Märkte & Meinungen

Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Die Anleger sind optimistisch, das zeigt die Entwicklung der Börse. Obwohl aktuell noch die Nachrichten von Lockdowns und reduzierter wirtschaftlicher Aktivität im Fokus stehen, blicken viele Investoren darüber hinweg.

Chart der Woche

Silber wird relativ attraktiv

Preis einer Unze Gold in Silber

Silber wird relativ attraktiv

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Von ihren Höchstständen haben sich Gold und Silber gelöst. Während Gold in der Krise gefragt war, gewinnt Silber aufgrund der konjunkturellen Erholung gerade die Oberhand, weil es stärker von der Industrie nachgefragt wird. Das lässt sich aus dem Verhältnis Gold/Silber ablesen. Dieses zeigt, wie viele Unzen Silber nötig sind um eine Unze Gold zu kaufen. Je weniger das sind, umso teurer ist Silber im relativen Vergleich mit Gold. 

Aufgefallen

Günstigere Fussballer

Der Transfermarkt im Profifussball verzeichnete 2020 einen markanten Einbruch, wie der Weltfussballverband FIFA bekannt gab. Die Anzahl der Transfers knickte 5.4 % ein, die Transfersummen um 23.4 %. Fussballer sind also günstiger geworden.

 

Auf der Agenda

SMI-Unternehmen im Fokus

Mit Novartis, UBS, Lonza, SGS und Givaudan berichten kommende Woche fünf Unternehmen aus dem Swiss Market Index (SMI) über das abgelaufene Geschäftsjahr.

Schweizer Aktien bleiben gefragt

Die Schweizer Börse hat einen soliden Start ins neue Jahr hingelegt. Zum einen liegt der Swiss Market Index (SMI) nach drei Wochen bereits rund 2 % im Plus. Aus Anlegersicht noch erfreulicher ist die Entwicklung der einzelnen Aktien: Von den 20 grössten Schweizer Unternehmen verzeichnen nur die Titel des Nahrungsmittelmulti Nestlé und des Duft- und Aromenkonzerns Givaudan ein Minus, die Valoren des Telekomkonzerns Swisscom tendieren um den Jahresschlusskurs. Mit allen anderen Werten haben Anleger bislang Geld verdient. Die Spannweite ist allerdings gross, sie reicht von Plus 10 % beim Augenheilspezialist Alcon bis zu einem Verlust von 4 % bei Givaudan. Noch grösser ist die Schere im breiten Swiss Performance Index (SPI). Das Biotechnologie-Unternehmen Obseva und die im Bereich Batteriemetalle tätige Blackstone Resources haben ihren Wert verdoppelt. Ebenfalls stark entwickelten sich die Titel der Versandapotheke Zur Rose und der Online-Bank Swissquote. Weniger erfreulich schnitten etwa die Aktien des Automobilzulieferers Autoneum oder die Partizipationsscheine des Schokoladenherstellers Lindt & Sprüngli ab. Letztere litten vor allem unter einem schwachen Oster- und Weihnachtsgeschäft. Dennoch sind Enttäuschungen während der aktuellen Berichtssaison bislang weitgehend ausgeblieben. Logitech, der Hersteller von Computer- und Gamingzubehör, gehört dank beschleunigter Digitalisierung und dem Trend zum Homeoffice zu den Corona-Gewinnern. Allein von Oktober bis Dezember kletterte der Umsatz um 85 %. Das Unternehmen hat daraufhin seine Ziele für das Gesamtjahr (das Geschäftsjahr dauert bis Ende März) erneut angehoben. Trotz der positiven Geschäftsentwicklung nutzten Anleger die Gelegenheit kurzzeitig für Gewinnmitnahmen. Beim Schmuck und Uhrenhersteller Richemont lief es weniger rosig, aber auch da stellt sich zunehmend eine Normalisierung ein. Vor allem das Geschäft in China hat sich stark erholt.

 

Die Erholung steht im Fokus

Die wirtschaftlichen Einschränkungen scheinen nur noch ein temporäres Hindernis, auch wenn derzeit vielerorts Verlängerungen und Verschärfungen der Corona-Massnahmen diskutiert und umgesetzt werden. Der Fokus der Unternehmen liegt auf der Zeit nach der Pandemie. Das bestätigten diese Woche die Daten zur Konjunkturerwartung deutscher Finanzexperten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Einen Aufschwung förmlich herbeizwingen möchten die USA. Die ehemalige Notenbankchefin und wahrscheinlich künftige Finanzministerin, Janet Yellen, äusserte sich an einer Anhörung vor dem Finanzausschuss klar. Um eine längere und schmerzhafte Rezession zu vermeiden, sei es jetzt wichtig, «zu klotzen, und nicht zu kleckern». Schon während ihrer Zeit beim Fed war Yellen für ihre lockere Geldpolitik bekannt.

 

Twitter vermisst Donald Trump

Einen schwachen Start ins Jahr haben die Aktien des Kurznachrichtendienstes Twitter erwischt. Seit Anfang Jahr haben die Titel rund 13 % eingebüsst und bilden damit das Schlusslicht im S&P500. Das liegt vor allem daran, dass Twitter den scheidenden US-Präsidenten Donald Trump nach dem Sturm aufs Kapitol von der Plattform entfernte. Nach einem heftigen Abverkauf erodierte der Kurs weiter. Der Verlust eines der wichtigsten Kunden reduziert die Einnahmen am Werbemarkt, was sich in den Analystenschätzungen spiegelt. Nur noch gut ein Viertel der Anlageprofis rät zum Kauf der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 47.43 US-Dollar nur unwesentlich über dem aktuellen Kurs. Zwar dürfte auch der seit Mittwoch amtierende US-Präsident Joe Biden über Twitter kommunizieren, aber wohl in einem deutlich reduzierten Ausmass.