Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Einmal kühl, einmal heiss. So könnte man die Inflationsentwicklung im Januar bezeichnen. Während die Teuerung hierzulande seit Juni 2023 konstant unter 2% liegt, bleibt sie in den USA hartnäckig hoch.

Chart der Woche

US-Regionalbankenkrise 2.0?

Kursentwicklung der New York Community Bancorp und des US-Regionalbankenindex (KRX), in USD

US-Regionalbankenkrise 2.0?

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Vor knapp einem Jahr erschütterte die US-Regionalbankenkrise die Finanzmärkte. Die beiden Finanzinstitute Silicon Valley Bank und Signature Bank mussten ihre Tore schliessen. Dank raschen Massnahmen der Regierung und der US-Notenbank Fed konnte ein Flächenbrand vermieden werden. Nun ist das Thema zurück auf der Agenda: Aufgrund massiver Wertkorrekturen bei Büro- und Gewerbeimmobilien drohen Kreditausfälle. Betroffen ist unter anderem die New York Community Bancorp, deren Aktienkurs seit Ende Januar um über 50% eingebrochen ist.

Aufgefallen

Stellenabbau bei Continental

Der deutsche Automobilzulieferer und Reifenhersteller Continental hat den Abbau von 7'150 Stellen angekündigt. Dies entspricht 3.6% der Beschäftigten. Der forcierte Umbau von Verbrennern auf Elektromobile fordert seinen Tribut.

Auf der Agenda

Schweizer Uhrenexporte

Am 20. Februar werden die Zahlen zu den Uhrenexporten veröffentlicht. Es wird erwartet, dass die Ausfuhren auch im Januar gesteigert werden konnten.

Gemischte Inflationsdaten

In der Schweiz lag die Teuerung im Januar bei 1.3% und damit im Zielbereich der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Entsprechend sind die Erwartungen gestiegen, dass die SNB ihren Leitzins bereits im März senken könnte. Aus unserer Sicht gibt es dafür aber aus verschiedenen Gründen keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. Erstens ist die aktuelle Geldpolitik nicht restriktiv. Die Realzinsen bewegen sich – mit Ausnahme des kurzen Endes – über die gesamte Zinskurve betrachtet im negativen Bereich. Die Finanzierungsbedingungen sind entsprechend lasch. Zweitens ist zu erwarten, dass die Teuerung zwischen April bis Juni nochmals (leicht) anziehen wird. Der Hauptgrund dafür ist eine zweite Welle von Mietzinserhöhungen aufgrund der Anpassung des Referenzzinssatzes. Drittens hat sich die Währungssituation seit Anfang Jahr bereits wieder deutlich entspannt. Der US-Dollar hat gegenüber dem Schweizer Franken mehr als 5% zugelegt, der Euro hat sich um 2.2% aufgewertet. Hinzu kommt, dass weder die Europäische Zentralbank (EZB) noch die US-Notenbank Fed ihre Leitzinsen im Frühling senken dürften. Im Gegenteil: Die Inflation in den USA zeigte sich auch im Januar sehr hartnäckig. Die Gesamtrate ist zwar gegenüber dem Dezember von 3.4% auf 3.1% gesunken, die Kerninflation liegt aber unverändert bei 3.9%. Beide Werte lassen der Fed keinen Spielraum für baldige Leitzinssenkungen. Diesbezüglich heisst es damit: «higher for longer».

 

Starker Dollar, schwaches Gold

Die in den USA höher als erwartet ausgefallenen Inflationszahlen hinterliessen ihre Spuren an den Finanzmärkten. Die Renditen der 10-jährigen Staatsanleihen schossen kurzzeitig nach oben und entsprechend reagierte auch der US-Dollar mit einem Kurssprung. Gegenüber dem Franken wertete sich der Greenback um 1.4% auf. Die Kombination von steigenden Zinsen und einem stärkeren Dollar ist Gift für Gold. Am Mittwoch fiel der Preis pro Unze zum ersten Mal in diesem Jahr wieder unter die 2’000-Dollar-Marke. Für hiesige Anleger ist das aber kein Grund zur Panik: In Schweizer Franken gerechnet kostet das Edelmetall noch immer 1.5% mehr als Ende 2023.

 

Japan und Grossbritannien in der Rezession

Im Schlussquartal 2023 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Japan geschrumpft. Das Minus von 0.3% folgt auf einen Wachstumseinbruch im dritten Quartal 2023 von 3.3%. Damit befindet sich das Land der aufgehenden Sonne in einer technischen Rezession. Dasselbe gilt für Grossbritannien. Die Wirtschaftsleistung war in der zweiten Jahreshälfte ebenfalls rückläufig. Während im Königreich die starken Zinserhöhungen ihren Tribut fordern, leidet Japan als Exportnation trotz des günstigen Yens unter der schwachen globalen Nachfrage.

 

Schindler im Hoch

Der Lifthersteller Schindler konnte diese Woche solide Jahreszahlen präsentieren. Der Umsatz stieg um 1.3% auf 11.5 Milliarden Schweizer Franken. Dem Konzern ist es zudem gelungen, die Gewinnmargen zu steigern. Unter dem Strich resultierte ein Erlös von 935 Millionen Franken (+41.9%). Zum 150-Jahr-Jubiläum schüttet Schindler eine Sonderdividende von 1.00 Franken pro Aktie aus. Gesamthaft erhalten die Aktionärinnen und Aktionäre damit eine Dividende von 5.00 Franken, was einer Rendite von 2.3% entspricht. Die Aktie reagierte mit einem Plus von über 4% auf die positiven Neuigkeiten.

 

Reisetätigkeit steigt

Im Januar stieg die Passagierzahl am Flughafen Zürich um 13% auf 1.96 Millionen Reisende an. Damit nähert man sich weiter den Vor-Corona-Werten an. Aktuell liegt die Passagierzahl noch 8% unter dem Niveau von 2019. Von der zunehmenden Reisetätigkeit profitieren auch die Shops und Gastrobetriebe des Flughafens. Die entsprechenden Umsätze stiegen im Januar um 4.3% auf 42.7 Millionen Schweizer Franken.