Auftragsbestand bricht im Januar ein

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Der Raiffeisen KMU PMI fällt zum Jahresstart deutlich unter die Expansionsschwelle. Alle Komponenten notieren neu unter 50 Punkten. Besorgniserregend ist aber vor allem die anhaltend schlechte Auftragslage, die immer mehr Betriebe zu Kurzarbeit oder gar Kündigungen zwingt. 

 

Kleine und mittlere Unternehmen aus der Industrie sind schlecht ins neue Jahr gestartet, wie der Raiffeisen KMU PMI zeigt. Der PMI sank im Januar von 50,9 auf 40,7 Punkte und rutschte damit tief in den Kontraktionsbereich ab. Der weniger volatile 3-Monats-Durchschnitt fiel ebenfalls und notiert nach 47,6 im Vormonat neu bei 46,1 Punkten. Der PMI misst den Anteil der KMU, die eine Verbesserung resp. eine Verschlechterung des Geschäftsgangs melden. Er erfasst in erster Linie also die Breite des konjunkturellen Auf- oder Abschwungs. Und im Januar hat sich der Abschwung in der Industrie ausgeweitet, wie der PMI zeigt, insbesondere bei der Produktion und beim Auftragsbestand. So meldeten diesmal mehr als 40% der befragten KMU einen Rückgang des Produktionsvolumens und nur noch 15% einen Anstieg. Die Produktionskomponente des PMI brach deshalb von 56,1 auf 37,7 Punkte ein (siehe Tabelle).

Die überraschend starke Produktionsausweitung im Dezember hat sich wie erwartet nur als Strohfeuer erwiesen. Für eine baldige Trendwende gibt es weiterhin keine Anzeichen. Der Abschwung in der globalen Industrie hat sich zuletzt zwar nicht verschärft, hält aber unverändert an. Das Neugeschäft mit ausländischen Kunden lahmt weiterhin, weshalb langsam auch die Auftragsbestände der Schweizer Industrie bedrohlich tief werden. So rutschte im Januar auch die PMI-Komponente zum Auftragsbestand weit in den Kontraktionsbereich und notiert nach 48,8 nur noch bei 37,2 Punkten.

links: Raiffeisen KMU PMI Januar 2024 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

links: Raiffeisen KMU PMI Januar 2024 / rechts: Raiffeisen KMU PMI Subkomponenten (I)

 

Kurzarbeit in der Industrie nimmt zu

Die Unterauslastung der Produktionskapazitäten bleibt nicht ohne Folgen für den Arbeitsmarkt. Die Beschäftigung ist in einigen Industriebranchen bereits im dritten Quartal letzten Jahres gesunken und seitdem hält der Abwärtstrend an. Betroffen waren bisher vor allem Exportunternehmen aus eher kleinen Branchen (z.B. Textilien, Papier oder Druck). Mittlerweile gibt es aber auch aus der grossen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie immer mehr Negativmeldung, z.B. über Unternehmen, die auf Kurzarbeit umstellen. Neu berichten auch einige der von Raiffeisen befragen KMU, auf Kurzarbeit zu setzen, was bisher nicht der Fall war. Die Beschäftigungskomponente des Raiffeisen KMU PMI fiel im Januar jedenfalls von 55,6 auf 45,9, womit der 3-Monats-Durchschnitt von 49,5 auf 48,7 Punkte sank. 

 

Raiffeisen KMU PMI – Subkomponenten (II)

 

Jan 24

Dez 23

Nov 23

Okt 23

Sep 23

Gesamtindex

40,7

50,9

46,8

45,2

51,1

Auftragsbestand

37,2

48,8

44,8

43,6

51,9

Produktion

37,7

56,1

48,5

42,5

53,2

Beschäftigung

45,9

55,6

44,4

48,6

51,9

Lieferfristen

42,5

45,1

50,0

45,0

49,4

Einkaufslager

45,9

43,4

48,5

50,7

45,0


50 = Wachstumsschwelle

Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz
Domagoj Arapovic, Senior Economist Raiffeisen Schweiz

Domagoj Arapovic hat an der Universität Zürich Volkswirtschaft studiert und arbeitete anschliessend von 2007 bis 2012 bei der Schweizerischen Nationalbank im Economic Research und im Risikomanagement. Seit 2011 hält er das Chartered Financial Analyst- Diplom und seit 2013 ist er bei Raiffeisen Schweiz als Senior Economist tätig.

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