Raiffeisen KMU PMI (Konjunkturindikator)

KMU machen im März etwas Boden gut

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Nach Grossunternehmen melden nun auch KMU aus der Industrie eine verbesserte Geschäftslage. Der KMU PMI von Raiffeisen stieg im März von 44.3 auf 56.8 Punkte. Die starke Erholung erfolgt jedoch von tiefem Niveau aus. Der Einkaufsmanagerindex notiert erst zum zweiten Mal seit Ausbruch der Pandemie über der Wachstumsschwelle von 50.
 

Der Raiffeisen KMU PMI ist einige Monate lang deutlich hinter dem PMI von procure.ch und Credit Suisse zurückgeblieben. Die Geschäftslage der KMU aus der Industrie hat sich also merklich schlechter entwickelt als diejenige der Grossunternehmen. Im März haben die kleineren und mittleren Unternehmen jedoch an Boden gut gemacht. Der KMU PMI von Raiffeisen ist von 44.3 auf 56.8 Punkte stark angestiegen. Der Indikator zeigt, ob sich die Einschätzung der befragten Unternehmen zu ihrer Geschäftslage gegenüber dem Vormonat verbessert (Indexwert über 50) oder verschlechtert (Indexwert unter 50) hat. Im März hat die Geschäftstätigkeit der KMU also kräftig zugelegt. Seit Ausbruch der Coronakrise notiert der Raiffeisen KMU PMI damit allerdings erst zum zweiten Mal im Wachstumsbereich. Die starke Erholung erfolgt also von tiefem Niveau aus.

Eine Reihe der befragten Unternehmen zeigte sich im März besorgt über Schwierigkeiten bei der Material- und Rohstoffbeschaffung. «Zahlreiche Lieferengpässe bei Rohmaterial verunmöglichen aktuelle eine höhere Auslastung», meldet z.B. der Geschäftsführer eines Metallbauunternehmens aus dem Rheintal. Grund für die Engpässe sind die andauernden pandemiebedingten Störungen in den globalen Lieferketten sowie die erhöhte Nachfrage der Industrieländer nach Importen aus Asien. Als Folge davon haben sich vor den Transporthäfen lange Warteschlangen von Containerschiffen gebildet, was die Lieferzeiten verlängert. Im Raiffeisen KMU PMI ist die Subkomponente Lieferfristen deshalb auf 59.2 Punkte und damit einen neuen Rekordwert angestiegen. Die Lieferengpässe führen des Weiteren zu höheren Einkaufspreisen, worauf mehrere der befragten KMU explizit hinweisen. «Die deutlich gestiegenen Einkaufspreise belasten unseren Gewinn,  weil wir sie derzeit nicht auf die Kunden überwälzen können», berichtet z.B. der Geschäftsführer eines Verpackungsmittelherstellers aus dem Kanton Zürich.

Ungeachtet der Lieferproblematik, die sich im weiteren Jahresverlauf entspannen sollte, da grundsätzlich genügend Transportkapazitäten bestehen, hat sich der Ausblick für die KMU zuletzt jedoch etwas verbessert. Alle Subkomponenten des Raiffeisen KMU PMI stiegen im März an und schlossen über der Wachstumsschwelle von 50. Besonders kräftig erholte sich der Auftragsbestand (von 42.9 auf 57.9). Das ist deshalb von Bedeutung, weil die Entwicklung der Auftragsbestände einen vorlaufenden Charakter für die gesamte Geschäftsaktivität der Unternehmen aufweist. Die Auftragskomponente macht daher mit 30 % den grössten Anteil am KMU PMI aus.

links: Raiffeisen KMU PMI März 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI März 2021 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

 

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

 

Nov 20

Dez 20

Jan 21

Feb 21

Mar 21

Gesamtindex

44.0

43.3

37.2

44.3

56.8

Auftragsbestand

40.1

40.5

32.1

42.9

57.9

Produktion

43.5

40.2

33.5

43.5

57.1

Beschäftigung

47.0

41.4

41.0

41.4

52.6

Lieferfristen

48.8

52.4

46.2

50.6

59.2

Einkaufslager

44.2

50.0

40.1

46.7

57.8


50 = Wachstumsschwelle

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Raiffeisen-Ökonom Domagoj Arapovic

Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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