Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Die Geschäftsergebnisse der heimischen Unternehmen sind geprägt von Licht und Schatten. Die Schweizer Börse hat derweil einen Gang zurückgeschaltet. Von den Anlegern weiterhin stark nachgefragt wird der Bitcoin.

Chart der Woche

Schlechte Nachrichten für «Schoggifans»

Kakaopreis, in USD pro Tonne

Schlechte Nachrichten für «Schoggifans»

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Eine Tonne Kakao kostet aktuell gut 6'250 Dollar. Allein dieses Jahr ist der Preis um 50% gestiegen. Seit Anfang 2023 hat er sich mehr als verdoppelt. Grund sind Ernteausfälle in den Hauptanbaugebieten Ghana und der Elfenbeinküste. Der rekordhohe Kakaopreis lässt auch die Kosten für die Herstellung von Schokolade in die Höhe schiessen. Der starke Franken federt das nur teilweise ab. Herr und Frau Schweizer dürften somit künftig die eine oder andere Tafel «Schoggi» weniger geniessen oder vermehrt Markenprodukte durch günstigere Alternativen substituieren.

Aufgefallen

KI statt «iCar»

Laut Medienberichten hat Apple seine Pläne für ein eigenes Elektroauto («Project Titan») begraben. Stattdessen möchte sich der Technologieriese auf Künstliche Intelligenz (KI) konzentrieren.

Auf der Agenda

Inflation Schweiz

Am Montag, den 4. März, veröffentlicht das Bundesamt für Statistik (BFS) die Februardaten zur Teuerung in der Schweiz.

 

Geschäftszahlen Raiffeisen

Am 7. März publiziert die Raiffeisen Gruppe ihr Ergebnis für das Geschäftsjahr 2023.

Durchwachsene Geschäftszahlen

Im Vorfeld der neuesten Inflationsdaten aus den USA und dem Euroraum tendierte die Schweizer Börse tiefer. Weniger Umsatz, dafür einen Rekordgewinn von 4.76 Milliarden Franken hat 2023 Holcim eingefahren. Auch für dieses Jahr gibt sich der Zementhersteller optimistisch. Den Aktionären winkt eine Anhebung der Dividende um 30 Rappen auf 2.80 Franken je Titel. Ebenfalls gute Zahlen haben der Milchverarbeiter Emmi, der Baukonzern Implenia sowie der Medizinalbedarfspezialist IVF Hartmann vorgelegt. Die Eigner von letzterem dürfen sich zudem über eine Erhöhung der regulären Dividende von 2.50 auf 3.20 Franken und eine Sonderdividende in Höhe von 5 Franken freuen. Einen Gewinnsprung von 335 auf 974 Milliarden Franken verzeichnete Alcon. Für 2024 prognostiziert der Augenheilkundekonzern ein über dem Markt liegendes Wachstum. Ein gemischtes Bild ergab sich bei Adecco. Der Personaldienstleister hat beim Umsatz die Erwartungen übertroffen, beim Gewinn dagegen verfehlt. Die Dividende bleibt aber unverändert. Auch Clariant will die Ausschüttung trotz ernüchternder Gewinnzahlen stabil halten. Das Ergebnis des Spezialchemiekonzerns wird von einer schwachen Nachfrage sowie hohen Abschreibungen belastet. Mit ihren Zahlenkränzen ebenfalls nicht überzeugen konnten Straumann und Arbonia. Während das Ergebnis des Dentalspezialisten vom starken Franken gedrückt wurde, machte dem Bauzulieferer die lahmende Baukonjunktur zu schaffen. Dass die Valoren von Arbonia am Dienstag trotzdem gut 20% höher notierten, lag an der Ankündigung des Verkaufs der Klimasparte. Schlechte Nachrichten gab es auch von ams-OSRAM: Die Halbleiterfirma muss einen Abschreiber von 600 bis 900 Millionen Euro vornehmen und hat seine Mittelfristziele gesenkt, worauf die Aktie 40% einbrach.

 

Euro auf 3-Monats-Hoch

Wegen der zähen Inflation im Euroraum rechnet der Markt mit weniger Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) als noch zu Anfang Jahr. Entsprechend dürfte die Zinsdifferenz zum Franken weniger stark zusammenschmelzen. Das beschert dem Euro aktuell Aufwind. Mit 0.9569 Franken war die Gemeinschaftswährung zeitweise so teuer wie letztmals Ende November.

 

Heimische Wirtschaft wächst leicht

Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Schweiz ist im Schlussquartal 2023 gegenüber dem Vorquartal erwartungsgemäss um 0.3% gewachsen. Während sich der Dienstleistungssektor als wichtige Stütze erwies, schwächelte die Industrie spürbar. Im Gesamtjahr wuchs die Wirtschaftsleistung um 1.3%, nach 2.5% im Vorjahr.

 

Warren Buffett setzt auf Cash

Die Anlagegesellschaft von Starinvestor Warren Buffett, Berkshire Hathaway, hat 2023 einen Reingewinn von 96 Milliarden US-Dollar erzielt. Zugleich sitzt das Konglomerat in Ermangelung attraktiver Investitionsobjekte auf einem rekordhohen Barbestand von gut 168 Milliarden Dollar. Die Aktie stieg im Zuge dieser Neuigkeiten auf ein Allzeithoch von rund 430 Dollar.

 

Japanische Inflation verharrt über Notenbankziel

Die Verbraucherpreise in Japan haben sich im Januar um 2.2% verteuert, nach 2.6% im Vormonat. Die Kernrate sank von 3.7% auf 3.3%. Trotz des rückläufigen Trends bleibt die Teuerung erhöht. Bei den Tarifverhandlungen für das im April beginnende Geschäftsjahr dürften viele Unternehmen mit Lohnforderungen konfrontiert sein, was die Hartnäckigkeit der Inflation untermauert. In der Folge steigt der Druck auf die Bank of Japan (BoJ), die Leitzinsen anzuheben.

 

Gefragter Bitcoin

Der Bitcoin legte zwischenzeitlich um über 20% zu und kletterte auf knapp 64'000 Dollar, den höchsten Stand seit Ende 2021. Die Kryptowährung profitiert von den rasant steigenden Handelsvolumen in Spot-ETFs. Zudem erwartet der Markt einen Preisanstieg infolge des voraussichtlich im April anstehenden «Halvings» (Halbierung der Belohnung der Bitcoin-Schürfer alle 210’000 Blöcke respektive rund alle vier Jahre).