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Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Der Schweizer Aktienmarkt ist weiterhin gefragt. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten im Technologiesektor dürfte das vorerst anhalten. In den Fokus rücken nun die Zwischenwahlen in den USA.

30.10.2026

Starke Schweizer Börse

Der Swiss Market Index (SMI) hat seinen Aufwärtstrend in der letzten Oktoberwoche trotz teils gemischter Ergebnisse fortgesetzt. Zu den Top-Performern gehörten die Aktien des Industriekonzerns ABB und des Private-Equity-Spezialisten Partners Group. Getrieben wurde der Index aber auch vom Schwergewicht Novartis, das mit seinen Quartalsergebnissen die Erwartungen der Analysten übertroffen hat. Dank einer starken Gewinn- und Profitabilitätsentwicklung hat der Pharmariese seine Jahresprognose angehoben. Wie wichtig die Erwartungen sind, zeigte sich bei der UBS. Die Grossbank hat zwar ihren Gewinn gesteigert, und die Integration der Credit Suisse nähert sich dem Abschluss. Weil all das aber erwartet worden war, rückte die Diskussion um verschärfte Eigenkapitalvorschriften wieder in den Vordergrund. Mit einem blauen Auge ist Sandoz davongekommen. Enttäuscht zeigten sich die Börsianer darüber, dass der Generikahersteller umsatzmässig nur das untere Ende der bisherigen Bandbreite anpeilt. Weil das Unternehmen aber das Margenziel erhöht hat, drehte die Stimmung wieder ins Positive. Unter die Räder kam hingegen Logitech. Die Aktien verloren am Tag der Berichterstattung fast 11%. Grund ist eine vorsichtige Prognose für das wichtige Weihnachtsgeschäft. Dieses dürfte wegen eines Produktionsausfalls bei einem Zulieferer schwächer ausfallen. Nicht auf Touren kommt der Baustoffhersteller Amrize. Höhere Kosten haben den Quartalsabschluss vermasselt.

 

EZB und Fed pausieren

Die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) halten vorerst an ihren Leitzinsen fest. Dabei hätten wohl beide Währungshüter ihren Leitzins aufgrund der hohen Inflationsrate anheben können. Die Teuerung ist aufgrund der hohen Energiepreise wieder auf dem Vormarsch. So erstaunt es auch nicht, dass der Entscheid etwa bei der Fed nicht einstimmig ausfiel. Zudem hat das Gremium, in Abhängigkeit von der Teuerungsentwicklung, eine weitere Straffung der Geldpolitik in Aussicht gestellt.

 

Gemischte Nachrichten aus dem Technologiesektor

Die Befürchtungen um die Profitabilität der gemachten und anstehenden Investitionen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigen derzeit die Anlegerinnen und Anleger. Wie nahe Licht und Schatten beieinander sind, zeigten auch die Ergebnisse der Google-Mutter Alphabet und des Softwarekonzerns Microsoft. Während erstere Geld verbrennt, klingeln bei Microsoft noch die Kassen. Oracle hat diesbezüglich versucht, Entwarnung zu geben. Der Technologiekonzern will ab 2029 wieder einen positiven freien Cashflow erwirtschaften. Ob dies realistisch ist, darf hinterfragt werden. Immerhin sind die freien Cashflows von Amazon, Meta und Alphabet jüngst ins Negative gerutscht, nachdem jahrelang ein Überschuss erwirtschaftet wurde. An den Börsen dürfte dies vor allem eins bedeuten: erhöhte Volatilität.

 

Anthropic will an die Börse

Das KI-Unternehmen Anthropic will noch im November an die Börse. Schätzungen gehen davon aus, dass das Unternehmen eine Bewertung von knapp 2’000 Milliarden US-Dollar anstrebt. Bei einem Umsatz von 16 Milliarden Dollar ist das sportlich, zumal Gewinne aufgrund der anstehenden Investitionen in weiter Ferne sind. Der Börsengang ist aber hauptsächlich ein Stimmungstest dafür, wie locker das Geld bei den Anlegerinnen und Anlegern noch sitzt.

 

Zwischenwahlen sorgen für Volatilität

Am 3. November finden in den USA die sogenannten Midterms statt. Dabei werden die Sitze für das gesamte Repräsentantenhaus und 35 von 100 Senatssitzen neu vergeben. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Mehrheit des Repräsentantenhauses von den Republikanern auf die Demokraten übergeht. Offener ist das Rennen im Senat. Auf jeden Fall ist davon auszugehen, dass US-Präsident Donald Trump Macht verliert, was zu Schwankungen an der Börse führen dürfte.

Auf der Agenda

Inflation in der Schweiz

Kommende Woche werden die Schweizer Inflationszahlen publiziert. Dann zeigt sich, wie stark der Einfluss der hohen Energiepreise ist.

Aufgefallen

Visa mit Rekordumsatz

Der Kreditkartenanbieter Visa hat einen Rekordumsatz erzielt. Der Konsum scheint also immer noch als Konjunkturstütze zu wirken.

Chart der Woche

Gelungener Einstand

Entwicklung des Aktienkurses von Galderma und dem SMI, indexiert

Chart der Woche

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Die Aktien des Dermatologiekonzerns Galderma haben seit ihrer Aufnahme in den Swiss Market Index (SMI) am 21. September 2026 rund 20% zugelegt. Damit haben sie den Gesamtmarkt deutlich überflügelt. Dieser hat sich in derselben Periode um 4% verteuert. Starke Unternehmensergebnisse und eine erneute Aufwärtsrevision der Prognosen haben den jüngsten Kurssprung ausgelöst. Die Aufnahme in den Schweizer Leitindex war also berechtigt und ist geglückt. Gleichzeitig steigen mit den Kursen auch die Erwartungen.

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