Auf der Agenda
WEF-Jahrestreffen 2026
Vom 19. bis 23. Januar treffen sich am World Economic Forum (WEF) in Davos Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Unter anderem wird US-Präsident Donald Trump erwartet.
Der Kampf um die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed spitzt sich zu. Für zusätzliche Verunsicherung an den Märkten sorgen der Konflikt im Iran und die US-Besitzansprüche auf Grönland. Das Jahresfazit vieler Unternehmen fällt derweil solide aus.
16.01.2026
Wegen angeblicher Falschaussagen im Zusammenhang mit der Sanierung des Gebäudes der US-Notenbank Fed in Washington hat die US-Regierung strafrechtliche Ermittlungen gegen deren Chef Jerome Powell eingeleitet. An den Börsen sorgte die neuerliche Eskalation im Kampf um die Unabhängigkeit der Fed für Nervosität. Zusätzlich dämpften der ausstehende Entscheid des obersten US-Gerichtshofes zu den Handelszöllen, die Zuspitzung im Iran-Konflikt sowie Trumps Annexionsgelüste hinsichtlich Grönland den Risikoappetit der Anlegerinnen und Anleger. Als sicherer Kapitalhafen war insbesondere Gold gefragt, das bei 4’642 US-Dollar pro Unze ein Allzeithoch markierte.
Dank seiner defensiven Qualitäten entwickelte sich der Schweizer Aktienmarkt über weite Strecken positiv. Dazu beigetragen haben auch solide Unternehmenszahlen. So gelang es Partners Group und VAT im abgelaufenen Geschäftsjahr, die Analystenschätzungen zu schlagen. Während die Private-Equity-Firma die verwalteten Kundenvermögen von 174 auf 185 Milliarden US-Dollar steigerte, zog der Auftragseingang des Vaku-umventilspezialisten im vierten Quartal deutlich an. Auch bei Richemont liefen die Geschäfte rund. Die Verkäufe des Luxusgüterherstellers legten im dritten Quartal 2025/26 (per Ende Dezember) in Lokalwährungen um 11% zu. Stark entwickelte sich vor allem die Schmucksparte. Im vergangenen Jahr die Erwartungen erfüllt haben Geberit und Bossard. Der Sanitärtechnikkonzern wie auch der Industriezulieferer sind gewachsen. Bei ersterem waren die höheren Verkaufsvolumina der Haupttreiber, bei zweiterem die Akquisitionen. Deutlich weniger Schokolade verkauft hat Lindt & Sprüngli. Dank massiver Preiserhöhungen stieg der Umsatz dennoch um 12.4%. Abseits der Berichtssaison sorgte UBS für Gesprächsstoff. Die Grossbank lehnt den Plan des Bundesrates zur vollständigen Kapitalunterlegung ihrer Auslandstöchter ab. Zugleich plant Medienberichten zufolge CEO Sergio Ermotti für Frühling 2027 seinen Rücktritt. Die UBS-Aktie zeigte sich davon unbeeindruckt.
Dank gut gelaufener Börsen steigerten die Bank of America (BoA) und Wells Fargo ihren Gewinn 2025 zum Vorjahr. Nichtsdestotrotz verfehlte letztere wegen hoher Abfindungskosten im Zuge eines weiteren Stellenabbaus die Analystenerwartungen. JP Morgan Chase und Citigroup verbuchten zwar höhere Einnahmen, verdienten jedoch weniger. Grund waren Rückstellungen im Zusammenhang mit der Übernahme der Apple-Kreditkarten sowie ein Abschreiber infolge der Trennung vom Russland-Geschäft. In den Aktienkursen der vier Banken war bereits sehr viel Positives eingepreist. Entsprechend reagierten die Titel auf die Zahlenkränze mit Abschlägen. Jene von Goldman Sachs und Morgan Stanley dagegen legten zu, nachdem deren Gewinnzahlen die Erwartungen schlugen.
Die Konsumentenpreise in den USA sind im Dezember, wie schon im Vormonat, um 2.7% gestiegen. Damit bleibt der zollbedingte Teuerungsdruck hinter den Erwartungen zurück. Die Notenbank Fed dürfte das in ihrem Entscheid bestärken, ihren Fokus auf die Stützung des Arbeitsmarktes zu legen.
Die Europäische Union (EU) und China haben sich im Streit um die Einfuhr von Elektroautos angenähert. Diese unterlag seit Herbst 2024 zum Schutz der Industrie in Europa einem Zusatzzoll von bis zu 35%. Künftig dürfen chinesische Anbieter ihre Fahrzeuge zu einem Mindestpreis liefern. Voraussetzung ist, dass dieser die wettbewerbsverzerrende Wirkung von Chinas staatlichen Subventionen aufhebt.
Trotz des Zollstreites mit den USA hat China 2025 einen Rekordhandelsüberschuss von gut 1.2 Billionen US-Dollar erzielt. Getragen wurde er von den Exporten, die zum Vorjahr um 5.5% zulegten. Die Einfuhren verharrten indes bei 2.6 Billionen Dollar. Die Bilanz unterstreicht die anhaltende Schwäche der Binnennachfrage.
Auf der Agenda
WEF-Jahrestreffen 2026
Vom 19. bis 23. Januar treffen sich am World Economic Forum (WEF) in Davos Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Unter anderem wird US-Präsident Donald Trump erwartet.
Coca-Cola für die Füsse
Liebhaber des Kultgetränks Coca-Cola können fortan mit ihren Füssen Farbe bekennen. Der Getränkegigant hat zusammen mit dem Schuhhersteller Crocs eine Gummischlappe im charakteristischen Coca-Cola-Design auf den Markt gebracht.
Trendwende lässt auf sich warten
Aktienkursentwicklung von Sika
Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office
Die anhaltende Stärke des Schweizer Frankens sowie die Krise im chinesischen Baumarkt machen Sika zu schaffen. Infolgedessen sank der Umsatz 2025, stärker als erwartet, um 4.8%. Die Aktien des Baustoffspezialisten gerieten nach Zahlenvorlage unter Abgabedruck. Im laufenden Jahr notieren sie 5.2% im Minus. Damit rangieren die Titel am unteren Ende des Tableaus des Swiss Market Index (SMI). Anlegerinnen und Anleger müssen also nach dem Kursverlust von fast 25% im vergangenen Jahr weiterhin auf eine Trendumkehr warten.