Märkte & Meinungen

Marktkommentar – Ein Blick auf die Börsenwoche

Die Aktienmärkte befinden sich weiterhin auf Rekordjagd. Getrieben von Konjunkturhoffnungen sowie einem baldigen Ende der Pandemie erreichen viele Indizes neue Höchst. Die zunehmende Sorglosigkeit der Anleger mahnt zur Vorsicht.

Chart der Woche

Energiepreise treiben Inflation

US-Inflation springt auf ein Zwei-Jahreshoch

Energiepreise treiben Inflation

Quellen: Bloomberg, Raiffeisen Schweiz CIO Office

Die Inflationssorgen der Anleger bestätigen sich. Die US-Konsumentenpreise sind im März um 2,6 % nach oben geschossen – der stärkste Anstieg seit über zwei Jahren. Der Grund liegt allerdings primär bei Basiseffekten. Vor allem die Energiepreise haben gegenüber dem Vorjahr deutlich angezogen. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) liegt mit 1,6 % noch deutlich unter den Zielwerten der US-Notenbank.

Aufgefallen

Coinbase mit Börsendebut

Die Handelsplattform für Kryptowährungen hat am Mittwoch den Börsengang an die Nasdaq gewagt. Die Erstnotiz lag bei 381 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung betrug in der Spitze fast 100 Milliarden Dollar.

 

Auf der Agenda

Umsatzzahlen Sika

Der Bauchemiekonzern Sika publiziert am 20. April die Umsatzzahlen für das erste Quartal. Es wird mit einem Wachstum von rund 6 % gerechnet.

Euphorische Anlegerstimmung

Die Anleger sind in Feierlaune. Diverse Aktienindizes bewegen sich von einem Höchst zum nächsten. Der S&P 500 Index beispielsweise hat die 4'000 Punkte-Grenze locker übertroffen und notiert mittlerweile bei knapp unter 4'200 Punkten. Seit dem Tiefstand vom 23. März 2020 resultiert damit ein sattes Plus von 89 %. Getrieben wird die Euphorie von der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie sowie einer deutlichen Erholung der globalen Wirtschaft. Zudem wirkt sich das konjunkturelle Rettungspaket in den USA direkt auf die Börsen aus. Ein Teil der an die Bevölkerung verteilten Checks in der Höhe von 1'400 US-Dollar werden an den Aktienmärkten investiert. Als Kehrseite der Medaille sind die Bewertungen stark angestiegen. Ein guter Bewertungsmassstab ist das zyklisch-adjustierte Kursgewinnverhältnis (KGV). Bei der vom Nobelpreisträger Robert Shiller entwickelten Kennzahl werden die Gewinne unter Berücksichtigung des Konjunkturzyklus «normalisiert». Beim S&P 500 Index liegt das Shiller KGV aktuell bei 37. Einzig auf dem Höhepunkt der Technologieblase zur Jahrtausendwende lag der Wert mit fast 44 noch höher. Der Durchschnittswert über die letzten 70 Jahre beträgt 19.3. Die Luft an den Aktienmärkten wird also zunehmend dünner.

 

Unternehmen müssen liefern

Die Bewertungen nehmen eine deutliche Gewinnerholung vorweg. Die Unternehmen sind entsprechend gefordert und die nun anstehenden Quartalsabschlüsse werden mit Argusaugen beobachtet. Den Reigen eröffnet haben die US-Banken. JPMorgan Chase hat mit einem Gewinn von 14.3 Milliarden US-Dollar die Erwartungen übertroffen und einen neuen Quartalsrekord aufgestellt. Auch die Investmentbank Goldman Sachs liess sich nicht lumpen und wies einen Gewinn von 6.8 Milliarden Dollar aus, was einem Gewinnsprung von fast 600 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Beide Banken haben von den hohen Handelsaktivitäten und den steigenden Aktienmärkten profitiert. Vor allem die Aktien von Goldman Sachs reagierten positiv und notierten fast 2,5 % im Plus. In Anbetracht dieser starken Zahlen ist der Quartalverlust der Credit Suisse eine umso bitterere Pille. Denn ein viel besseres Umfeld als im ersten Quartal dürfte sich für die Banken wohl so schnell nicht mehr ergeben. Nach den Banken wird sich der Fokus ab nächster Woche verstärkt auf Unternehmen aus anderen Branchen richten. Positive News werden vor allem von Energie- und Rohstoffkonzernen erwartet. Demgegenüber haben Restaurantketten und Tourismusunternehmen weiterhin mit der Pandemie zu kämpfen.

 

Nachhaltiges Gold

Etwas weniger im Rampenlicht steht momentan Gold. Das Edelmetall, welches noch im vergangenen Jahr zu den Gewinnern gehörte, notiert seit Jahresbeginn in Schweizer Franken gerechnet rund 4 % im Minus. Steigende Zinsen, ein stärkerer US-Dollar sowie Gewinnmitnahmen haben das gelbe Metall belastet. Aus Diversifikationsgründen gehört Gold aus unserer Sicht aber weiterhin in ein Portfolio. Für Anleger welche bisher aus Umweltschutzgründen einen weiten Bogen um Edelmetalle gemacht haben gibt es von Raiffeisen gute Neuigkeiten. In Zukunft werden nur noch Goldbarren verkauft bei welchen eine präzise Rückverfolgung der Herkunft möglich und die Umwelt- und Sozialverträglichkeit der Minengesellschaften sowie der gesamten Lieferkette gesichert ist. Zudem fördert Raiffeisen im Rahmen der Better Gold Initiative den nachhaltigen Abbau von Gold in Kleinminen. Rund 75 US-Dollar pro Kilobarren (aktueller Wert rund 55'000 Dollar) werden verwendet um Programme zur Verbesserung der Umweltstandards finanziell zu unterstützen. Bei Raiffeisen können also Goldanleger in Zukunft nicht nur ruhig, sondern auch mit einem guten Gewissen schlafen.