sie als Anleger?

Anlegerinnen und Anleger dürfen sich über einen Geldregen freuen. Im März startet die Dividendensaison und die 200 im Swiss Performance Index (SPI) zusammengefassten börsenkotierten Unternehmen dürften insgesamt eine Summe von satten 64 Milliarden Franken ausschütten. Ein neuer Rekordwert. Nach der Rückkehr zu Nullzinsen sind solide Dividendenaktien lohnenswert. Wer über einen längeren Anlagehorizont verfügt, profitiert von jährlichen Renditen von knapp 3%. Über zehn Jahre ergibt dies allein einen kumulierten Ertrag von 34%. Dabei sind potenzielle Kursgewinne noch gar nicht berücksichtigt. Klar, Aktienkurse können stark schwanken, aber dafür entschädigen bereits die Dividenden. Geld auf dem Konto bringt derweil (fast) keinen Zins mehr. Wer sein Vermögen steigern will, kommt also weiterhin nicht ums Thema Anlegen herum. Dabei sind Dividendenaktien eine gute Möglichkeit.

Matthias Geissbühler

Matthias Geissbühler

Chief Investment Officer Raiffeisen Schweiz

Seit Januar 2019 ist Matthias Geissbühler als Chief Investment Officer (CIO) von Raiffeisen Schweiz für die Anlagepolitik verantwortlich. Zusammen mit seinem Team analysiert er kontinuierlich die weltweiten Geschehnisse an den Finanzmärkten und entwickelt die Anlagestrategie der Bank.